Ukrainekonflikt 4

„Selbst bei grausamen Entdeckungen wie den Leichen in Butscha gilt, auch wenn es schwerfällt, die Unschuldsvermutung“

Zwei investigative Artikel von Joe Lauria und Scott Ritter. „Die Wahrheit über Bucha ist da draußen, aber vielleicht zu unbequem, um entdeckt zu werden“

12.4.2022

Selbst bei grausamen Entdeckungen wie den Leichen in Butscha gilt, auch wenn es schwerfällt, die Unschuldsvermutung. Westeuropäer wären gut beraten, eine gewisse Distanz zu wahren
Die ersten investigativen Artikel
Für Joe Lauria ist der zeitliche Ablauf sehr wichtig
Scott Ritter liegt vor allem Gewicht auf die forensischen Daten
Ein Video der ukrainischen Nationalpolizei geht viral
Der viszerale Schock
Die Suche nach den „richtigen“ Bildern
Wer ist „Herr über das Narrativ“?
Eine massive Medienmanipulation in der Ukraine aber auch in Deutschland läuft schon seit vielen Jahren
Bild-Forensik scheint dem Westen zu reichen
Medienkampagne gegen abweichende Korrespondenten
Die Formulierung „mutmaßliche“ Kriegsverbrechen wird nicht geduldet
Neue Massaker, möglichst bald
Erste Schritte zur Untersuchung der Kriegsverbrechen sind eingeleitet
Ein schlüssiges Bild – ohne Forensik vor Ort?
Zeugen sind nicht verlässlich – und erst recht nicht Human Rights Watch
Friedensnobelpreisträger kritisieren die Nähe von HRW zur US-Regierung
Völkerrechtler bezweifelt die Unabhängigkeit ukrainischer Untersuchungen
Ausschluss Russlands aus dem U-Menschenrechtsrat – in Wirklichkeit ein Fiasko für den Westen
Gräueltaten in Butscha brachten Kurswechsel“ für den Westen

Dok 1 – Viele Fragen zum Massaker von Bucha
Der Westen hat ein Schnellurteil darüber gefällt, wer für das Massaker in der ukrainischen Stadt Bucha verantwortlich ist, und fordert strengere Sanktionen gegen Russland. Doch die Schuldfrage ist noch lange nicht geklärt, schreibt Joe Lauria
Dok 2 – Scott Ritter zu den Vorgängen in Bucha: Kiew muss forensische Daten vorlegen, um seine Anschuldigungen zu untermauern (TASS)
Dok 3 – Die Wahrheit über Bucha ist da draußen, aber vielleicht zu unbequem, um entdeckt zu werden
Es sollte ein Leichtes sein, herauszufinden, was wirklich mit den massakrierten Zivilisten in der ukrainischen Stadt geschah


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Wir wollen diesen Artikel einleiten mit einem Beitrag aus der Schweizer Zeitung Weltwoche vom 6. April „Selbst bei grausamen Entdeckungen wie den Leichen in Butscha gilt, auch wenn es schwerfällt, die Unschuldsvermutung. Westeuropäer wären gut beraten, eine gewisse Distanz zu wahren“. In den deutschen Medien findet man so eine Position leider nicht. Im Gegenteil, wenn der ARD-Korrespondent und Leiter des Politikmagazins Monitor beim WDR von „mutmaßlichen “ russischen Kriegsverbrechen spricht, wird sofort eine Medienkampagne gegen ihn eingeleitet. Der deutsche Kanzler dagegen äußerte zum gleichen Zeitpunkt im Bundestag als Vorwurf an die russische Regierung „Die Ermordung von Zivilisten ist ein Kriegsverbrechen“. Gleichzeitig ist Scholz, gestützt auch auf diese Behauptung, bereit, ein Tabu zu brechen und Rüstungsexporte auch in Spannungsgebiete zuzulassen. Baerbock will weitergehen. Sevim Dagdelen (MdB Die Linke): „Jetzt sollen deutsche Panzer nach Osten rollen. Man darf gespannt sein, wie lange sich die Ampel hier noch zieren wird. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als eine Kriegsbeteiligung Deutschlands gen Russland. Per Salamitaktik nimmt scheibchenweise die Gefahr einer direkten Konfrontation zu.“

Hauptsächlich wollen wir Joe Lauria von Consortium News zu Wort kommen lassen und den ehemaligen US-Geheimdienstoffizier Scott Ritter, die sich beide um Fakten bemühen. Joe Lauria schreibt unmittelbar nach Bekanntwerden des Massakers: „Der Westen hat ein Schnellurteil darüber gefällt, wer für das Massaker in der ukrainischen Stadt Bucha verantwortlich ist, und fordert strengere Sanktionen gegen Russland. Doch die Schuldfrage ist noch lange nicht geklärt“.

 

Selbst bei grausamen Entdeckungen wie den Leichen in Butscha gilt, auch wenn es schwerfällt, die Unschuldsvermutung. Westeuropäer wären gut beraten, eine gewisse Distanz zu wahren

Thomas Fasbender, Weltwoche

06.04.2022

Als Beobachter – und (noch) nicht Kriegspartei – wären die Westeuropäer gut beraten, selbst bei grausamen Entdeckungen wie den Leichen in Butscha eine gewisse Distanz zu wahren. Leider gerät diese Tugend unter die Räder.

Da die russische Kriegsschuld unzweifelhaft ist, sind wir verführt, auch das weitere Kriegsgeschehen nach Kriterien wie schwarz und weiss, gut und böse wahrzunehmen. Das treibt eine Eskalation der moralischen Empörung, die nach dem Ausreizen aller möglichen Sanktionen letztlich zum Kriegseintritt des Westens führen muss.

Gekonnt befeuert die ukrainische Kriegs-PR diesen Prozess. Schon die Frage, ob sich unter den Toten vielleicht auch gemeuchelte Kollaborateure befinden, provoziert den Verdacht prorussischer Parteinahme. Dabei gebietet die Vernunft, angesichts eines zunehmend enthemmten Bruderkriegs davon auszugehen, dass die letzten Tabus auf beiden Seiten wegbrechen. Berichte von Vergehen ukrainischer Soldaten an der eigenen Zivilbevölkerung liegen ja ebenfalls vor.

Damit wird nichts relativiert. Wenn es ein Massaker russischer Truppen an ukrainischen Zivilisten gab, gehört das bewiesen und bestraft. Bis dahin aber gilt auch in einem Angriffskrieg, auch zugunsten des Angreifers, auch wenn es schwerfällt die Unschuldsvermutung: in dubio pro reo. ( 1 )

 

Originalbeschriftung des Bildes: Bucha nach dem Abzug der russischen Invasoren, 3. April 2022 Ukrinform TV CC BY 3.0 Text bei Wikimedia Commons : Ein von der Nationalen Nachrichtenagentur der Ukraine veröffentlichtes Video zeigt angeblich, wie Zivilisten in Buka von russischen Soldaten massakriert werden.

 

Die ersten investigativen Artikel

Der erste investigative Artikel, den wir im Netz gefunden haben, stammt von Joe Lauria, dem leitenden Redakteur von Consortium News . (Siehe Anhang Dok 1 am Ende dieses Artikels). Wir haben von Joe Lauria schon in unserem letzten Artikel zum Ukraine-Konflikt gehört ( 2 ). Sein Titel lautet diesmal „Viele Fragen zum Massaker von Bucha. Der Westen hat ein Schnellurteil darüber gefällt, wer für das Massaker in der ukrainischen Stadt Bucha verantwortlich ist, und fordert strengere Sanktionen gegen Russland. Doch die Schuldfrage ist noch lange nicht geklärt, schreibt Joe Lauria.“

Für Joe Lauria ist der zeitliche Ablauf sehr wichtig

Er ist der Meinung, dass eine ernsthafte Untersuchung einen Zeitplan der Ereignisse erstellen müsste. Nach dem Abzug der russischen Streitkräfte am Mittwoch, 30. März, bestätigte dies der Bürgermeister von Bucha auf der Facebook-Seite der Stadtverwaltung am nachfolgenden Tag. Hier war nicht die Rede von irgend einem Massaker oder Leichenfunden. Auch die New York Times, die zwei Tage später in Bucha war, weiß von keinem Massaker. Erst am vierten Tag danach legte der ukrainische Sicherheitsdienst am 4. April „Beweise“ vor.

Joe Lauria gesteht zu: „Es ist möglich, dass am Samstag das ganze Ausmaß des Grauens noch nicht bekannt war und dass selbst der Bürgermeister zwei Tage zuvor nichts davon wusste, obwohl Fotos jetzt viele der Leichen auf offener Straße in der Stadt zeigen, was vermutlich schwer zu übersehen wäre.“

Joe Lauria schreibt auch, dass das neonazistische Asow-Bataillon in der Stadt war, bestätigt durch die New York Times, und verantwortlich für die Morde sein könnte. Außerdem bestätigte ein ukrainischer Thinktank auf seiner Webseite bereits am 2. April, dass ukrainische Spezialkräfte mit einer „Säuberungsaktion“ begonnen hätten: „Die Stadt wird von Saboteuren und Komplizen der russischen Streitkräfte gesäubert“. Außerdem teilte die Stadtverwaltung von Bucha die Ankunft des Asow-Bataillons zur Durchführung einer „vollständigen Säuberung“ ganz offiziell auf Telegram mit.

