Linke Debatte

Karl Georg Zinn: Vom Kapitalismus ohne Wachstum zur Marktwirtschaft ohne Kapitalismus

VSA-Verlag, Hamburg, 2015

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Im Folgenden veröffentlichen wir ein Exzerpt des unten genannten Buches von Karl Georg Zinn. Dieser Auszug wurde angefertigt als Diskussionsgrundlage für den Arbeitskreis „Kritik der politischen Ökonomie“. Ziel war und ist es, der Frage nachzugehen ob wir uns gegenwärtig in einer Krisenphase des Kapitalismus befinden, wenn ja, wie groß diese Krise ist oder ob wir uns schon in einer Art Übergangsgesellschaft befinden hin zu einer zukünftigen oder im Rollback-Modus. Zinn ist bekennender Keynesianer und Schumpeterianer. Er ist darüber hinaus auch ein profunder Kenner der Werke von Karl Marx. Weder Keynes noch Schumpeter sind dafür bekannt, dass sie sich in ihren Schriften mit der Endlichkeit des Kapitalismus auseinandergesetzt haben. In ihren Spätwerken haben sie das allerdings gründlich getan. Zinn teilt uns überraschende Einsichten mit.

Durch die Zitaten-Methode dieses Auszuges treten beim Lesen unvermeidbare Lücken und Brüche auf, die das Erfassen des inneren Begründungszusammenhangs des Buches erschweren. Das gilt es bei der Lektüre zu berücksichtigen. Wenn die Diskussion im AK beendet ist sollen die Ergebnisse veröffentlicht werden.

Wie im Titel ausgedrückt geht es in Zinns Buch um zwei entscheidende Punkte:

1. Er behauptet der Kapitalismus ist in eine Periode der Stagnation und inzwischen in einen Zustand der Reproduktionsunfähigkeit übergegangen. Zinn: „Denn die zentrale Bewegungskraft des Industriekapitalismus, die Kapitalakkumulation, ist erlahmt. Symptome der Akkumulationskrise sind beispielsweise die Überkapazitäten vieler Branchen und der als >Gesundschrumpfen< beschönigte Kapazitätsabbau, die zentralbankpolitisch zwecks Investitionsbelebung erzwungenen Niedrigzinsen usw.“ (S. 9)

2. Er behauptet weiter, dass es Marktwirtschaft ohne Kapitalismus geben kann. Er tritt dem herkömmlichen Kapitalismusverständnis entgegen, nachdem „… ein Ende von Akkumulation und Wachstum zugleich auch das Ende jeglichen Kapitalismus schlechthin einläutet. Dieser bis heute weit verbreiteten Meinung wird im Folgenden entgegengetreten.“ (S. 10)

Vorwort

Die Grundannahme für seine Behauptung liegt in den wirtschaftstheoretischen Werken von J. M. Keynes. „Insbesondere seine Einschätzung der langfristigen Veränderungen des hoch entwickelten Industriekapitalismus führte zu der Frage, wie geht es weiter, wenn Akkumulation und Wachstum schwächeln und schließlich ausbleiben.“ Keynes „begründete seine langfristige Wachstumsskepsis mit der wachsenden Kapitalfülle und der deshalb sinkenden Kapitalrendite. Das sieht dann doch wie ein spätes Stiefgeschwister des Theorems vom tendenziellen Fall der Profitrate aus. Keynes und Marx gelangten auf getrennten Wegen zur gleichen Einschätzung der Zukunftsaussichten des Akkumulationskapitalismus und legitimierten damit die Fragen: Warum endet der Akkumulationsprozess und was kommt danach?“ (S. 11)

1. Kapitel: Ausbeutung der Menschheit …

Einen nachindustriellen Kapitalismus ohne Wachstum als >neofeudalistisch< zu bezeichnen, erscheint insofern angemessen, als keine kapazitätswirksamen Nettoinvestitionen mehr realisiert werden. Denn Akkumulation bedeutet, Nettoinvestitionen vorzunehmen, die Profite abwerfen, und das erfordert, die Produktionskapazität zu erweitern und/oder zu rationalisieren … Ohne Nettoinvestitionen wird sich ein Zustand herauskristallisieren, der der einfachen Reproduktion der vorindustriellen Epoche nahekommt.“ (S. 13)

