aktualisiert 19. Januar
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Januar 2020
Augsburger Wege der Erinnerung, Januar bis August

In Erinnerung an Clara, Martin und Erwin Cramer enthüllt die ErinnerungsWerkstatt am 17. Januar 2020, 15 Uhr in der Prinzregentenstraße 9 ein Erinnerungsband.

Der Gang durch die Stadt zu Orten der Opfer und der Täter beginnt um 11 Uhr vor dem Rathaus. Führungen wird es am 7. März , 9. Mai und 1. August geben.

Die Führungen sind kostenfrei

Über 40 Erinnerungsbänder und Stolpersteine erinnern mittlerweile - acht Jahre nach Gründung der beiden Bürgerinitiativen Erinnerungswerkstatt und Stolperstein-Initiative – an Menschen aus Augsburg, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geworden sind. Es waren Widerstandskämpfer, Menschen jüdischen Glaubens, Zeugen Jehovas und gläubige Christen, Sinti und Kranke oder Behinderte. Erinnerungsbänder und Stolpersteine zeigen im ganzen Stadtraum, wo diese Menschen einst ihr Zuhause hatten. Jetzt bieten Mitglieder von ErinnerungsWerkstatt und Stolperstein-Initiative – unter ihnen Inge Kroll, Josef Pröll und Fritz Schwarzbäcker – gemeinsam Führungen zu diesen Orten und Erinnerungszeichen an – die „Augsburger Wege der Erinnerung“. Die erste Führung fand am Jahrestag des „Reichskristallnacht“ genannten Pogroms gegen Juden im November 1938 statt, also am Samstag, 9. November 2019.

Erinnerungswerkstatt

Stolperstein-Initiative

Stopp das NATO-Großmanöver Defender 2020 von Januar bis Mai, mit Schwerpunkt April Mai

Aufruf bei antidef20
Artikel bei IMI
Artikel bei Telepolis
Bundeswehr

Im April und Mai 2020 plant die NATO mit DEFENDER (Verteidiger!) 2020 eines der größten Manöver von Landstreitkräften in Europa seit Ende des Kalten Krieges.

Mit insgesamt 37 000 Soldatinnen und Soldaten aus 16 NATO-Staaten sowie aus Finnland und Georgien wird eine neue Dimension militärischer Aktivitäten erreicht. Bis zu 20 000 US- GIs mit entsprechendem schweren Gerät werden über den Atlantik und anschließend quer durch Europa an die russische Grenze transportiert. Ziel des Manövers ist neben der Zurschaustellung militärischer Überlegenheit die Demonstration einer blitzschnellen Verlegung kampfstarker Großverbände aus den USA an die NATO-Ostflanke.

Deutschland wird mit dem neuen Joint Support and Enable Command der NATO in Ulm, den Umschlaghäfen Hamburg, Bremerhaven und Nordenham sowie den Convoy Support Centern in Garlstedt (Niedersachsen), in Burg (Sachsen-Anhalt) und auf dem sächsischen Truppenübungsplatz Oberlausitz südlich von Weißwasser zur Drehscheibe der Transporte.

Operativ zuständig für Transport und Manöver ist das US-Heereskommando Europa in Wiesbaden, geleitet wird es über das EUCOM in Stuttgart. Datenübertragung und ergänzende Lufttransporte erfolgen über die US-Air Base Ramstein. Parallel finden Truppenübungen auf den US-Übungsplätzen in Grafenwöhr und Hohenfels in Bayern statt.

Während der Transporte wird es zu schweren Einschränkungen des Straßen- und Schienenverkehrs entlang der Transportstrecken kommen. Die Bundeswehr hat mit der Deutschen Bahn AG eine Vorfahrtsregel für alle Militärtransporte vereinbart. Als Flughäfen werden sich Berlin, Bremen, Hamburg, Frankfurt, München, Nürnberg, Ramstein verdingen.

Die Größe des Manövers und die Örtlichkeit entlang der russischen Westgrenze stellen eine Provokation gegenüber Russland dar. Das Manöver birgt die Gefahr einer möglichen direkten Konfrontation zwischen militärischen Verbänden von NATO und Russland in sich. Auch der Zeitpunkt wurde nicht zufällig gewählt: 75 Jahre nach der Befreiung Europas vom Faschismus vor allem durch die Rote Armee marschieren wieder deutsche Soldaten an der russischen Grenze auf.

