Ukrainekonflikt 3

Die Lügen der Medien über die Absichten Russlands im Ukrainekrieg fliegen langsam auf

„… sind die heutigen Mainstream-Medien perverserweise stolz darauf, verantwortungsvolle, alternative Ansichten auszuschließen“. Erstaunlich – gerade Militärs versuchen hier zu korrigieren und zu deeskalieren

5.4.2022

zur Druckversion  

Die beispiellose Hetze westlicher, insbesondere auch deutscher Medien gegen Russland im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine läuft nun schon lange, zu lange. Ein neuer Kalter Krieg zieht auf und die Gefahr der Verbreitung einer russophoben Stimmung wie vor dem Ersten oder Zweiten Weltkrieg droht bis hin zur Kriegsbereitschaft. Es ist wirklich beängstigend, wie sich nennenswerte Teile der Bevölkerung auf einem Niveau politischer Ignoranz bewegen und sich aufhetzen lassen, wie man es bis vor kurzem nicht für möglich gehalten hätte. Inzwischen kann man aber – so man will – auch andere Stimmen hören, auch in westlichen Medien. Erstaunlich ist, dass diese mäßigenden Stimmen und Aufklärung über die tatsächliche militärische Lage in der Ukraine und die tatsächlichen militärischen Ziele Russlands von Militärs erfolgen – sogar aus dem Pentagon!

So schreiben die Nachdenkseiten am 25. März: „Derweil berichten westliche Konzernmedien, die sich nahezu ausschließlich auf ukrainische Quellen stützen, dass Russland dabei sei, den Krieg zu verlieren – seine Militäroffensive sei ‚zum Stillstand gekommen‘, Russland habe es deshalb aus Frust auf Zivilisten abgesehen und mache Städte dem Erdboden gleich. … Doch am Dienstag unternahm das Pentagon einen kühnen Schritt und leakte zwei Stories an Reporter, die diesen Märchen widersprechen. ‚Russlands Verhalten in dem brutalen Krieg erzählt eine andere Geschichte als die weithin akzeptierte Sicht, dass Wladimir Putin darauf abziele, die Ukraine zu zerstören und möglichst großen Schaden unter der Zivilbevölkerung anzurichten – und es zeigt den strategischen Balanceakt der russischen Führung‘, berichtete Newsweek … Der Text zitiert einen anonymen Analysten der Defense Intelligence Agency des Pentagon (DIA) … ‚Für mich sieht es danach aus, dass Putin nicht absichtlich Zivilisten angreift, sondern dass er vielleicht darauf bedacht ist, den Schaden in Grenzen zu halten, damit die Tür für Verhandlungen offenbleibt.‘“

In Folgeartikeln sollen auch Brigadegeneral a.D. Erich Vad, langjähriger Berater für Sicherheit und Verteidigungspolitik im Deutschen Bundestag, im Interview mit ntv.de zu Wort kommen. Außerdem soll Jacques Baud, Oberst der Schweizer Armee, der für den Schweizerischen Strategischen Nachrichtendienst, für die NATO und den UNHCR arbeitete, mit einer profunden Studie über die Ukraine vorgestellt werden. Von Oberstleutnant Ralph Bosshard von der Schweizer Armee, u. a. Senior Planning Officer in der Special Monitoring Mission to Ukraine, werden wir einen brandaktuellen militärischen Lagebericht bringen, der inzwischen bei den Nachdenkseiten gelöscht wurde.

 

Screenshot https://www.msn.com/en-us/news/world/putin-s-bombers-could-devastate-ukraine-but-he-s-holding-back-here-s-why/ar-AAVnuAJ?ocid=EMMX

 

Der schon erwähnte Artikel bei den Nachdenkseiten „Das Pentagon wirft Wahrheitsbomben ab, um den Krieg mit Russland abzuwenden“ ( 1 ) ist die Übersetzung eines Artikels von Joe Lauria bei Consortium News „Pentagon Drops Truth Bombs to Stave Off War With Russia“ vom 23. März. Joe Lauria ist Editor-in-Chief von Consortium News Independent Investigative Journalism and Political Review – Since 1995.