??Zinn entwickelt die Sichtweise und Begrifflichkeit von Keynes zunächst vorindustriell. „Das Bruttoprodukt … stellt einen riesigen Güterberg … dar. Diese Gütermasse sei entsprechend ihrer drei markanten Verwendungszwecke unterteilt in: Ersatzprodukt, notwendiges Produkt und Mehrprodukt. … Der Gesamtbestand der Produktionsmittel sei als produktives Sachvermögen bezeichnet. Es entspricht in etwa dem >Kapitalstock<.“ Es „bildet jedoch nur eine Teilmenge des Gesamtvermögens, … Alle diese Vermögensarten stellen Ersparnisse dar, und in der vorindustriellen Epoche dominierte diese unproduktive Art der Ersparnisverwendung.“ (S. 21)

??Bei Keynes kommt es für einen funktionierenden Kapitalismus auf ein gewisses Gleichgewicht von Investition und Ersparnis an. Im sich entwickelnden kapitalistischen Produktionssystem erreichte die „einkommensabhängige Ersparnis“ „noch längst nicht das Ausmaß wie im späten 20. und 21. Jahrhundert. Deshalb stellte sich das >Keynessche Problem< des Ersparnisüberhangs – in Relation zur freiwilligen Investition – auf Vollbeschäftigungsniveau nicht …“ (S. 35)

Abschnitt: Reales und fiktives Kapital

Der Kapitalbedarf der aufsteigenden Industrien kam dem Finanzsektor zugute. … Banken und Börsen florierten synchron zur industriekapitalistischen Akkumulation. Doch mit der Expansion des Finanzwesens expandierte auch die Spekulation. Sie war kein wirtschaftsgeschichtliches Novum, aber der vorindustriellen Spekulation fehlte sowohl das breite und wachsende Betätigungsfeld als auch das finanzkapitalistische Instrumentarium, …“ (S. 40)

Die Große Finanzkrise der beiden ersten Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts lässt sich weder auf irgendwelche Kriegsfolgen zurückführen, noch handelt es sich um einen durch andere Sonderfaktoren in die Länge gezogenen Konjunkturabschwung. … Die gegenwärtige Krise ist ein Novum. Die seit etwa drei Jahrzehnten anhaltende Akkumulationsflaute der reichen Volkswirtschaften bestätigt die Stagnationsprognosen. Die Krise müsste eigentlich längst als das erkannt worden sein, was sie ist: auslaufende Akkumulationsdynamik. … Die anhaltende Akkumulationsschwäche ließ die Überersparnis weiter ansteigen. Die Ersparnisse wurden von Spekulationsbanken in äußerst riskante, genauer: dubiose Projekte kanalisiert. Der Fortfall von Kapitalmarktkontrollen und anderen Regulierungen des Finanzsektors entgrenzte die Geld- und Kreditschöpfungspotenziale der Banken, …“ (S. 41)

Die globale Verschuldung trägt das Ihre dazu bei: „In den 1970er Jahren betrug die globale Verschuldung nur 130% … 2000 war der Schuldenstand auf 250% und 2014 auf knapp 290% … gestiegen.“ (S. 42) Inzwischen sind wir bei ca. 330% des globalen BIP gelandet.