Mo 20.

Vorstellung der Ergebnisse des Forschungsberichts zu den Häftlingen des KZ Außenlagers Pfersee („Halle 116“) Referent: Reinhold Forster

Im Auftrag des Kulturreferats der Stadt Augsburg hat der Historiker Reinhold Forster zu den Häftlingen des KZ Außenlagers Augsburg-Pfersee, der sogenannten „Halle 116“, recherchiert. Dazu hat er umfangreiches Daten- und Aktenmaterial, unter anderem des Archivs der KZ-Gedenkstätte Dachau sowie der Arolsen Archives (ehem. ITS Bad Arolsen) ausgewertet und zahlreiche interessante Beobachtungen festgehalten. Einige Ergebnisse des Forschungsauftrags, die auch in die Gestaltung des Erinnerungs- und Lernorts „Halle 116“ einfließen werden, wird er im Rahmen seines Vortrags vorstellen.

Kulturreferent Thomas Weitzel wird im Anschluss an die Präsentation einen Sachstandsbericht zur Arbeit am Erinnerungs- und Lernort „Halle 116“ geben.

19.00 Evangelisches Forum Annahof, Veranstaltungsraum im Hollbau, im Annahof 4
Mo 27.

Niemanden vergessen - Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus

Auschwitz ist zum Symbol für die Schoa, den millionenfachen Mord an den europäischen Juden, und den Porajmos, den Mord an den Volksgruppen der Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten geworden.
Vor 75 Jahren, am 27. Januar 1945, befreite die Rote Armee das Vernichtungslager. Dieser Tag ist zu einem festen Datum in der Erinnerungskultur an den Holocaust geworden. 1996 wurde er von den Vereinten Nationen zum offiziellen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erklärt.

Die Veranstaltung der Stadt Augsburg und der ErinnerungsWerkstatt findet in Kooperation mit der Israelitischen Kultusgemeinde SchwabenAugsburg, dem JMAS, der Stolpersteininitiative Augsburg und Umgebung, dem Evangelischen Forum Annahof , der VVN-BdA -Kreisvereinigung Augsburg, dem Regionalverband Deutscher Sint i & Roma Augsburg-Schwaben, Gegen Vergessen - Für Demokratie u.a. statt.

18.00 Rathaus Augsburg, Oberer Fletz
Fr 31.

Januar 1933: Machtübertragung an die NSDAP Vortrag Manfred Weißbecker

Die Zerstörung der Weimarer Republik. Gibt es verglichen mit der Gegenwart Unterschiede, aber auch Ähnlichkeiten, Parallelen und strukturelle Übereinstimmungen?

Je weniger die Vorgeschichte des 30. Januar 1933 verstanden wird, desto mächtiger wirkt sie auf die Gegenwart, umso mehr bedroht sie unsere Zukunft. Eine antidemokratische und autoritäre Machtpraxis prägte die letzten Jahre der Weimarer Republik und ermöglichte den Übergang in die hitlerfaschistische Diktatur. Wie damals verschärfen sich auch heute Konkurrenzkämpfe aller Art, bröckeln internationale Bündnisse und Verträge, wuchern Aufrüstung und zügellose Bereitschaft zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Zu erleben ist wieder eine Organisierung völkisch-nationalistischer und rassistischer Kräfte. Dies regt zu einem Vergleich mit dem Geschehen während der letzten Jahre der Weimarer Republik an.

Manfred Weißbecker: Emeritierter Professor für Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Umfangreiche Lehr- und Forschungsarbeit sowie wissenschaftliche Veröffentlichungen zum deutschen Faschismus und der Geschichte der politischen Parteien.

19.30 BürgerInnenhaus Pfersee, Stadtberger Str. 17

Eintritt frei

Veranstaltet von der VVN-BdA Kreisvereinigung Augsburg in Kooperation mit Augsburger Friedensinitiative (AFI), Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Augsb, Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), Initiative für Stolpersteine in Augsburg und Umgebung

     
     
     
     


   
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