Am Ende des Artikels schreibt Lauria: „Der Vorfall in Bucha ist ein kritischer Moment in diesem Krieg. Es ist eine unparteiische Untersuchung erforderlich, die wahrscheinlich nur die UNO durchführen kann. Das Asow-Bataillon könnte Rachemorde an russischen Kollaborateuren verübt haben, oder die Russen haben dieses Massaker verübt. (Einmal mehr dämpft das Pentagon die Kriegshysterie, indem es sagt, es könne weder bestätigen noch dementieren, dass Russland verantwortlich sei.)“

Scott Ritter liegt vor allem Gewicht auf die forensischen Daten

Auch Scott Ritter, ehemaliger Geheimdienstoffizier des US Marine Corps und unter anderem UN-Waffeninspekteur von 1991 bis 1998, äußerte sich unmittelbar nach Bekanntwerden des Massakers am 4. April kurz (siehe Anhang Dok 2 ). Er legte hier vor allem Wert auf forensische Daten ( 3 ), die Kiew vorlegen müsse, um seine Anschuldigungen zu untermauern: „‚Der Zeitpunkt des Todes. Die Todesursache. Der Ort des Todes. Beantworten Sie diese drei Fragen für jede Leiche. Dann fangen Sie an, mit dem Finger zu zeigen. Bis dahin verbreiten Sie buchstäblich Desinformationen‘, so der ehemalige UN-Waffeninspekteur.“

Ein Video der ukrainischen Nationalpolizei geht viral

Am 7. April legte Scott Ritter einen Artikel vor mit der Überschrift „Die Wahrheit über Bucha ist da draußen, aber vielleicht zu unbequem, um entdeckt zu werden. Es sollte ein Leichtes sein, herauszufinden, was wirklich mit den massakrierten Zivilisten in der ukrainischen Stadt geschah“ (siehe Anhang Dok 3 ). Scott Ritter hebt vor allem auf ein Video der ukrainischen Nationalpolizei ab, dass sich viral verbreitet habe.

Laut Google bedeutet viral i n der Medizin „durch einen Virus verursacht“, in der EDV „durch Kontakte in den Social Media oder Ähnliches Verbreitung findend“ ( 4 ). Bei CHIP heißt es: „Ein Videoclip, der viral geht, verbreitet sich im Internet explosionsartig“ ( 5 ).

Scott Ritter schreibt: „Die Hauptquelle für die Berichte über die Tragödie von Bucha ist ein von der ukrainischen Nationalpolizei aufgenommenes Videoband, auf dem zu sehen ist, wie einer ihrer Konvois durch eine Straße der Stadt fährt. Etwa ein Dutzend Leichen liegen auf der Fahrbahn, viele von ihnen scheinen gefesselt worden zu sein. Dieses Video hat sich viral verbreitet und eine Pandemie von Angst und Wut ausgelöst, die einen großen Teil der Welt erfasst hat … Eine der ersten Lektionen in Sachen Objektivität besteht darin, die Dinge zu verlangsamen, um sicherzustellen, dass die Fakten nicht durch Emotionen verdunkelt werden. Das Videoband von Bucha ist beunruhigend. Es scheint, dass das Video in seiner jetzigen Form mit der ausdrücklichen Absicht veröffentlicht wurde, beim Betrachter einen viszeralen ‚Schock und Ehrfurcht‘-Moment zu erzeugen.“

Der viszerale Schock

Die medizinische Bedeutung von viszeral betrifft die inneren Organe. Im übertragenen Sinn bedeute es „aus dem Bauch heraus, die Intuition ansprechend, auf das Gefühl zielend, emotional“ ( 6 ). Hier spielen Musik und Bilder eine bedeutende Rolle. Scott Ritter fährt fort:

„Die Verbindung zwischen den Toten und dem russischen Militär wurde sofort hergestellt, ohne dass es dafür irgendwelche faktenbasierten Daten gab, und fand anschließend in allen Medien – sowohl in den Mainstream-Medien als auch in den sozialen Medien – ein Echo. Jeder, der es wagte, das etablierte ‚Russland war‘s‘-Narrativ in Frage zu stellen, wurde niedergeschrien und als ‚russischer Handlanger‘ oder Schlimmeres abgetan.

Dass diese Schlussfolgerungen das Nebenprodukt einer Massenhysterie sind, ist nebensächlich – warum sollte man versuchen, objektiv zu sein, wenn das Narrativ jedem Stereotyp entspricht, das zuvor von denselben Leuten, die heute die Bucha-Geschichte nachplappern, sorgfältig zusammengestellt wurde. Die soziale ‚Vorkonditionierung‘ eines Publikums, das an kritisches Denken nicht gewöhnt ist, ist ein wesentlicher Schritt, um dieses Publikum dazu zu bringen, alles, was ihm vorgesetzt wird, für bare Münze zu nehmen, unabhängig davon, wie ungeheuerlich die Fakten der Geschichte die Glaubwürdigkeit strapazieren. Und um es klar zu sagen: Die ukrainische Darstellung der Ereignisse in Bucha scheint die Glaubwürdigkeit zu strapazieren.“

Die Suche nach den „richtigen“ Bildern

Auch die deutschen Medien versuchen sich an dem Thema, aber auf ihre Weise. So lässt die Süddeutsche die Bewohnerin eines Altenheims lange zu Wort kommen. Markant ist ihr Kommentar zur Presse über Butscha: „Aus der Zeitung kann man die Bilder rausreißen. Aber nicht aus den Köpfen der Menschen“ ( 7 ). Die Süddeutsche bringt das allerdings in einen Kontext, der schon aus der Überschrift des Artikels hervorgeht: „Frau Hoffmann erinnert sich. Sie ist 91 und hat schon einmal einen Krieg miterlebt. Wenn sie jetzt im Fernsehen die Bilder aus der Ukraine sieht, sind da wieder Angst und Kälte und die Frage, warum die Menschen nichts dazulernen“.

Die Süddeutsche Zeitung sprach auch mit der Professorin für Medienethik an der Hochschule für Philosophie in München, Claudia Paganini ( 8 ). Ihr Thema ist aber vor allem, ob und welche Medien man aus ethischen Gründen, zum Beispiel Pietät, (aus Butscha) zeigen soll, und nicht, ob sie wahr oder falsch sind. Sie betont aber auch, dass sich die Bilder vergangener Kriege eingebrannt haben in das kollektive Gedächtnis, und kommt dabei bezeichnenderweise als erstes auf den Vietnamkrieg zu sprechen:

„Die Bilder vergangener Kriege brannten sich ins kollektive Gedächtnis ein. Jeder kennt das Foto vietnamesischer Kinder, die vor US-Napalmbomben fliehen. Wenn wir die Fotoikonen des 20. und 21. Jahrhunderts Revue passieren lassen, dann waren es nicht unbedingt brutale oder spektakuläre Bilder. Bei den Anschlägen vom 11. September 2001 gab es viel schockierendes Bildmaterial, aber ikonografisch ist etwas anderes geworden: das Bild von den Feuerwehrleuten, die die Fahne auf Ground Zero hissen. Was für Bilder letztendlich als ikonografisch gelten, das hat vor allem mit den Emotionen innerhalb der Gesellschaft zu tun. Welches Bild trifft genau den Zeitgeist und die Empfindungen der Menschen? Das sind die Motive, die herausstechen.“

Wer ist „Herr über das Narrativ“?

Um hier die richtigen Bilder zu finden oder zu kreieren, daran arbeiten auch ganz massiv die Geheimdienste, Militärpsychologen, Thinktanks und Konzernmedien. So arbeiten die westlichen Geheimdienstapparate Länder übergreifend zusammen. Die USA dominiert hier mit einem Gesamtbudget der nationalen Geheimdienste von umgerechnet 57 Milliarden Euro. In Europa sind die britischen Geheimdienste wohl vorne, sie haben dreieinhalb Milliarden Euro zur Verfügung. Der Bundesnachrichtendienst BND steht mit 1 Milliarde hinten an.

Die Süddeutsche Zeitung bringt jetzt einen Artikel „Die neue Offenheit der Spione. Im Ukraine-Krieg teilen britische Geheimdienste plötzlich offensiv Informationen mit der Öffentlichkeit. Warum tun sie das?“ ( 9 ). Ausnahmsweise wird in diesem Artikel inkognito ein Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes zitiert: „Seit einiger Zeit schon, sagt der Mann, hätten sie erkannt, ‚dass es wichtig ist, offener zu werden‘. Vor allem, um Herr über das Narrativ zu sein, gerade im Falle des russischen Angriffskrieges sei das zentral.“

Man beachte die Aussage, dass die westlichen Geheimdienste verstärkt kooperieren und an die Öffentlichkeit gehen wollen, „um Herr über das Narrativ zu sein “. Es ist in diesem Zusammenhang schon bezeichnend, dass Großbritannien den Antrag Russlands auf eine Befassung der Ereignisse von Butscha im UN-Sicherheitsrat zunächst blockierte.

Eine massive Medienmanipulation in der Ukraine aber auch in Deutschland läuft schon seit vielen Jahren

In diesem Zusammenhang sei auf das aufschlussreiche Buch von Jörg Becker verwiesen „Medien im Krieg - Krieg in den Medien“ ( 10 ). Hier wird auch auf die Ukraine eingegangen:

Massenmedien . Einem kleinen Kreis der interessierten Öffentlichkeit ist seit Langem bekannt, dass die Ukraine seit mehreren Dekaden mit Kampagnen, Geld, Personal, Schulungen, Seminaren, Vorträgen, Einladungen, Medien und Internet seitens der USA ausgestattet wird, um die UdSSR respektive Russland zu destabilisieren und Osteuropa zu ‚balkanisieren‘. Dafür war zunächst die CIA zuständig und gegenwärtig ist es vor allem die National Endowment for Democracy (NED) ... Allein von 1991 bis 2013 investierten die USA nach Aussagen der US-Diplomatin Victoria Nuland, Assistant Secretary of State im USAußenministerium, in einer Rede vor einem Business Club in Washington im Dezember 2013 in der Ukraine den Betrag von fünf Milliarden Dollar, um einen regime change und eine dependente Wirtschaftsintegration der Ukraine in die EU zu erreichen.