Das extreme Mißverhältnis zwischen Kreditangebot und seriösen Anlagemöglichkeiten, die den herkömmlichen … konservativen Kriterien der Kreditvergabe genügen, hat sich als dauerhaft herausgestellt. Es handelt sich also nicht um die herkömmliche konjunkturelle Überersparnis, sondern um ein recht eindeutiges Stagnationssymptom. Politik und herrschende Wirtschaftslehre wehren sich jedoch gegen die Einsicht, dass der Akkumulationsprozess ausläuft.“ (S. 42)

Es ist ein verheerender Fehlschluss der Politik, Spekulationsgewinne seien ein quasi unproblematischer Ersatz für ausbleibende realwirtschaftliche Renditen. Der Schlussakt des Dramas kommt erst noch. Die Vermögenspreisinflation … geht weiter nach dem Schema der sich selbst erfüllenden Prognose als Rückkoppelungsprozess.“ (S. 43)

2. Kapitel: Bewegungsgesetze des Industriekapitalismus …

Stichwortartig geht es um:

Die Schwierigkeit, eine neue Produktionsweise zu identifizieren“. Soll heißen, dass die kapitalistische Entwicklung sich in kurzen und langen Wellen darstellt und in Krisen entlädt. Der Kapitalismus würde sich, weil es sich gleichzeitig auch um technologische Produktivitätsentwicklung handelt, in der Schumpeterschen „kreativen Zerstörung“ regenerieren und erneut zu größerer Profitabilität zurückfinden. Dieser Prozess kapitalistischer Entwicklung und Verwertung ist irreversibel, d. h. er fällt weder technologisch, noch politisch-ökonomisch hinter die Verhältnisse vor der Krise zurück, es sei denn die ökonomische Krise führt zu Krieg. Bei Schumpeter sind die neuen, innovativen Basistechnologien notwendig um den Kapitalismus wieder profitabler zu machen, Zinn sieht gegenwärtig keine neuen Produktionsweisen, die zu mehr Profit führen.

Die nächsten kleineren Abschnitte sind mit Beispielen gefüllt, warum es zu dieser großen Verwertungskrise gekommen ist. Im wesentlichen werden hier die Auswirkungen des Marxschen Gesetzes zum tendenziellen Fall der Profitrate referiert mit Keynesianischer Begrifflichkeit. „Marx führte den Profitratenfall auf den im Verlauf der Akkumulation steigenden Quotienten aus konstantem Kapital … und variablem Kapital … zurück. Prinzipiell gelangte Keynes zu einem gleichen Resultat, ohne eine arbeitswerttheoretische Begründung heranzuziehen. Der Profitratenfall in Marxscher Version entspricht Keynes’ sinkender Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals.“ (S. 60)

Allen in die Ewigkeit verlängerten Wachstumserwartungen trat Keynes spätestens seit 1930 deutlich entgegen. … auch in seinem theoretischen Hauptwerk von 1936 hebt er wiederholt die langfristigen Veränderungen der Investitionsdynamik hervor und begründet die Erwartung, dass die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals bis auf das Nullniveau sinken könnte.“ (S. 77)

3. Kapitel: Kapitalismus ohne Wachstum …

Der Kapitalismus ohne Wachstum könnte als historische Vorstufe oder Brücke zu einer Marktwirtschaft ohne Kapitalismus fungieren, aber ohne Brücke kommt der historische Zug nicht ans andere Ufer.“ (S. 85)

Zinn geht davon aus, dass wir es mit einer Art Übergangsphase in eine neue Gesellschaftsformation zu tun haben. Einen Zusammenbruch des Systems hält er für unwahrscheinlich. Er sieht eine Epoche „der großen Neuverteilung des Weltreichtums“ heraufziehen. Keynes, so Zinn, hielt die außerordentliche kapitalistische Akkumulationsfähigkeit des 19. Jhdts für eine historische Singularität. Die gegenwärtige zeitliche Epoche ist gekennzeichnet durch das „Hinausschieben der ersten Barriere, der endogenen Bremse im Akkumulationsprozess durch Rüstung, Zerstörung und Wiederaufbau, Hochtreiben von Verschwendung, Verschleiß und den unproduktiven Transaktionskosten … kann das Wachstum noch ein wenig antreiben, aber damit wird die zweite Barriere, die ökologische Wachstumsschranke, noch schneller erreicht werden.“ (S 86)