Consortium News wurde 1995 von dem US-amerikanischen Investigativjournalisten Robert Parry gegründet und war das erste investigative Online-Magazin überhaupt. Der 2018 verstorbene Robert Parry schrieb über die heimtückische Manipulation der Bürger durch die Regierungpropaganda und die Komplizenrolle der Mainstream-Medien sehr treffend ( 2 ):

„Obwohl wir mit der Finanzierung zu kämpfen hatten – wir überlebten mehr als zwei Jahrzehnte durch eine Kombination aus unserer eigenen Sparsamkeit und der Großzügigkeit unserer Leser – ist es uns gelungen, bahnbrechenden Journalismus zu vielen der wichtigsten Themen der Zeit zu produzieren, darunter nationale Sicherheit, Außenpolitik, Politik und Umwelt.

Wir haben uns auch mit den grundlegenden Problemen der modernen Demokratie befasst, insbesondere mit der heimtückischen Manipulation der Bürger durch die Regierungspropaganda und der Komplizenrolle, die die Mainstream-Medien spielen. Anstatt die Vielfalt der Analysen zu fördern, insbesondere bei Themen wie Krieg und Frieden, sind die heutigen Mainstream-Medien perverserweise stolz darauf, verantwortungsvolle, alternative Ansichten auszuschließen. …

Aber die großen westlichen Nachrichtenagenturen begannen, den Journalismus anders zu sehen. Es wurde zu ihrer seltsamen Pflicht, die offizielle Geschichte nicht mehr infrage zu stellen, selbst wenn sie große Löcher hatte und wenig Sinn ergab, selbst wenn die Beweise in eine andere Richtung gingen und ernsthafte Analysten das Gruppendenken infrage stellten.

Wenn ich auf die letzten zwei Jahrzehnte zurückblicke, wünschte ich, ich könnte sagen, dass sich der Medientrend, den wir Mitte der 1990er Jahre festgestellt haben, umgekehrt hat. Aber wenn überhaupt, dann hat er sich eher noch verschlimmert. Die großen westlichen Nachrichtensender vermischen jetzt die Schwierigkeiten, die sich aus erfundenen ‚Fake News‘ und unbegründeten ‚Verschwörungstheorien‘ ergeben, mit verantwortungsvollen abweichenden Analysen. Alle werden in einen Topf geworfen und der Verachtung und dem Spott preisgegeben. …

Jetzt, da das Schicksal der Welt durch die Wiederaufnahme der Spannungen des Kalten Krieges zwischen dem Westen und Russland noch unsicherer wird, erleben wir, wie die westlichen Medien eine selbstverschuldete Blindheit an den Tag legen, die auch die Bürger des Westens blind gemacht hat. Dieses Dilemma – diese Krise der Demokratie – macht die Rolle von Consortiumnews heute noch wichtiger, als sie es 1995 gewesen sein mag.“

In besagtem Artikel bei den Nachdenkseiten „Das Pentagon wirft Wahrheitsbomben ab, um den Krieg mit Russland abzuwenden“ weist die Redaktion im Vorspann auf eine wichtige Aussage des US-amerikanischen Offiziers William Scott Ritter Jr. hin, der in seiner Rolle als Inspektor der Vereinten Nationen für die UNSCOM-Mission im Irak bekannt wurde:

„Auch die These, dass Russland sich die Ukraine einverleiben will, hat prominente Kritiker, zum Beispiel den US-amerikanischen Militärexperten und ehemaligen UN-Waffeninspekteur im Irak, Scott Ritter. Er spricht von einer verhältnismäßig kleinen russischen Truppe – 200.000 russischen Soldaten – und einer allein zahlenmäßigen ukrainischen Übermacht von drei zu eins. Hätte Russland die Besetzung der Ukraine im Sinn, müsste das Kräfteverhältnis laut Ritter umgekehrt sein.“