Ein nicht unerheblicher Teil der Öffentlichkeit fiel mit solchen Ressourcen im Hintergrund in den Kalten Krieg zurück, die mit diesen Geld- und Propagandakampagnen verbundene Medienmanipulation machte natürlich nicht halt vor Deutschland: Dass die ukrainische Revolution – nach dem zentralen Kiewer Maidan-Platz auch als Euromaidan bezeichnet – nicht zuletzt von bezahlten Schlägertrupps gemacht wurde, blieb überwiegend unerwähnt. Weitgehend verschwiegen wurde von deutschen Medien außerdem die Tatsache, dass es sich bei den fälscherlichweise als OSZE-Beobachter bezeichneten Soldaten um Bundeswehr-Angehörige gehandelt hatte ...“

Bild-Forensik scheint dem Westen zu reichen

Um die für eine tatsächliche Aufklärung notwendige Forensik zu umgehen oder hinauszuzögern – im schlimmsten Fall so lange, bis sie keine Ergebnisse mehr bringt –, setzen die westlichen Medien jetzt erst einmal auf „Bild-Forensik“ ( 11 ). Die FAZ scheint schon leicht in der Defensive zu sein, wenn sie titelt „Meint Ihr, wir denken uns die Kriegsverbrechen aus?“ ( 12 ), um dann aber unverblümt zu behaupten: „Die Bild-Forensik, die sich allein auf ein Dutzend von mehreren Hundert getöteten Zivilisten konzentriert, bestätigt die Berichte von Augenzeugen und Reportern.“

Medienkampagne gegen abweichende Korrespondenten

Im gleichen Artikel nimmt sich die FAZ den ARD- Korrespondenten Georg Restle vor: „Etliche Journalisten machten sich am vergangenen Sonntag ein Bild von den Gräueln, was dem ARD-Korrespondenten Georg Restle leider entgangen war. Als er abends in der ‚Tagesschau‘ sagte, Journalisten könnten noch nicht nach Butscha, der Ort sei zum Sperrgebiet erklärt worden, war das zum einen falsch. Die Kollegen von ‚Spiegel‘, ‚Bild‘, CNN und der freie Journalist Enno Lenze, die da waren, wiesen Restle auf Twitter mit einigem Nachdruck darauf hin. Zum anderen spielt die Fehlinformation der russischen Propagandalüge in die Hände, das Massaker an Zivilisten in Butscha und anderen Orten sei inszeniert.“

Es hat vermutlich seine Gründe, dass der Redaktionsleiter des kritischen Politmagazins Monitor nicht zu den auserwählten Journalisten zählte, die in Butscha vor Ort zugelassen wurden neben Spiegel, Bild und CNN etc. Der Vorwurf, Georg Restle spiele mit einer „Fehlinformation der russischen Propagandalüge in die Hände“, ist krass.

Aber auch die taz-Autorin Anastasia Magasowa bestätigte die Aussage von Restle ( 13 ): „Sie war am Sonntag, 3. April, eine von 20 Journalist*innen, die an einer von dem ukrainischen Verteidigungsministerium organisierten Tour für Medienvertreter*innen nach Butscha und Hostomel teilnehmen konnte. Mehrere Kiewer Vorstädte wurden zur Sperrzone erklärt, die Regelung gilt bis einschließlich kommenden Dienstag. Auch Journalist*innen können sich dort nicht frei bewegen.“

Die Formulierung „mutmaßliche“ Kriegsverbrechen wird nicht geduldet

Was aber wichtige deutsche Leitmedien vor allem störte, war die Verwendung des Begriffs „mutmaßlich“ bei der Tagesschau. So fragt der Moderator der Tagesschau am 3. April ( 14 ): „Georg Restle berichtet für uns aus Kiew. Georg, die mutmaßlichen Gräueltaten von Butscha, ein Einzelfall?“

Dies hat zu einer regelrechten Medienkampagne gegen Georg Restle geführt. Die deutschen Leitmedien dulden in ihrer beinharten Kampagne gegen Russland nicht die geringste Abweichung ( 15 ). Die FAZ legte zwei Tage später noch einmal nach mit einem Kommentar „Mutmaßlich“. Die Formulierung in der ARD wirke wie eine Relativierung ( 16 ): „Das ‚mutmaßlich‘ setzten zudem Satellitenbilder der Firma Maxar außer Kraft, die belegen, dass die Leichen in den Straßen von Butscha dort seit Wochen lagen – als die Russen die Stadt besetzt hielten.“ Und die FAZ knöpft sich gleich auch noch die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender vor, vor allem den Moderator Markus Lanz:

„Beweise für Kriegsverbrechen sind da, die Verstöße gegen das Völkerstrafrecht endgültig festzustellen, obliegt den internationalen Strafverfolgern. Einige deutsche Korrespondenten haben sich derweil über die Einordnung ‚mutmaßlich‘ gestritten. Das ist angesichts der Massaker würdelos. Und einen grundsätzlich presseethischen Charakter hat der Streit nicht wirklich. Er hat einen simplen Grund: Die Öffentlich-Rechtlichen tun so, als seien sie die Ersten und Besten. Wenn die ARD-Vorsitzende Patricia Schlesinger gestern bei einer Pressekonferenz ins Selbstlob für die deutsche Kriegsberichterstattung ‚auch private, kommerzielle Medien‘ miteinbezieht, ist das gönnerhaft – und falsch. Die Ersten und Besten sind ARD und ZDF mitnichten. Sie sind oft hintendran oder komplett neben der Spur wie der Moderator Markus Lanz. Der fragte in seiner Show, in der die Reporterin Katrin Eigendorf aus Kiew zugeschaltet war und von ‚regelrechten Massakern‘ berichtete, ab wann man als Reporter ‚Teil der ukrainischen Propaganda‘ werde. Das war nicht nur mutmaßlich Irrsinn.“

Diese Medienkampagne gegen abweichende Meinungen lässt nichts Gutes ahnen. Bei einer weiteren Zuspitzung der Lage, die auch die Bundesregierung offensichtlich anstrebt, dürfte die Pressefreiheit ernsthaft in Gefahr kommen.

Neue Massaker, möglichst bald

Es sieht fast so aus, als dass Butscha der Startschuss war für eine fürchterliche Kampagne. Die Sache mit den Massengräbern und Leichenfunden, die sofort Russland angelastet werden, läuft rasant weiter, wahrscheinlich möglichst so lange, bevor zu Butscha greifbare Ergebnisse vorliegen. Die Meldungen aus der Ukraine und in den deutschen Medien überschlagen sich, zum Beispiel: „Nach Abzug russischer Truppen: Viele Tote in Borodjanka geborgen. Die russische Armee ist offenbar aus der Nordukraine abgezogen – dort wird an immer mehr Orten deutlich, wie groß das Leid der Zivilisten war. In Borodjanka sei es ‚viel schrecklicher‘ als in Butscha, erklärte Präsident Selenskyj“ ( tagesschau 8. April); „Nach dem Abzug russischer Truppen sind auch westlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew bei Busowa Dutzende tote Zivilisten in einem Massengrab gefunden worden“ ( upday News 10. April); „Nach dem Rückzug der russischen Truppen aus der Region um Kiew sind dort nach ukrainischen Angaben schon über 1.200 Todesopfer gefunden worden“ ( Deutschlandfunk 10. April); etc.

Anscheinend sind Massengräber jetzt wohl die letzte Steigerung, die den Medien und den Geheimdiensten einfallen, um zu eskalieren.

Erste Schritte zur Untersuchung der Kriegsverbrechen sind eingeleitet

Wir wollen noch mal auf den Artikel von Scott Ritter zurückkommen (siehe Anhang Dok 3 ), wo er sich im zweiten Teil mit einer möglichen Untersuchung der Kriegsverbrechen befasst. Es sollen ja – wie die Medien berichten – nicht nur in Russland und der Ukraine eigene Untersuchungen der Vorfälle laufen, sondern auch in den USA. Alle drei Staaten sind nicht Mitglieder des Internationalen Strafgerichtshof (IStGH), aber Kiew hat dem Gericht erlaubt, auf seinem Territorium zu ermitteln, und ein Team von Ermittlern sammelt in der Ukraine Beweise ( 17 ). Auch EU-Außenbeauftragter Borrell sicherte Hilfe bei der Sicherung von Beweisen für Kriegsverbrechen an Orten wie Butscha zu. Dafür würden 7,5 Millionen Euro bereitgestellt.

Aber Scott Ritter wertet die Ablehnung einer von Russland beantragten sofortigen Sitzung des UN-Sicherheitsrats durch Großbritannien vielmehr als einen Versuch, „Zeit zu gewinnen, damit sich die politischen Auswirkungen des angeblichen Massakers in Butscha weiter entwickeln können“.

Laut Scott Ritter habe der britische Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshof (IStGH), Karim Khan, zwar schon Anfang März bekannt gegeben, dass er eine Untersuchung der mutmaßlichen Kriegsverbrechen in der Ukraine eingeleitet hat. Aber laut Ritter sei Khan derzeit nicht vor Ort in Bucha – also zum Zeitpunkt seines Artikels vom 7. April –, sodass die ukrainische Nationalpolizei genügend Gelegenheit hat, das Beweismaterial über die Morde zu manipulieren.

Der rechtspolitische Korrespondent der taz, Christian Rath, behauptete noch am 4. April, dass sich mutmaßliche Kriegsverbrechen selten so gut untersuchen ließen wie in Butscha, weil es derzeit keine Kampfhandlungen in der Stadt gebe und die Ukraine die Kontrolle von Butscha übernommen habe. In anderen Fällen dauere es oft Jahre, bis Leichen aus Massengräbern exponiert werden können. Rath schreibt ( 18 ):

„Der inzwischen oft zitierte russische Journalist Alexander Kots meint, die Zivilisten seien Sympathisanten der Russen gewesen (erkennbar an weißen Armbinden) und deshalb vom ukrainischen ‚Volkssturm‘ aus Rache ermordet worden.

Die Stadt Butscha ist noch Sperrgebiet, die Leichen können also sofort untersucht werden: Wann sind die Menschen etwa getötet worden (vor oder nach Abzug der russischen Armee)? Wann genau sind die Russen abgezogen? Mit welcher Munition wurden die Zi­vi­lis­t:in­nen erschossen? Wer benutzt solche Munition? Wie viele der Getöteten trugen weiße Armbinden und warum?