Zinn ist mit Keynes der Auffassung, dass die Reformbereitschaft in der Gesellschaft erzwungen werden könnte: „1. Gleichmäßigere Kaufkraft- bzw. Einkommensverteilung, um die gesamtwirtschaftliche Konsumquote zu erhöhen und >sinnvollen< Konsum zu steigern; 2. Ausweitung des Angebots öffentlicher Güter und Infrastrukturinvestitionen, was eine dauerhafte Erhöhung des Staatsanteils am BIP erfordert; 3. Arbeitszeitverkürzung nach Maßgabe des Produktivitätsfortschritts und zur Beseitigung eines Überangebots an Arbeitskraft.“ (S. 89)

Zudem kommt dem staatlichen Einfluss größeres Gewicht zu: „Denkbar sind etwa die Übernahme und die Verwendung von Ersparnissen durch eine staatliche Finanzagentur. Sie garantiert den Einlegern absolute Sicherheit … sowie sofortige Verfügbarkeit und verschafft den öffentlichen Händen zinsgünstig Finanzmittel. Zinsen für Produktivkredite entfallen, weil kaum noch Produktivkredite benötigt werden. … Der Kapitalismus ohne Wachstum tendiert zur völligen Abschaffung des Kredit- und Habenzinses, und damit dürfte den Sparern die Illusion genommen werden, der Zins und Zinseszins wären die Belohnung für ihre Sparsamkeit. Der Fortfall der Rendite aus Ersparnissen wird eine Einstellungsänderung der Sparer erfordern, … Die verbreitete Vorstellung, der Habenzins wäre eine Art Warte- oder Verzichtsprämie, um potenzielle Sparer vom sofortigen Konsum ihres laufenden Einkommens abzuhalten, gehörte schon immer ins Märchenbuch.“ (S. 96)

Die unproduktiven Kredite wie Konsum- und Ratenkredit, Privatleasingkredite und dergleichen werden nach wie vor nachgefragt und vergeben werden. Dazu wird keine … Kreditschöpfung erforderlich sein, sondern es handelt sich um Übertragungskredit, d. h. die Weiterleitung von Ersparnissen.“ (S. 97)

Der Abschnitt „Grünes Wachstum – aber welches“ ist vielleicht mit folgenden Stichwörtern am besten gekennzeichnet: „Zunahme ökologischer Schäden verhindern; Substitution ökologisch belastender Produktion durch grüne Technik; Sanierung und Regenerierung der Umwelt; Steigerung der ökologischen Fitness; Einsparung und Reduktion von Naturverbrauch.“

4. Kapitel: Marktwirtschaft ohne Kapitalismus und Schumpeters Sozialismus-Modell

Die Erfahrungen in einem sozialstaatlichen Kapitalismus ohne Wachstum werden mentale Folgen haben. Die kapitalistische Wirtschaftsweise könnte als eine brauchbare Komponente in eine nicht-kapitalistische Formation eingefügt sein, wie das in vorindustriellen Wirtschaftssystemen möglich war.“ (S. 113, 114)

Schumpeter (!) als Sozialist?!?! Er hatte Mitte der 40er Jahre den Entwurf einer sozialistischen Ökonomie vorgelegt. Drei wesentliche Punkte prägen diesen Entwurf:

„… marktwirtschaftliche Allokation und die von freien Konsumentscheidungen bestimmten Knappheitsrelationen bzw. –preise der Güter und Produktionsfaktoren“

Die Eigentumsfrage stellt sich für Schumpeter >eigentlich< gar nicht mehr als wesentliches Problem, weil er in der Herausbildung der Großunternehmen und Konzernstrukturen sowie der Ablösung des Eigentümer-Unternehmers durch Manager bereits eine Quasi-Sozialisierung diagnostiziert.“

Wesentlich ist jedoch die direkte gesellschaftliche bzw. staatliche Regelung der Einkommensverteilung. Sie wird nicht dem Marktmechanismus unterworfen, was sie faktisch ohnehin nicht mehr ist, …“

Zinn dazu: „Schumpeters Sozialismuskonzept kann als >Marktwirtschaft ohne Kapitalismus< charakterisiert werden und unterscheidet sich fundamental von allen aus der Sowjetära bekannten Systemformen …“ (S. 116)