Die Aussage von Scott Ritter ist einem fast 3-stündigen Video von The Grayzone entnommen ( 3 ), das auf YouTube verfügbar ist. Dort heißt es: „Max Blumenthal und Aaron Mate von The Grayzone sprechen live mit dem ehemaligen UN-Waffeninspektor und Militärexperten Scott Ritter über den Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Ritter liefert eine detaillierte Analyse des Schlachtfelds, die in krassem Gegensatz zu der rosaroten Perspektive der meisten westlichen Analysten steht, und bietet seine Sicht auf die politischen Torheiten, die den Konflikt angetrieben haben.“

Ferner heißt es bei den Nachdenkseiten in der Übersetzung des Artikels von Joe Lauria:

„‚ Zwei geleakte Stories aus dem Pentagon enthüllen die Lügen der Mainstreammedien darüber, wie Russland den Ukrainekrieg führt. Die durchgesickerten Stories haben das Ziel, der Propaganda entgegenzutreten, die bezweckt, die NATO in den Konflikt hineinzuziehen.

Das Pentagon führt einen entscheidenden Kampf mit dem Außenministerium und dem Kongress, um eine direkte militärische Konfrontation mit Russland zu verhindern …

Die US-Regierung plant, die russische Regierung mittels eines Wirtschaftskrieges in die Knie zu zwingen, nicht durch einen militärischen Krieg.

Doch der Kongress und die Presse üben unerbittlichen Druck auf das Weiße Haus aus, die NATO direkt in den Krieg eingreifen zu lassen – ohne Rücksicht auf Verluste. …

Ein pensionierter Officer der US-Airforce, der jetzt als Analyst für einen Auftragnehmer des Pentagon arbeitet, fügte hinzu: ‚Wir müssen verstehen, wie Russland tatsächlich handelt. Wenn wir uns nur einreden, dass Russland wahllos bombardiert oder nur deshalb nicht mehr Schaden anrichtet, weil seine Soldaten der Aufgabe nicht gewachsen sind oder weil Russland technisch nicht dazu in der Lage ist, verkennen wir den wahren Konflikt.‘“

Es ist fast nicht zu glauben, dass das Pentagon, also das US-Verteidigungsministerium, gegen die Linie des Kongresses und des US-Präsidenten operiert und sich für eine Deeskalation des Ukrainekonflikts einsetzt. Ebenso unglaublich ist, dass die deutschen Medien nach solchen Veröffentlichungen immer noch hemmungslos und verantwortungslos auf der Eskalationsschiene weiterfahren und pausenlos bis zum Erbrechen die „Märchen veröffentlich(t)en, die die PR-Maschine der Ukraine fabriziert(e)“:

„Diese Pentagon-Quellen bestätigen, was Putin und das russische Verteidigungsministerium schon von Anfang an sagen: dass Russlands Angriff nicht ins Stocken geraten ist, sondern methodisch und planvoll vorgeht, um Städte einzukreisen, humanitäre Korridore für Zivilisten zu öffnen und zivile Infrastruktur wie Wasser, Strom und das Internet am Laufen zu halten und zivile Opfer möglichst zu vermeiden sucht.

Bevor dies aus dem Pentagon durchsickerte, war es schwierig, bestätigt zu bekommen, dass Russland die Wahrheit sagte und dass die Konzernmedien Märchen veröffentlichten, die  die PR-Maschine  der Ukraine fabrizierte.“

Zur „PR-Maschine“ der Ukraine verweist Joe Lauria auf einen Artikel von Dan Cohen „Der Propagandakrieg der Ukraine. Dan Cohen enthüllt das Netzwerk ausländischer Strategen, Washingtoner Lobbyisten und mit den Geheimdiensten verbundener Medien, das hinter Kiews Öffentlichkeitsarbeit steht“ ( 4 ). Wie Dan Cohen erfahren haben will, handelt es sich um mehr als 150 PR-Firmen, die sich dem „Propaganda-Blitz“ der Regierung in Kiew angeschlossen haben:

„Seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine am 24. Februar hat das ukrainische Militär das Bild einer tapferen kleinen Armee kultiviert, die dem russischen Goliath die Stirn bietet. Um den Eindruck von der Stärke des ukrainischen Militärs zu verstärken, hat Kiew einen ständigen Strom ausgeklügelter Propaganda produziert, die darauf abzielt, die öffentliche und offizielle Unterstützung der westlichen Länder zu gewinnen.