Ermittlungsteam seit Anfang März in der Ukraine

Damit keine Zweifel an der Unabhängigkeit der Untersuchung aufkommen, können die ukrainischen Behörden mit dem Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), dem Briten Karim Khan, zusammenarbeiten. Er hat schon Anfang März ein Ermittlungsteam in die Ukraine geschickt.

Khan und seine Vorgängerin Fatou Bensouda haben schon seit 2014 Voruntersuchungen zur Situation in der Ukraine durchgeführt. Anfang März hat Khan auf Ersuchen von inzwischen 41 Staaten (inklusive Deutschlands) offizielle Ermittlungen aufgenommen.

Es geht bei diesen Ermittlungen um Vorgänge auf der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim, um die Kämpfe um die separatistischen Gebiete um Donezk und Luhansk in der Ostukraine, aber auch um die aktuellen Verbrechen nach der russischen Invasion, die im Februar begann. Die Untersuchung richtet sich bisher nicht nur gegen die russische Seite, Präsident Wladimir Putin wird nicht einmal erwähnt. Khan und seine Ermittler können also auch Vorwürfe gegen die ukrainische Armee prüfen, etwa dass russische Kriegsgefangene gefoltert worden sein sollen.“

Ein schlüssiges Bild – ohne Forensik vor Ort?

Auch die Welt befasste sich bald mit der Frage „Wie beweist man Kriegsverbrechen?“. Allerdings stützt sich der Autor Thomas Vitzthum fast ausschließlich den Direktor von Human Rights Watch Deutschland, Wenzel Michalski, ( 19 ):

„Human Rights Watch und Vertreter des Internationalen Strafgerichtshofs oder des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz beginnen deshalb mit der Faktensammlung schon zu einem Zeitpunkt, da man Tatorte noch gar nicht in Augenschein nehmen kann. Denn die Perspektive von Zeugen ändert sich im Laufe der Zeit; sie entwickeln oft Ängste vor Verfolgung, die manchen veranlassen, seine Geschichte vielleicht nicht mehr oder anders zu erzählen. ‚Wir arbeiten vor allem mit Augenzeugenberichten. Wir fragen so viele Menschen wie möglich. Opfer, Täter wenn möglich, Nachbarn und so weiter. Wenn es zu Überschneidungen in den Erzählungen kommt, dann bewerten wir die Geschichten am Ende als glaubwürdig. Das letzte Wort, bevor wir Fälle öffentlich dokumentieren, haben immer unsere Juristen‘, sagt Michalski. …

So kann selbst ohne Forensiker vor Ort – deren Einsatz ist häufig nicht möglich, weil eine Region nicht sicher ist – ein schlüssiges Bild entstehen.“

Zeugen sind nicht verlässlich – und erst recht nicht Human Rights Watch

Immerhin räumt der Direktor von Human Rights Watch ein, dass Zeugen nicht verlässlich sind, unter Druck stehen oder verfolgt werden könnten. Dass Human Rights Watch selbst nicht verlässlich ist – um es gelinde zu sagen –, erwähnt der Autor Thomas Vitzthum geflissentlich nicht. Und das, obwohl die Welt selbst 2009 über einen Skandal bei HRW berichtete ( 20 ): „Die als neutral geltende Menschenrechtsorganisation hat in Saudi-Arabien Geld gesammelt …“

Tatsächlich wurde Human Rights Watch (HRW) und seine Vorläuferorganisation in New York aus US-Regierungs- und Geheimdienstkreisen gegründet, um die Sowjetunion aufs Korn zu nehmen. Später hatte HRW z. B. die Aufgabe, sich in Venezuela einzumischen und der syrischen Regierung Fassbomben anzuhängen, statt diese Verbrechen tatsächlich aufzuklären. Soros pumpte 100 Millionen in die Organisation. Wikipedia Englisch schreibt ganz unverblümt ( 21 ):

„Human Rights Watch wurde 1978 von Robert L. Bernstein und Aryeh Neier als private amerikanische Nichtregierungsorganisation (NRO) unter dem Namen Helsinki Watch gegründet, um die Einhaltung der Helsinki-Vereinbarungen durch die damalige Sowjetunion zu überwachen. Helsinki Watch machte es sich zur Gewohnheit, missbräuchliche Regierungen durch Medienberichterstattung und direkten Austausch mit politischen Entscheidungsträgern öffentlich zu benennen und anzuprangern. Indem Helsinki Watch das internationale Rampenlicht auf Menschenrechtsverletzungen in der Sowjetunion und ihren europäischen Partnern lenkte, trug die Organisation nach eigenen Angaben zum demokratischen Wandel in der Region in den späten 1980er Jahren bei“.

Friedensnobelpreisträger kritisieren die Nähe von HRW zur US-Regierung

Wikipedia Deutsch schreibt ( 22 ): „Im Mai 2014 richteten die Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel und Mairead Maguire, der ehemalige stellvertretende UNO-Generalsekretär Hans von Sponeck, der UN-Sondergesandte Richard Falk und über hundert Wissenschaftler einen offenen Brief an Kenneth Roth, in dem sie die Nähe von Human Rights Watch zur Regierung der USA u. a. in Form des ‚Drehtürsystems‘ zwischen Human Rights Watch und der US-Regierung kritisierten und die Organisation aufforderten, diesen Zustand zu beenden.“

Amerika21 schrieb damals ( 23 ): „In dem Text machen die Autoren deutlich, dass mehrere Mitglieder, Repräsentanten und Sprecher von HRW US-amerikanische Beamten waren, oder eine enge Beziehung mit der Regierung in Washington unterhielten. Daher sei HRW den Interessen der US-Regierung verpflichtet. Dies greife vor allem im Fall von Venezuela. In Bezug auf dieses südamerikanische Land habe die Organisation durch ihre Verlautbarungen die internationale Meinung direkt gegen die Regierung des früheren Präsidenten Hugo Chávez aufgebracht.“

Völkerrechtler bezweifelt die Unabhängigkeit ukrainischer Untersuchungen

Es ist verständlich, dass die Welt vor allem Human Rights Watch und andere NGOs heranziehen würde zur Aufklärung, denn diese Organisationen doch noch besser in der Hand als den Internationalen Strafgerichtshof. Immerhin zieht die Welt die Untersuchungen, die die Ukrainer selbst anstellen, in Zweifel, gestützt auf den Völkerrechtler Tomuschat ( 24 ):

„Menschenrechtsorganisationen haben Lehren aus früheren Kriegen und Konflikten gezogen, als mit dem Sammeln von Fakten, Beweisen und Berichten erst lange nach den Ereignissen begonnen wurde. Aber Beweismittel sind vergänglich. Spuren verwischen, Menschen verschwinden. Auch der UN-Menschenrechtsrat hat früh gehandelt. Russland hat dort kein Veto-Recht. Anfang März hat der Rat eine Untersuchungskommission eingesetzt, am 30. März wurden die ersten drei Mitglieder berufen – unter ihnen ein Norweger, der im Strafgerichtshof für den Völkermord in Ruanda saß, und eine Frau aus Bosnien, die in dem Land Ombudsfrau war.

‚ Diese Leute werden sicher schnell von den UN in Marsch gesetzt‘, sagt der renommierte Völkerrechtler Christian Tomuschat. ‚Es bedarf einer objektiven Datenlage. Die Ukrainer stellen natürlich Untersuchungen an, aber hier gibt es eben Zweifel an der Unabhängigkeit Wenn die UN die Sache untersuchen kann man nicht so einfach mit Parteilichkeit argumentieren.“

Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass das ganze angebliche Beweismaterial an Bildern und Videos, was jetzt kursiert, vom Internationalen Strafgerichtshof grundsätzlich nicht anerkannt wird. Klaus Rackwitz, Präsident der Internationen Akademie Nürnberger Prinzipien, der zuvor die Anklagebehörde des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag vertreten hat, erklärt im Interview mit dem Deutschlandfunk ( 25 ):

„Beweislast trägt die Staatsanwaltschaft

Die Beweislast trage im Fall Butscha – wie immer im Strafverfahren – der Staatsanwalt, also die Anklagebehörde. Die Verteidigung müsse nichts beweisen und sich nicht entlasten.

Ob dabei Filme und Bilder als Beweismittel zugelassen werden, würde die Kammer selbst entscheiden, so Rackwitz. Der Internationale Strafgerichtshof kenne in seiner Strafprozessordnung zurzeit digitale Beweismittel ausdrücklich nicht. Das gelte im Prinzip auch für Satellitenbilder und für andere digitale Medien. Es werde hier leicht der Vorwurf erhoben, das sei manipuliert, gestellt oder würde die Wirklichkeit nicht abbilden.“

Zum Schluss sei auf zwei wichtige Aspekte hingewiesen.

Ausschluss Russlands aus dem U-Menschenrechtsrat – in Wirklichkeit ein Fiasko für den Westen

Die UN-Generalversammlung hat am 7. April eine Resolution verabschiedet, in der gefordert wird, Russlands Mitgliedschaft im Menschenrechtsrat auszusetzen ( 26 ): „Die Resolution erhielt in der 193-köpfigen Versammlung eine Zweidrittelmehrheit der Stimmen abzüglich Enthaltungen, wobei 93 Nationen dafür und 24 dagegen stimmten. Russland, China, Kuba, Nordkorea, Iran, Syrien, Vietnam gehörten zu denen, die dagegen gestimmt haben. 58 enthielten sich des Prozesses. Dazu gehörten Indien, Brasilien, Südafrika, Mexiko, Ägypten, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien, Katar, Kuwait, Irak, Pakistan, Singapur, Thailand, Malaysia, Indonesien und Kambodscha.“

Die Resolution wurde auf einer Notstandssondertagung der UNO-Generalversammlung verabschiedet und beruht auf einem Schreiben des Ständigen Vertreters der Ukraine bei den Vereinten Nationen an die Präsidentschaft des Sicherheitsrats. Die Resolution beruft sich auf „Berichte(n) über von der Russischen Föderation während ihrer Aggression gegen die Ukraine begangene schwere und systematische Menschenrechtsverletzungen und -übergriffe sowie Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht“, ohne diese vorzulegen oder irgendwie nachzuweisen ( 27 ).