Schumpeter fasst den Übergang aus einem Kapitalismus im Endstadium hin zu einer sozialistischen Marktökonomie als einen quasi-gesetzmäßigen Evolutionsprozess auf. In seinem Buch „Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie“ verwirft er die Marxsche These vom tendenziellen Fall der Profitrate. „Gleichfalls werden Mehrwerttheorie und kapitalistische Ausbeutung als unzutreffende Irrtümer kritisiert. Doch zugleich wird Marx als soziologischer Denker gefeiert, und hierin erkennt Schumpeter ihn sozusagen als seinen Lehrer an. Vor allem stimmt Schumpeter vollständig mit Marx darin überein, dass der Kapitalismus aufgrund seiner Eigengesetzlichkeit die historischen Bedingungen für sein Ende hervorbringen wird.“ (S. 120) Schumpeters Sozialismus besteht im Groben aus zwei Teilen: einem verstaatlichten Teil aller Großkonzerne und Monopole. Hier erspart man sich die Reibungsverluste der Konkurrenz und der doppelten oder dreifachen Arbeit. Schumpeter ist überzeugt, dass staatlich angestellte Verwalter, Manager oder Organisatoren ihr Geschäft so gut verstehen wie die privaten. Hinzu kommt nicht nur ein Verwaltungs- sondern auch ein Informationsvorteil. Der zweite Teil der „sozialistischen“ Ökonomie wird weiterhin gebildet von den privatwirtschaftlich-kapitalistischen Klein- und Mittelbetrieben. „Die Sozialisierung von Großunternehmen, also der Austausch von Privateigentümern durch den öffentlichen Eigentümer, wird weder wirtschaftliche Störungen hervorrufen (müssen), noch stellen sich unüberwindbare politische Hindernisse in den Weg, wenn und weil die große Mehrheit der Gesellschaftsmitglieder den Eigentumsübergang auf die öffentliche Han befürwortet, zumindest nicht ablehnt. Der dafür günstige Mentalitätswandel erwachse aus den immanenten Veränderungen des Kapitalismus.“ (S. 126)

5. Kapitel: Abschlussbemerkungen …

Im Rückblick wird offenkundig, dass die realwirtschaftliche Akkumulation durch die neoliberalistische Austeritätspolitik mehr Einbußen erlitten hat, als ihr eine Fortsetzung des sozialstaatlichen Interventionismus je hätte zumuten können. Denn wirksamere Vollbeschäftigungspolitik bringt auf Dauer nicht nur mehr Massenwohlstand, sondern auch eine absolut höhere Profitmasse, als sie sich bei Massenarbeitslosigkeit trotz Umverteilung von unten nach oben erwirtschaften läßt.“ (S. 137)

Als Beispiel für bisherige „marktsozialistische“ Ökonomie dient Zinn Jugoslawien:

Eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus gab es bisher nur einmal für eine kurze Zeit im früheren Jugoslawien und auch das nur ansatzweise, also in einem experimentellen Stadium … Das marktsozialistische System Jugoslawiens mit seiner Arbeiterselbstverwaltung ist keineswegs ökonomisch zusammengebrochen, …“ (S. 140)

Als Schlusswort nochmals Keynes, er sprach nie von Sozialismus, meinte ihn allerdings, so Zinn: „>Wenn die Akkumulation des Reichtums nicht mehr von hoher gesellschaftlicher Bedeutung ist, werden sich große Veränderungen in den Moralvorstellungen ergeben. Wir sollten imstande sein, uns von vielen der pseudomoralischen Grundsätze zu befreien, die uns seit zweihundert Jahren peinigen und durch die wir einige der unangenehmsten menschlichen Eigenschaften zu höchsten Tugenden gesteigert haben. Wir sollten es wagen den Geldtrieb nach seinem wahren Wert einzuschätzen. …<“ (S. 141)

Peter Rapke, 20. Februar 2018

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