Die Kampagne umfasst Sprachvorgaben, Schlüsselbotschaften und Hunderte von Propagandapostern, von denen einige faschistische Bilder enthalten und sogar Neonazi-Führer loben.

Hinter der ukrainischen Öffentlichkeitsarbeit steht ein Heer ausländischer Politstrategen, Lobbyisten aus Washington D.C. und ein Netzwerk von Medien, die mit den Geheimdiensten in Verbindung stehen. …

Der Schlüssel zu den Propagandabemühungen ist eine internationale Schar von PR-Firmen, die direkt mit dem ukrainischen Außenministerium zusammenarbeiten, um einen Informationskrieg zu führen.“

Der Artikel von Jo Lauria über die „Wahrheitsbomben des Pentagon“ bei Consortium News beruft sich auf eine Veröffentlichung von William M. Arkin vom 22. März bei Newsweek „Putin's Bombers Could Devastate Ukraine But He's Holding Back. Here's Why; de Putins Bomber könnten die Ukraine verwüsten, aber er hält sich zurück. Hier ist der Grund“ ( 5 ).

William M. Arkin ist seit fast 50 Jahren im Bereich der nationalen Sicherheit tätig, als Geheimdienstanalyst, Aktivist, Autor, Journalist, Wissenschaftler und Berater. Von 1974 bis1978 diente er im Geheimdienst der US-Armee, stationiert in Westberlin. Arkin schreibt derzeit für das Magazin Newsweek und ist Autor von drei Büchern, die 2021 erscheinen: The Generals Have No Clothes: The Untold Story of Our Endless Wars (Simon & Schuster, April 2021), History in One Act; A Novel of 9/11 (Featherproof Books, Juni 2021) und On That Day: The Definitive Timeline of 9/11 (PublicAffairs, August 2021). ( 6 )

Arkin schreibt in seinem Artikel vom 22. März (mit Deepole übersetzt):

„‚ Bis zum vergangenen Wochenende hat Russland in den 24 Tagen des Konflikts rund 1.400 Einsätze geflogen und fast 1.000 Raketen geliefert (im Gegensatz dazu flogen die Vereinigten Staaten am ersten Tag des Irakkriegs 2003 mehr Einsätze und lieferten mehr Waffen). Die überwiegende Mehrheit der Luftangriffe findet über dem Schlachtfeld statt, wobei die russischen Flugzeuge die Bodentruppen aus der Luft unterstützen. Der Rest – nach Angaben von US-Experten weniger als 20 Prozent – zielt auf Militärflugplätze, Kasernen und Versorgungsdepots.

Bei einem Teil dieser Angriffe wurden zivile Einrichtungen beschädigt und zerstört und unschuldige Zivilisten getötet und verletzt, aber das Ausmaß an Tod und Zerstörung ist im Vergleich zu Russlands Kapazitäten gering. …

Russland begann seine Invasion in der Ukraine am 24. Februar mit einem Luft- und Raketenangriff auf etwa 65 Flugplätze und Militäreinrichtungen. In der ersten Nacht wurden mindestens 11 Flugplätze angegriffen. Etwa 50 weitere Militäreinrichtungen und Luftverteidigungsanlagen wurden getroffen, darunter 18 Frühwarnradareinrichtungen.

Bei diesen ersten Salven wurden insgesamt etwa 240 Waffen eingesetzt, darunter 166 luft-, boden- und seegestützte Raketen. Obwohl eine große Anzahl von Bombern mit größerer Reichweite (von russischem Boden aus) eingesetzt wurde, handelte es sich bei den meisten Luftangriffen um Kurzstreckenraketen, und auch die meisten der abgeschossenen Raketen waren Kurzstreckenraketen der Typen Iskander (NATO SS-26 Stone) und Tochka (NATO SS-21 Scarab).