Wenn man berücksichtigt, dass nur 93 Staaten für die Resolution gestimmt haben und 82 Staaten dagegen waren oder sich enthalten haben und 18 Staaten nicht teilgenommen haben, kann man eigentlich nicht von einer „Zweidrittelmehrheit“ sprechen. In Wirklichkeit wollten 100 Staaten in der UNO Russland keine unbewiesenen Menschenrechtsverletzungen oder Völkerrechtsverstöße anlasten, das ist die Mehrheit! ( 28 )

„Gräueltaten in Butscha brachten Kurswechsel“ für den Westen

Der andere Aspekt, auf den wir abschließend hinweisen wollen, ist: „Die Gräueltaten in Butscha haben die Nato zu einem Kurswechsel bewogen. Was beim vorherigen Gipfel noch undenkbar war, findet nun breite Unterstützung: Das Verteidigungsbündnis will der Ukraine schwere Waffen zukommen lassen. Zuvor war das ausgeschlossen worden, da Russland als Reaktion Nato-Staaten anfgreifen könnte.“ ( 29 ) Wir halten fest, dass die NATO-Staaten ohne Nachweis von russischen Kriegsverbrechen sprechen und diese zur Begründung einer noch massiveren NATO-Unterstützung der Ukraine mit schweren Waffen nutzen. Wie wenn irgendjemand darauf gewartet hätte, heißt es jetzt „Gräueltaten in Butscha brachten Kurswechsel“.

Peter Feininger, 11. April 2022

wird fortgesetzt

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Alle Artikel zum aktuellen Ukrainekonflikt unter https://www.forumaugsburg.de/s_3themen/Osteuropa/index.htm


Dok 1 – Viele Fragen zum Massaker von Bucha

Der Westen hat ein Schnellurteil darüber gefällt, wer für das Massaker in der ukrainischen Stadt Bucha verantwortlich ist, und fordert strengere Sanktionen gegen Russland. Doch die Schuldfrage ist noch lange nicht geklärt, schreibt Joe Lauria.

4. April 2022

Von Joe Lauria

Speziell für Consortium News

Innerhalb weniger Stunden nach der Nachricht vom Massaker in Bucha, einer Stadt 63 km nördlich der ukrainischen Hauptstadt, stand das Urteil fest: Russische Truppen hatten beim Rückzug aus der Stadt Hunderte von unschuldigen Zivilisten sinnlos abgeschlachtet und ihre Leichen auf den Straßen liegen lassen.

Im Gegensatz zu ihren Justizsystemen verzichten die westlichen Nationen im Kriegsfall auf Untersuchungen und Beweise und sprechen Schuldsprüche aus politischen Motiven aus: Russland ist schuldig. Der Fall ist abgeschlossen.

Nur ist der Fall noch nicht einmal eröffnet und das Urteil wird bereits vorgeschlagen. So hat der französische Präsident Emmanuel Macron gefordert , russische Kohle und russisches Öl aus Europa zu verbannen. „Es gibt sehr klare Hinweise auf Kriegsverbrechen“, sagte er am Montag im Radiosender France Inter. „Was in Bucha passiert ist, erfordert eine neue Runde von Sanktionen und sehr klare Maßnahmen, deshalb werden wir uns mit unseren europäischen Partnern, insbesondere mit Deutschland, abstimmen.“

Andere Stimmen fordern nun, dass die USA wegen des Vorfalls in einen Krieg mit Russland eintreten sollten.

„Das ist Völkermord“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelensky gegenüber Face the Nation auf CBS ( 30 ) . „Die Mütter der Russen sollten das sehen. Sehen Sie, was für Bastarde Sie großgezogen haben. Mörder, Plünderer, Schlächter“, fügte er auf Telegram hinzu.

Russland hat kategorisch bestritten, etwas mit dem Massaker zu tun zu haben.

Wo soll man anfangen?

Im Falle einer ernsthaften Untersuchung würde ein Ermittler als erstes damit beginnen, einen Zeitplan der Ereignisse zu erstellen.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums haben alle russischen Streitkräfte am vergangenen Mittwoch Bucha verlassen (das wäre der 30. März gewesen, Anm. der Red. )

Dies wurde am Donnerstag von einem lächelnden Anatolij Fedoruk, dem Bürgermeister von Bucha, in einem Video auf der offiziellen Facebook-Seite der Stadtverwaltung von Bucha bestätigt. (also am 31. März, Red. ) In dem übersetzten Beitrag, der das Video begleitet, heißt es:

„31. März – der Tag der Befreiung von Bucha. Dies hat der Bürgermeister von Bucha, Anatolii Fedoruk, angekündigt. Dieser Tag wird in die ruhmreiche Geschichte von Bucha und der gesamten Gemeinde Bucha als Tag der Befreiung durch die Streitkräfte der Ukraine von den russischen Besatzern eingehen.“

Screenshot aus dem Facebook-Video von Fedoruk.

Alle russischen Truppen sind verschwunden, doch von einem Massaker ist nicht die Rede. Der strahlende Fedoruk spricht von einem „glorreichen Tag“ in der Geschichte von Bucha, was wohl kaum der Fall wäre, wenn Hunderte von toten Zivilisten die Straßen um Fedoruk herum übersät hätten.

„Das russische Verteidigungsministerium wies die Anschuldigungen des Kiewer Regimes über die angebliche Tötung von Zivilisten in Bucha (Region Kiew) zurück. Beweise für Verbrechen in Bucha tauchten erst am vierten Tag nach der Ankunft des ukrainischen Sicherheitsdienstes und von Vertretern ukrainischer Medien in der Stadt auf (das wäre also Mo 4. April, Red. ). Alle russischen Einheiten zogen sich am 30. März vollständig aus Bucha zurück, und während der Zeit, in der Bucha unter der Kontrolle der russischen Truppen stand, wurde „kein einziger Einwohner verletzt“, so das russische Verteidigungsministerium in einem Beitrag auf Telegram.

Was geschah dann?

Was geschah dann am Freitag und Samstag? Wie in einem Beitrag von Jason Michael McCann auf Standpoint Zero dargelegt, war die New York Times am Samstag in Bucha und berichtete nicht über ein Massaker. Stattdessen berichtete die Times, der Rückzug sei am Samstag abgeschlossen worden, zwei Tage nachdem der Bürgermeister dies erklärt hatte, und die Russen hätten „tote Soldaten und verbrannte Fahrzeuge zurückgelassen, wie Zeugen, ukrainische Beamte, Satellitenbilder und Militäranalysten berichten.“

Die Times berichtet, dass Reporter die Leichen von sechs Zivilisten gefunden haben. „Es war unklar, unter welchen Umständen sie gestorben waren, aber die weggeworfene Verpackung einer russischen Militärration lag neben einem Mann, dem in den Kopf geschossen worden war“, so die Zeitung. Sie zitierte dann einen Berater von Zelensky, der sagte:

„‚Die Leichen von Menschen mit gefesselten Händen, die von Soldaten erschossen wurden, liegen auf der Straße‘, sagte der Berater Mykhailo Podolyak auf Twitter. Diese Menschen waren nicht beim Militär. Sie hatten keine Waffen. Sie stellten keine Bedrohung dar. Er fügte ein Bild einer Szene bei, das von Agence France-Presse fotografiert wurde und drei Leichen am Straßenrand zeigt, eine davon mit offenbar auf dem Rücken gefesselten Händen. Die New York Times war nicht in der Lage, die Behauptung von Herrn Podolyak, die Menschen seien hingerichtet worden, unabhängig zu überprüfen.

Es ist möglich, dass am Samstag das ganze Ausmaß des Grauens noch nicht bekannt war und dass selbst der Bürgermeister zwei Tage zuvor nichts davon wusste, obwohl Fotos jetzt viele der Leichen auf offener Straße in der Stadt zeigen, was vermutlich schwer zu übersehen wäre.

In Bucha stand die Times in der Nähe des neonazistischen Asow-Bataillons, dessen Soldaten auf den Fotos der Zeitung zu sehen sind. In seinem Artikel deutet McCann an, dass Azov für die Morde verantwortlich sein könnte:

„Am [Samstag] 2. April, Stunden bevor die nationalen und internationalen Medien von einem Massaker erfahren, geschieht etwas sehr Interessantes. Die von den USA und der EU finanzierte Online-Website Left Bank des Gorshenin-Instituts [in ukrainischer Sprache] meldete, dass:

Spezialkräfte haben mit einer Säuberungsaktion in der Stadt Bucha in der Region Kiew begonnen, die von den Streitkräften der Ukraine befreit worden ist. Die Stadt wird von Saboteuren und Komplizen der russischen Streitkräfte gesäubert“. ( 31 )

Da das russische Militär die Stadt inzwischen vollständig verlassen hat, klingt das alles sehr nach Repressalien. Die staatlichen Behörden würden die Stadt auf der Suche nach ‚Saboteuren‘ und ‚Komplizen der russischen Streitkräfte‘ durchkämmen. Erst am Vortag [Freitag] erschien Ekaterina Ukraintsiva, die Vertreterin der Stadtverwaltung, in einem Informationsvideo auf der Telegrammseite Bucha Live in Militärkleidung und vor einer ukrainischen Flagge sitzend, um „die Säuberung der Stadt“ anzukündigen. Sie teilte den Einwohnern mit, dass die Ankunft des Asow-Bataillons nicht bedeute, dass die Befreiung abgeschlossen sei (doch das war sie, die Russen hatten sich vollständig zurückgezogen), und dass eine ‚vollständige Säuberung‘ durchgeführt werden müsse.“

Ukraintsiva äußerte sich einen Tag, nachdem der Bürgermeister erklärt hatte, die Stadt sei befreit.

Am Sonntagmorgen erfuhr die Welt von dem Massaker an Hunderten von Menschen. US-Außenminister Antony Blinken sagte: „Wir verurteilen auf das Schärfste die offensichtlichen Gräueltaten der Kreml-Kräfte in Bucha und in der gesamten Ukraine. Wir bemühen uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, Informationen zu dokumentieren und auszutauschen, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“. US-Präsident Joe Biden forderte am Montag einen Prozess wegen „Kriegsverbrechen“. „Dieser Mann ist brutal, und was in Bucha geschieht, ist ungeheuerlich, und jeder hat es gesehen. Ich denke, es ist ein Kriegsverbrechen.“

Der Vorfall in Bucha ist ein kritischer Moment in diesem Krieg. Es ist eine unparteiische Untersuchung erforderlich, die wahrscheinlich nur die UNO durchführen kann. Das Asow-Bataillon könnte Rachemorde an russischen Kollaborateuren verübt haben, oder die Russen haben dieses Massaker verübt. (Einmal mehr dämpft das Pentagon die Kriegshysterie, indem es sagt, es könne weder bestätigen noch dementieren, dass Russland verantwortlich sei.)

Es ist gefährlich, vorschnell zu urteilen und in unverantwortlicher Weise von einem direkten Kampf der USA gegen Russland zu sprechen. Aber es ist ein Ansturm auf das Urteil, den wir hier bekommen.

[Aktualisierung: Satellitenbilder, die nach Erscheinen dieses Artikels von der New York Times veröffentlicht wurden und angeblich Mitte März auf einer Straße verstreute Leichen zeigen, sollten von einer unparteiischen Untersuchung berücksichtigt werden. Sie können zum jetzigen Zeitpunkt nicht als schlüssige Beweise angesehen werden].

Joe Lauria ist Chefredakteur von Consortium News und ehemaliger UN-Korrespondent für das Wall Street Journal, den Boston Globe und zahlreiche andere Zeitungen, darunter The Montreal Gazette und The Star of Johannesburg. Er war ein investigativer Reporter für die Sunday Times of London, ein Finanzreporter für Bloomberg News und begann seine berufliche Tätigkeit als 19-jähriger Stringer für die New York Times. Man kann ihn unter joelauria@consortiumnews.com erreichen und ihm auf Twitter folgen @unjoe

Lauria, Joe. „Questions Abound About Bucha Massacre, The West has made a snap judgment about who is responsible for the massacre at the Ukrainian town of Bucha with calls for more stringent sanctions on Russia, but the question of guilt is far from decided, writes Joe Lauria; de Viele Fragen zum Massaker von Bucha. Der Westen hat ein Schnellurteil darüber gefällt, wer für das Massaker in der ukrainischen Stadt Bucha verantwortlich ist, und fordert strengere Sanktionen gegen Russland, aber die Schuldfrage ist noch lange nicht entschieden, schreibt Joe Lauria.“ Consortium News (blog), 4. April 2022. https://consortiumnews.com/2022/04/04/questions-abound-about-bucha-massacre/ .

eigene Übersetzung mit Unterstützung von Deeple



Dok 2 – Scott Ritter zu den Vorgängen in Bucha: Kiew muss forensische Daten vorlegen, um seine Anschuldigungen zu untermauern (TASS)

WASHINGTON, 4. April. /Die ukrainischen Behörden müssen überprüfbare medizinisch-forensische Daten vorlegen, um ihre Anschuldigungen gegen Russland in Bezug auf die Entwicklungen in der Stadt Bucha zu untermauern, schrieb der ehemalige UN-Waffeninspektor Scott Ritter auf Twitter.

„Jeder, der auf der Grundlage von unbestätigten Videos, die von einer Seite stammen, die für wilde propagandistische Behauptungen bekannt ist, vorschnelle Urteile fällt, ohne irgendeine Überprüfung abzuwarten, sollte aufhören, sich als Journalist zu bezeichnen“, betonte er mit Blick auf US-Medienberichte über Zivilisten, die angeblich von russischen Truppen getötet wurden.

„Eine gründliche gerichtsmedizinische Untersuchung würde drei wichtige Fragen beantworten: den Todeszeitpunkt, die Todesursache und ob die Leichen bewegt worden sind. Mal sehen, ob die Ukrainer nachprüfbare medizinisch-forensische Daten vorlegen, um ihre Anschuldigungen zu untermauern“, so Ritter weiter.

„Der Zeitpunkt des Todes. Die Todesursache. Der Ort des Todes. Beantworten Sie diese drei Fragen für jede Leiche. Dann fangen Sie an, mit dem Finger zu zeigen. Bis dahin verbreiten Sie buchstäblich Desinformationen“, so der ehemalige UN-Waffeninspekteur.

In einer Zeit, in der die öffentliche Meinung im Westen durch eine intensive Informationskampagne geprägt wird, die ausschließlich darauf abzielt, Russland in ein negatives Licht zu rücken, sollte man meinen, dass objektive Beobachter die forensischen Ergebnisse abwarten, bevor sie 'schuldig‘ schreien“, so Ritter.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte am Sonntag, die russischen Streitkräfte hätten Bucha in der Region Kiew am 30. März verlassen, während „die Beweise für die Verbrechen“ erst vier Tage später aufgetaucht seien, nachdem ukrainische Sicherheitsbeamte in der Stadt eingetroffen seien. Das Ministerium betonte, dass der Bürgermeister der Stadt, Anatoli Fedoruk, am 31. März in einer Videoansprache bestätigt habe, dass sich keine russischen Truppen in Bucha befänden. Er habe jedoch kein Wort über die Zivilisten verloren, die mit auf dem Rücken gefesselten Händen auf der Straße erschossen worden seien.

CO-OP NEWS Anti-War Cafe Berlin. „Scott Ritter zu den Vorgängen in Bucha: Kiew muss forensische Daten vorlegen, um seine Anschuldigungen zu untermauern (TASS)“, 4. April 2022. https://cooptv.wordpress.com/2022/04/04/scott-ritter-zu-den-vorgangen-in-butscha-kiew-muss-forensische-daten-vorlegen-um-seine-anschuldigungen-zu-untermauern-tass/ .


Dok 3 – Die Wahrheit über Bucha ist da draußen, aber vielleicht zu unbequem, um entdeckt zu werden

Es sollte ein Leichtes sein, herauszufinden, was wirklich mit den massakrierten Zivilisten in der ukrainischen Stadt geschah

7. April 2022

Scott Ritter

Scott Ritter ist ein ehemaliger Geheimdienstoffizier des US Marine Corps und Autor von „SCORPION KING: America‘s Suicidal Embrace of Nuclear Weapons from FDR (Franklin D. Roosevelt; Red.) to Trump“. Er diente in der Sowjetunion als Inspekteur zur Umsetzung des INF-Vertrags, im Stab von General Schwarzkopf während des Golfkriegs und von 1991-1998 als UN-Waffeninspekteur. @RealScottRitter

„Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer.“ Dieses Zitat wird Aischylos zugeschrieben , einem griechischen Tragödiendichter aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., der für seinen „ausgiebigen Gebrauch von Bildern, mythischen Anspielungen, großer Sprache, Wortspielen und Rätseln“ bekannt ist. Es ist daher nur passend, dass der Mann, der das Konzept der modernen Kriegspropaganda zum ersten Mal formulierte, sein Zitat in der heutigen Ukraine zum Leben erweckt sieht. Die Regierung in Kiew und ihre westlichen Berater für die Informationskriegsführung haben sich möglicherweise alle dramaturgischen Mittel des Aischylos zunutze gemacht, um in der ukrainischen Stadt Bucha eine moderne Tragödie zu inszenieren, die das Konzept der Lüge nicht nur als Nebenprodukt, sondern auch als Kriegswaffe veranschaulicht.

Die Hauptquelle für die Berichte über die Tragödie von Bucha ist ein von der ukrainischen Nationalpolizei aufgenommenes Videoband, auf dem zu sehen ist, wie einer ihrer Konvois durch eine Straße der Stadt fährt. Etwa ein Dutzend Leichen liegen auf der Fahrbahn, viele von ihnen scheinen gefesselt worden zu sein. Dieses Video hat sich viral verbreitet und eine Pandemie von Angst und Wut ausgelöst, die einen großen Teil der Welt erfasst hat und die Aufmerksamkeit der Staatsoberhäupter und des Oberhaupts der katholischen Kirche auf sich gezogen hat, was zu einer Flut von Verurteilungen und Empörung gegenüber Russland und seinem Präsidenten Wladimir Putin geführt hat. Die Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen dem Video und der weltweiten Reaktion ist klar: Erstere könnte ohne Letztere nicht existieren.

Eine der ersten Lektionen in Sachen Objektivität besteht darin, die Dinge zu verlangsamen, um sicherzustellen, dass die Fakten nicht durch Emotionen verdunkelt werden. Das Videoband von Bucha ist beunruhigend. Es scheint, dass das Video in seiner jetzigen Form mit der ausdrücklichen Absicht veröffentlicht wurde, beim Betrachter einen viszeralen „Schock und Ehrfurcht“-Moment zu erzeugen. Wenn dies tatsächlich der Fall war, dann haben diejenigen, die es veröffentlicht haben – die ukrainische Nationalpolizei -, ihre kühnsten Vorstellungen übertroffen. Oder die ihrer Berater, je nachdem, was der Fall ist.

Die Verbindung zwischen den Toten und dem russischen Militär wurde sofort hergestellt, ohne dass es dafür irgendwelche faktenbasierten Daten gab, und fand anschließend in allen Medien – sowohl in den Mainstream-Medien als auch in den sozialen Medien – ein Echo. Jeder, der es wagte, das etablierte „Russland war‘s“-Narrativ in Frage zu stellen, wurde niedergeschrien und als „russischer Handlanger“ oder Schlimmeres abgetan.