Die Breite des Angriffs – von Norden nach Süden, von Osten nach Westen – veranlasste viele Beobachter dazu, das Eröffnungsbombardement mit einem Muster zu vergleichen, das in den US-Kriegen in Afghanistan und im Irak zu beobachten war, wo große Salven, die sich auf Luftverteidigungsanlagen und Flugplätze konzentrierten, darauf abzielten, die Luftüberlegenheit zu erlangen, ein Schockschlag, der dann den Himmel für weitere Bombardierungen nach Belieben öffnen würde. Als es um die Ukraine ging, haben viele Beobachter nicht nur die russischen Ziele ‚gespiegelt‘, um sie mit den US-Praktiken in Einklang zu bringen, sondern auch voreilig (und unzutreffend) festgestellt, dass Russland einen solchen Konflikt kämpft.

Noch bevor die russischen Bodentruppen Kiew und andere Städte erreichten, so die These, hätten die Luft- und Raketentruppen die Ukraine – einschließlich ihrer Kommunikations- und sonstigen Infrastruktur, die für eine funktionierende Verteidigung erforderlich ist – so geschädigt, dass der Sieg am Boden gesichert sei.

Russland hat keines dieser Ziele erreicht. Obwohl die Umrisse der ersten Angriffsnacht auf eine Kampagne der Luftüberlegenheit und eine intensive und gezielte Zerstörung des ukrainischen Militärs hindeuteten, zeigen die fortgesetzten Angriffe nach einem Monat Krieg ein anderes Bild. Russland hat die ukrainische Luftwaffe noch immer nicht vollständig ausgeschaltet und auch die Luftüberlegenheit noch nicht hergestellt. Flugplätze abseits des Schlachtfelds sind größtenteils noch funktionsfähig, und einige (in Großstädten) wurden überhaupt nicht bombardiert. Das Kommunikationsnetz im Lande ist weiterhin intakt. Es gab keine systematischen russischen Angriffe auf Transportwege oder Brücken, die die ukrainische Bodenverteidigung oder den Nachschub behindert hätten. Zwar wurden Elektrizitätswerke getroffen, doch befinden sie sich alle in umkämpftem Gebiet oder in der Nähe von Militäreinrichtungen und -anlagen. Keines wurde absichtlich angegriffen.

Tatsächlich gab es keine methodische Bombardierungskampagne, um ein systematisches Ergebnis strategischer Natur zu erzielen. Die Luft- und Raketenangriffe, die zunächst den Anschein erweckten, dass sie eine Geschichte erzählen, dienten fast ausschließlich der direkten Unterstützung der Bodentruppen. …

 

Screenshot https://williamaarkin.wordpress.com/about/

Russland hat keine stationären Luftabwehrstellungen zum Schutz von Städten bombardiert. US-Analysten sagen, dass Putins Generäle besonders zögerlich waren, städtische Ziele in Kiew anzugreifen. …

Im Laufe von fast vier Wochen wurden nur wenige Raketen auf Kiew abgefeuert. Ukrainische Medien berichteten von nur etwas mehr als einem Dutzend Zwischenfällen mit russischen Marschflugkörpern und ballistischen Raketen, die seit dem 24. Februar über der Stadt und ihren nächsten Vororten abgefangen wurden. Und alle waren nach Ansicht von US-Experten eindeutig auf legitime militärische Ziele gerichtet. …

Die Angriffe auf Großstädte (Kiew, Charkiw und Odessa) waren nicht nur begrenzt, sondern der pensionierte US-Luftwaffenoffizier weist auch darauf hin, dass selbst die Angriffe auf militärische Ziele in der Westukraine, weit weg vom Schlachtfeld, von russischen Langstreckenbombern vom Typ Tu-95 ‚Bear‘ geflogen wurden, die Marschflugkörper und Hyperschallraketen abfeuerten.

Und das hat eine strategische Logik, zumindest aus Sicht Russlands.

‚ Sie haben Signale gesetzt‘, sagt der pensionierte Offizier. ‚Westliche Flugplätze [in Lutsk, L‘viv und Ivano-Frankivsk] wurden angegriffen, weil sie die wahrscheinlichsten Sprungbretter für gespendete Kampfflugzeuge waren, die aus Polen und osteuropäischen Ländern kamen. Als diese Ziele vorbereitet wurden‘, fügt er hinzu, ‚war auch von einer westlichen Flugverbotszone die Rede, für die diese [westlichen] Flugplätze wichtig gewesen sein könnten.