Dass diese Schlussfolgerungen das Nebenprodukt einer Massenhysterie sind, ist nebensächlich – warum sollte man versuchen, objektiv zu sein, wenn das Narrativ jedem Stereotyp entspricht, das zuvor von denselben Leuten, die heute die Bucha-Geschichte nachplappern, sorgfältig zusammengestellt wurde. Die soziale „Vorkonditionierung“ eines Publikums, das an kritisches Denken nicht gewöhnt ist, ist ein wesentlicher Schritt, um dieses Publikum dazu zu bringen, alles, was ihm vorgesetzt wird, für bare Münze zu nehmen, unabhängig davon, wie ungeheuerlich die Fakten der Geschichte die Glaubwürdigkeit strapazieren. Und um es klar zu sagen: Die ukrainische Darstellung der Ereignisse in Bucha scheint die Glaubwürdigkeit zu strapazieren.

Die Chronologie der Erzählung ist ein erster Hinweis darauf, dass die von der Ukraine verbreitete und im Westen aufgegriffene Geschichte nicht das ist, was sie zu sein scheint. Es ist erwiesen, dass die russischen Truppen Bucha am 30. März geräumt haben. Die ukrainische Nationalpolizei begann am 31. März mit dem Einmarsch in Bucha, und noch am selben Tag gab der Bürgermeister von Bucha bekannt, dass die Stadt vollständig unter der Kontrolle der ukrainischen Behörden stehe. Weder der Bürgermeister noch ein anderer ukrainischer Beamter deutete zu irgendeinem Zeitpunkt auf Massentötungen durch Russland hin. Das fragliche Videoband wurde von den ukrainischen Behörden am 2. April freigegeben; es ist nicht sicher, ob das Video schon früher oder an diesem Tag aufgenommen wurde. Fest steht, dass sich die auf dem Video gezeigten Bilder deutlich von der ursprünglichen Darstellung des Bürgermeisters unterscheiden.

Russland hat die Anschuldigungen vehement zurückgewiesen und eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt , um die vom russischen Außenministerium als „kriminelle Provokationen ukrainischer Soldaten und Radikaler“ bezeichneten Vorfälle in Bucha zu erörtern. Den Vorsitz im Sicherheitsrat hat Großbritannien inne, und die britische Vertretung bei den Vereinten Nationen hat den russischen Antrag mit der Begründung abgelehnt, dass eine für Dienstag, den 4. April, angesetzte Diskussion über die Ukraine als Forum für jegliche Diskussion über Bucha dienen würde.

Man sollte meinen, dass der Sicherheitsrat, der sich in der Vergangenheit bereit gezeigt hat, kurzfristig zusammenzukommen, um die Ereignisse in der Ukraine zu erörtern, versuchen würde, dem Antrag Russlands in einer Angelegenheit von solcher Bedeutung nachzukommen. Das Ziel der Briten scheint jedoch nicht die rasche Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit zu sein, sondern vielmehr Zeit zu gewinnen, damit sich die politischen Auswirkungen des angeblichen Massakers in Bucha weiter entwickeln können.

Ein Beispiel für diese Taktik ist die Reaktion von US-Präsident Joe Biden. „Sie haben gesehen, was in Bucha passiert ist“, erklärte er gegenüber Reportern und fügte hinzu, dass der russische Präsident Wladimir Putin „ein Kriegsverbrecher“ sei. Biden nutzte die Bucha-Krise, um sich für die Lieferung weiterer Waffen an die Ukraine einzusetzen. „Wir müssen die Ukraine weiterhin mit den Waffen versorgen, die sie braucht, um den Kampf fortzusetzen“, sagte er. „Und wir müssen alle Details zusammentragen, damit es zu einem tatsächlichen Kriegsverbrecherprozess kommen kann.“

All dies sagt der Präsident eines Landes, das sich weigert, den Internationalen Strafgerichtshof anzuerkennen. Aus Gründen, die für jeden, der bereit ist, kritisch zu denken, offensichtlich sein sollten.

Zum Glück für Präsident Biden und die ukrainische Regierung gab der britische Chefankläger des Gerichtshofs, Karim Khan, Anfang März 2022 bekannt , dass er eine Untersuchung der mutmaßlichen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Ukraine eingeleitet hat. Angesichts des hohen Bekanntheitsgrads der Bucha-Vorwürfe kann man sich vorstellen, dass Khan ein Forensikteam entsandt hat, um den Tatort zu kontrollieren und die Autopsien der Opfer zu überwachen, um den Todeszeitpunkt und die Todesart festzustellen und zu ermitteln, ob die Opfer an dem Ort gestorben sind, an dem sie angeblich gefunden wurden, oder ob ihre Leichen von einem anderen Ort dorthin gebracht wurden.

Khan wäre auch befugt, Gespräche mit der ukrainischen Nationalpolizei zu führen, die in der Vergangenheit enge Beziehungen zu Mitgliedern der ukrainischen extremen Rechten, einschließlich des berüchtigten Asow-Bataillons, unterhalten hat. Von besonderem Interesse wäre eine Untersuchung der Befehle, die der Polizei in Bezug auf die Behandlung derjenigen ukrainischen Zivilisten erteilt wurden, von denen angenommen wird, dass sie während der Besetzung von Bucha mit dem russischen Militär kollaboriert haben.

Die Ergebnisse einer solchen Untersuchung würden höchstwahrscheinlich im Widerspruch zu der Darstellung stehen, die von der ukrainischen Regierung verfolgt und im Westen von willfährigen Medien und Politikern aufgegriffen wird. Dies ist der Hauptgrund, warum Khan derzeit nicht vor Ort in Bucha ist. Es ist davon auszugehen, dass die ukrainische Nationalpolizei das Beweismaterial über die Morde in Bucha so manipuliert haben wird, dass es praktisch unmöglich sein wird, die Anschuldigungen zu widerlegen, wenn Khan endlich Zugang dazu erhält.

Die Wahrheit über das, was in Bucha geschehen ist, liegt da draußen und wartet darauf, entdeckt zu werden. Leider scheint diese Wahrheit für diejenigen, die in der Lage sind, ihr durch eine forensische Untersuchung vor Ort energisch nachzugehen, unbequem zu sein. Sollte sich am Ende herausstellen, dass die ukrainische Nationalpolizei ukrainische Zivilisten ermordet hat, weil sie angeblich mit den Russen während ihrer kurzen Besetzung von Bucha kollaboriert haben, und sollten die Kräfte des internationalen Rechts gegen die wahren Täter dieses Verbrechens eingesetzt werden, dann müsste jede echte Strafverfolgung sowohl die US-amerikanische als auch die britische Regierung als wissentliche Mitverschwörer eines Verbrechens mit einbeziehen.

Ritter, Scott. „The truth about Bucha is out there, but perhaps too inconvenient to be discovered. It should be easy to find out what really happened to the massacred civilians in the Ukrainian town; de Die Wahrheit über Bucha ist da draußen, aber vielleicht zu unbequem, um entdeckt zu werden.  Es sollte ein Leichtes sein, herauszufinden, was wirklich mit den massakrierten Zivilisten in der ukrainischen Stadt geschah“. RT Russia & Former Soviet Union, 7. April 2022. https://rt.netblogpro.com/russia/553293-bucha-war-crimes-truth/ .

Eigene Übersetzung mit Unterstützung von Deeple

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1 Fasbender, Thomas. „Selbst bei grausamen Entdeckungen wie den Leichen in Butscha gilt, auch wenn es schwerfällt, die Unschuldsvermutung. Westeuropäer wären gut beraten, eine gewisse Distanz zu wahren“. Die Weltwoche, 4. April 2022. https://weltwoche.ch/daily/selbst-bei-grausamen-entdeckungen-wie-den-leichen-in-butscha-gilt-auch-wenn-es-schwerfaellt-die-unschuldsvermutung-westeuropaeer-waeren-gut-beraten-eine-gewisse-distanz-zu-wahren/ .

2 Feininger, Peter. „Ukrainekonflikt 3: Die Lügen der Medien über die Absichten Russlands im Ukrainekrieg fliegen langsam auf. ‚… sind die heutigen Mainstream-Medien perverserweise stolz darauf, verantwortungsvolle, alternative Ansichten auszuschließen‘. Erstaunlich – gerade Militärs versuchen hier zu korrigieren und zu deeskalieren“. Forum solidarisches und friedliches Augsburg, 5. April 2022. https://www.forumaugsburg.de/s_3themen/Osteuropa/220405_militaers-gegen-die-luegen-der-medien-im-ukrainekrieg-ukrainekonflikt-3/index.htm .

3 Forensik ist ein Sammelbegriff für wissenschaftliche und technische Arbeitsgebiete, in denen kriminelle Handlungen systematisch untersucht werden. Der Begriff stammt vom lateinischen forensis „zum Forum, Markt[platz] gehörig“. Gerichtsverfahren, Untersuchungen, Urteilsverkündungen sowie der Strafvollzug im antiken Rom wurden öffentlich und meist auf dem Marktplatz (Forum) durchgeführt. https://de.wikipedia.org/wiki/Forensik

4 „viral - Google Suche“. Zugegriffen 9. April 2022. https://www.google.com/search?q=viral&rlz=1C1PRFI_enDE814DE832&oq=viral&aqs=
chrome..69i57j0i433i512j0i512l2j0i433i512j0i512l5.3096j0j15&sourceid=chrome&ie=UTF-8
.

5 Viral gehen – Verbreitung wie ein Virus

… Ein Videoclip, der viral geht, verbreitet sich im Internet explosionsartig und eigentlich ohne größere Einwirkung des Video-Urhebers bzw. -erstellers. Der Inhalt des viralen Videos ist zum Beispiel sehr unterhaltsam, spektakulär, geheimnisvoll und brin­gt die Menschen zum Lachen.

Es hebt sich durch Überraschungseffekte, Spannung oder Schadenfreude aus der Masse der Netz-Videos ab. Es gibt auch Filme, die eine wichtige Botschaft haben und uns sehr berühren. So sprechen immer mehr Menschen darüber, schreiben Kommentare und reichen sie weiter.

Inzwischen ist es so, dass die Videos auch von großen Medien wie Fernsehsendern, Online-Zeitungen und anderen Internet-Portalen aufgegriffen werden. So verbreiten sie sich noch mehr.

Die extrem schnelle Verbreitung von bestimmten Videos, Bildern oder Artikeln lässt sich auch auf sehr aktive Influencer zurückführen. Haben diese in sozialen Netzwerken, im eigenen Blog und auf Videoplattformen viele Follower, dann erreichen sie auch viele Menschen mit nur einem Post.

Werbefirmen und Unternehmen erhoffen sich über Influencer oftmals große Bekanntheit Ihrer Produkte bzw. steigende Verkaufszahlen.

Liebmann, Katja. „Viral gehen: Die Bedeutung der Redewendung einfach erklärt“. CHIP Online, 28. September 2020. https://praxistipps.chip.de/viral-gehen-die-bedeutung-der-redewendung-einfach-erklaert_124978 .

6 Viszeral

Bedeutung

Medizin  die Eingeweide, die inneren Organe betreffend; im Bereich der Eingweide, der inneren Organe …

übertragen  aus dem Bauch heraus, die Intuition ansprechend, auf das Gefühl zielend, emotional

Beispiele:

Auf dem Tisch im Wohnzimmer liegen mehrere aufgeschlagene Bücher, vor Kurzem hat sie ihre alten Kinderbücher geschickt bekommen. Es sei faszinierend zu sehen, was für ergreifende viszerale Eindrücke das Lesen in einem Kinderkopf hinterlasse. [Die Welt, 21.09.2019]

Im einen bewegt sich seine [des Sängers David Bowie] Kunst; deswegen vermögen [die Lieder] »Low« oder »Heroes« immer wieder diese viszeralen, dann den Kopf erreichenden Empfindungen auszulösen, vermochte der Berlin-Raum im Victoria and Albert[-Museum] die Tränen hervorzutreiben. [Neue Zürcher Zeitung, 12.01.2016]

Ich habe mich geweigert, die HJ-Tracht (= die Uniform der Hitler-Jugend) zu tragen, aber nicht aus politischen Gründen, sondern weil ich mir nicht gern befehlen lasse. Das war kein politischer Akt, sondern eine viszerale Entscheidung. […] Das kam aus den Eingeweiden. [Die Zeit, 20.01.1995]

Meiner Ansicht nach ist das therapeutische Unterfangen ein sehr körperlicher Prozeß. Häufig werden die wichtigsten Dinge zuerst körperlich erlebt; ich stelle mir dies als einen viszeralen Prozeß vor, der im emotionalen Erleben wurzelt und in dem Denken und intellektuelle Aktivität nur eine sekundäre Rolle spielen. [Süddeutsche Zeitung, 20.10.1999]

Unter den inzwischen etwa dreißig Sarajevo-Filmen ist Lévys am Donnerstag in Berlin vorgestellter Film »Bosna!« wohl der viszeralste, düsterste, blutigste. [die tageszeitung, 11.07.1994]

DWDS – Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. „viszeral – Schreibung, Definition, Bedeutung, Synonyme, Beispiele“. Zugegriffen 9. April 2022. https://www.dwds.de/wb/viszeral .

7 Schwarz, Elisa. „Frau Hoffmann erinnert sich. Sie ist 91 und hat schon einmal einen Krieg miterlebt. Wenn sie jetzt im Fernsehen die Bilder aus der Ukraine sieht, sind da wieder Angst und Kälte und die Frage, warum die Menschen nichts dazulernen“. Süddeutsche Zeitung, 9. April 2022.

8 Paganini, Claudia, und Lars Langenau. „‚Das Opfer wird ins Rampenlicht gezerrt‘ Sollen Medien Bilder aus Butscha zeigen? Die Ethikerin Claudia Paganini erklärt das Spannungsfeld aus Pietät, Aktivismus und Aufmerksamkeitssteigerung“. Süddeutsche Zeitung, 7. April 2022.

9 Neudecker, Michael. „Die neue Offenheit der Spione. Im Ukraine-Krieg teilen britische Geheimdienste plötzlich offensiv Informationen mit der Öffentlichkeit. Warum tun sie das?“ Süddeutsche Zeitung, 8. April 2022.

10 Becker, Jörg. Medien im Krieg - Krieg in den Medien. 404 S., 1. Aufl. 2016. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden, 2016.

11 Digitale Bildforensik ist eine Teildisziplin der digitalen Multimediaforensik und widmet sich der Untersuchung der Authentizität digitaler Bilder unter anderem zur Gewinnung von Indizien in der Kriminalistik (vgl. Forensik). https://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Bildforensik

12 Hanfeld, Michael. „Meint Ihr, wir denken uns die Kriegsverbrechen aus? Die Kreml-Propaganda leugnet die Gräueltaten der russischen Armee, doch die Beweislage verdichtet sich“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. April 2022.

13 Anastasia Magasowa. „Zwischen Minen und Toten. Die Bilder von Leichen in Butscha gehen seit dem Wochenende um die Welt. Unsere Autorin war dort und hat mit den überlebenden Menschen gesprochen“. taz, 5. April 2022.

14 tagesschau.de. „Georg Restle, WDR zzt. Kiew, zu den Gräueltaten in Butscha“, 3. April 2022. https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-1012137.html .

15 Siehe z. B. Singer, Tobias. „Berichterstattung aus Butcha: Das sagt Georg Restle zu der Kritik von Kollegen für seine Aussage in der ‚Tagesschau‘“. MEEDIA (blog), 4. April 2022. https://meedia.de/2022/04/04/georg-restle-in-der-kritik-von-kollegen-fuer-aussage-in-der-tagesschau/.

16 Michael Hanfeld. „Mutmaßlich“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. April 2022.

17 Deutsch, Anthony. „ICC Prosecutor Calls for International Support in Ukraine War-Crimes Probe“. Reuters, 24. März 2022, Abschn. Europe. https://www.reuters.com/world/europe/icc-prosecutor-calls-international-support-ukraine-war-crimes-probe-2022-03-24/ .

18 Rath, Christian. „Mutmaßliche russische Kriegsverbrechen: Wie jetzt ermittelt wird“. Die Tageszeitung: taz, 4. April 2022, Abschn. Politik. https://taz.de/!5845946/ .

19 Vitzthum, Thomas. „Wie beweist man Kriegsverbrechen? Unabhängige Ermittlungen in Butscha sollen Klarheit bringen, wer die Gräueltaten dort begangen hat. Völkerrechtler und NGOs erklären, wie vorgegangen wird“. DIE WELT, 6. April 2022.

20 Stein, Hannes. „Kritik an Menschenrechtsorganisation“. DIE WELT, 20. August 2009. https://www.welt.de/welt_print/politik/article4358559/Kritik-an-Menschenrechtsorganisation.html .

21 Human Rights Watch https://en.wikipedia.org/wiki/Human_Rights_Watch

22 Human Rights Watch https://de.wikipedia.org/wiki/Human_Rights_Watch

23 Taufer, Beate. „Nobelpreisträger werfen Human Rights Watch Nähe zur US-Regierung vor“. Text. amerika21, 30. Mai 2014. https://amerika21.de/2014/05/101876/brief-human-rights-watch .

24 Vitzthum, Thomas. „Wie beweist man Kriegsverbrechen?, a. a. O.

25 Rackwitz, Klaus. „Gräueltaten in Butscha - ‚Mord an Zivilisten ist ein Kriegsverbrechen‘. Klaus Rackwitz im Gespräch mit Nicole Dittmer“. Deutschlandfunk Kultur, 5. April 2022. https://www.deutschlandfunkkultur.de/kriegsverbrechen-butscha-genozid-rackwitz-100.html .

26 Vereinte Nationen - Regionales Informationszentrum für Westeuropa. „Die UN-Generalversammlung stimmt für den Ausschluss Russlands aus dem Menschenrechtsrat“, 8. April 2022. https://unric.org/de/080422-russland/ .

27 „Resolution der Generalversammlung, verabschiedet am 7. April 2022: ES-11/3. Aussetzung der Mitgliedschaftsrechte der Russischen Föderation im Menschenrechtsrat, Elfte Notstandssondertagung, Tagesordnungspunkt 5, Schreiben des Ständigen Vertreters der Ukraine bei den Vereinten Nationen vom 28. Februar 2014 an die Präsidentschaft des Sicherheitsrats (S/2014/136), Vereinte Nationen A/RES/ES-11/3 Generalversammlung“, 8. April 2022. https://www.un.org/depts/german/gv-notsondert/ar-es-11-3.pdf .

28 „Suspension of the rights of membership of the Russian Federation in the Human Rights Council: Voting Data; de Aussetzung der Rechte der Mitgliedschaft der Russischen Föderation im Menschenrechtsrat: Abstimmungsdaten“. United Nations Digital Library, 7. April 2022. https://digitallibrary.un.org/record/3967778 .

29 Team upday. „Kurs-Wechsel bei der Nato: Bündnis will Ukraine schwere Waffen liefern“. upday News DE (blog), 7. April 2022. https://news.upday.com/de/kurs-wechsel-bei-der-nato-buendnis-will-ukraine-scharfe-waffen-liefern/ .

30 CBS Columbia Broadcasting System, Fernseh-Network

31 National Police. „Special Forces Regiment SAFARI Begins Clearing Operation in Bucha from Saboteurs and Accomplices of Russia; de Das Spezialeinheitenregiment SAFARI beginnt mit der Säuberung der Stadt Bucha von Saboteuren und Komplizen Russlands - Nationale Polizei. Die EOD-Experten inspizieren die Orte der russischen Kriegsverbrechen und entfernen den Sprengstoff und die Munition, die nicht explodiert sind.“ LB.ua Left Bank, 2. April 2022. https://en.lb.ua/news/2022/04/02/12441_special_forces_regiment_safari.html .


   
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