‚ Und der so genannte Peacekeeper-Trainingsplatz [in Jarowiw] wurde angegriffen, weil dort die ‚internationale Legion‘ trainieren sollte‘, sagt der Offizier. ‚Moskau hat das sogar angekündigt.‘

Russland, so fügt der DIA-Analyst hinzu, habe auch darauf geachtet, keine Eskalation auf weißrussischem oder russischem Territorium zu verursachen oder die NATO zu provozieren. …

Jeder Krieg ist einzigartig und schrecklich, und die Ukraine ist nicht anders. Aber die Entscheidung Russlands, seine Zerstörungskraft zu zügeln, ist ein wichtiges kontraintuitives Element. Wladimir Putin kann nicht einfach gewinnen; er kann keine Verluste hinnehmen oder sich zurückziehen; und er kann nicht eskalieren. Er muss Zerstörung und Druck auf einem sehr vorsichtigen, gerade noch ausreichenden Niveau halten, um einen gewissen Vorteil zu behalten.

‚ Ich weiß, dass es ein schwacher Trost ist, dass es noch viel schlimmer sein könnte‘, sagt der DIA-Analyst, ‚aber zu verstehen, wie das der Fall ist, sollte wirklich die Sichtweise der Menschen ändern, sogar innerhalb der US-Regierung, wie man das beenden kann.‘“

Und dies veröffentlicht immerhin das Magazin Newsweek mit Hauptsitz in New York mit einer Millionenauflage, die vielleicht zehnmal so hoch ist, wie die der FAZ und 40mal so hoch wie die der Welt und mit einer weltweiten online-Verbreitung.

Peter Feininger, 5. April 2022

wird fortgesetzt

Alle Artikel zum aktuellen Ukrainekonflikt unter https://www.forumaugsburg.de/s_3themen/Osteuropa/index.htm

zur Druckversion  

1 Lauria, Joe. „Das Pentagon wirft Wahrheitsbomben ab, um den Krieg mit Russland abzuwenden; deutsche Übersetzung des Artikels: Pentagon Drops Truth Bombs to Stave Off War With Russia, Consortium News March 23, 2022 https://consortiumnews.com/2022/03/23/pentagon-drops-truth-bombs-to-stave-off-war-with-russia/ “. NachDenkSeiten – Die kritische Website (blog), 25. März 2022. https://www.nachdenkseiten.de/?p=82293

2 https://consortiumnews.com/about/

3 The Grayzone. The battle for Ukraine, with ex-UN weapons inspector Scott Ritter, 2022. https://www.youtube.com/watch?v=OSkpIq3T-Zc .

4 Dan Cohen. „Ukraine's Propaganda War. Dan Cohen reveals the network of foreign strategists, Washington lobbyists and intelligence-linked media outlets behind Kiev's public relations blitz; de Der Propagandakrieg der Ukraine. Dan Cohen enthüllt das Netzwerk ausländischer Strategen, Washingtoner Lobbyisten und mit den Geheimdiensten verbundener Medien, das hinter Kiews Öffentlichkeitsarbeit steht - MintPress News“. Consortium News (blog), 23. März 2022. https://consortiumnews.com/2022/03/23/ukraines-propaganda-war/ .

5 Arkin, William M. „Putin's Bombers Could Devastate Ukraine But He's Holding Back. Here's Why; de Putins Bomber könnten die Ukraine verwüsten, aber er hält sich zurück. Hier ist der Grund“. Newsweek, 22. März 2022. https://www.msn.com/en-us/news/world/putin-s-bombers-could-devastate-ukraine-but-he-s-holding-back-here-s-why/ar-AAVnuAJ?ocid=EMMX .

6 William M. Arkin Online. „Biography William M. Arkin“, 12. April 2021. https://williamaarkin.wordpress.com/about/ .


   
nach oben