Sudeten, BdV (Bund der Vertriebenen)

Hauptkundgebung des 64. Sudetendeutschen Tages, Sonntag, 19. Mai 2013: (v.l.) Dr. Kurt Gribl, Oberbürgermeister der Stadt Augsburg, Horst Seehofer, Bayerischer Ministerpräsident und Schirmherr, Bernd Posselt MdEP, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Christine Haderthauer, Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen und Schirmherrschaftsministerin, alle CSU. Photo: Manfred Gischler www.sudeten.de, bearbeitet Redaktion
 
21.5.2015
Sudetendeutscher Tag 2015 in Augsburg, Teil 1
Sudetendeutsche Landsmannschaft vor der Spaltung

Landsmannschaft schließt Witikobund vom Sudetendeutschen Tag aus wegen „Nähe zum Rechtsextremismus“
Satzungsänderung streicht Wiedergewinnung der Heimat und Rückgabe konfiszierten Eigentums. Dies führt zur Zerreißprobe der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Die Aussperrung des Witikobundes ist eine seltene Gelegenheit für Kurt Gribl, einem Antrag der Ausschussgemeinschaft zu folgen

Die Sudetendeutsche Landsmannschaft steht vermutlich vor einer Spaltung. Die Augsburger Allgemeine, die der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) immer weidlich Rückendeckung gab, starrt wie das Kaninchen auf die Schlange und ist gelähmt in ihrer Berichterstattung. Bis heute, Donnerstag, 21. Mai, schreibt sie nichts über den anstehenden Sudetendeutschen Tag am Wochenende. Andere Zeitungen, wie zum Beispiel der Donaukurier, tun sich da leichter und berichten:
Johann Slezak ist wütend – seine Worte verheißen nichts Gutes für die Organisatoren des Sudetendeutschen Tags in Augsburg (23. und 24. Mai). „Die Stimmung in meiner Bezirksgruppe und in allen Kreisgruppen ist katastrophal“, sagt der Bezirkschef der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) in Oberbayern. „Ich rechne mit einem unruhigen Sudetendeutschen Tag.“ …   weiter

Aus dem Inhalt: Die Sudetendeutsche Landsmannschaft steht vermutlich vor einer Spaltung ● Die Tücken der Satzungsänderung ● Hinterhältige Grundsatzerklärung ● Die Hetzpropaganda gegen die Beneschdekrete soll aus triftigen Gründen weitergehen ● Der Witikobund will den „Verrat an der Heimat“ und den „Verzicht auf Restitution“ nicht hinnehmen und agiert politisch und juristisch dagegen ● Starke Widerstände gegen eine Satzungsänderung auch in Sachsen und Österreich ● Der Witikobund wird vom Vorstand der SL vom Sudetendeutschen Tag ausgesperrt ● Dringlichkeitsantrag der Ausschussgemeinschaft gegen Rechtsextremismus auf städtischem Gelände doch noch erfolgreich ● Eine Distanzierung der SL vom Witikobund liegt nicht vor, Reinfried Vogler leitet Kranzniederlegung auf dem Sudetendeutschen Tag ● Anhang ● Der Dringlichkeitsantrag der Ausschussgemeinschaft ● Die Antwort des OB ● Die Pressemitteilung der Ausschussgemeinschaft
 
themen/Sudeten 30.6.2014
Sudetendeutscher Tag 2014, Teil 4
Stadtrat Otto Hutter von der Linken startet eine Initiative gegen den rechten Witikobund
Ringen sich die Stadt und die Stadtratsfraktionen jetzt zu einem Kurswechsel durch oder soll die bedingungslose Unterstützung der Sudetendeutschen Landsmannschaft wie gehabt fortgesetzt werden?

Foto: 7.6.2014 www.sudeten.de Herbert Fischer Dieser Artikel wurde bereits Ende Juni 2014 abgefasst. Seine Veröffentlichung macht dennoch Sinn, denn er befasst sich mit den politischen Rahmenbedingungen eines Antrags von Stadtrat Otto Hutter gegen Auftritte des rechten Witikobundes im Rahmen des Sudetendeutschen Tages in Augsburg. In der Zwischenzeit wurde ein dahingehender Antrag formuliert und erfreulicherweise von der ganzen Ausschussgemeinschaft Freie Wähler/LINKE/ÖDP/Polit-WG übernommen. ... weiter
Aus dem Inhalt: Augsburger Allgemeine macht Vorstoß des Stadrats Otto Hutter gegen Witikobund publik ● Hetze gegen die Grünen und gegen menschenrechtliche Standards konnte die Sudetendeutsche Landsmannschaft diesmal nicht brauchen ● Offener Brief der VVN an den OB ● Wer könnte die angekündigte Initiative Otto Hutters im Stadtrat unterstützen? ● Verschollene Presseerklärung der SPD ● Die bedingungslose Unterstützung der Sudetendeutschen Landsmannschaft hat Tradition in der Stadt ● Ringt sich die Stadt jetzt zu einem Kurwechsel durch?
 
themen/Sudeten 22.6.2014
Sudetendeutscher Tag 2014, Teil 3
Warum man den Witikobund in der Stadt nicht dulden kann
Nach wie vor Anhaltspunkte für rechtsextreme Betrebungen. Andere Gesinnungsgemeinschaften der Sudetendeutschen Landsmannschaft z. T. in Frontstellung zum Witikobund.

Aus dem Inhalt: Warum man den Witikobund in der Stadt nicht dulden kann ● Das Bundesamt für Verfassungsschutz sieht „tatsächliche Anhaltspunkte für rechtsextreme Bestrebungen des Witikobundes“ ● Schon 2003 zeigte eine Kampagne von Forum und VVN gegen den Witikobund in Augsburg Wirkung ● Das Agieren des Witikobundes ist dermaßen rechts und revanchistisch, dass die anderen Gesinnungsgemeinschaften dagegenhalten ● Ackermann-Gemeinde: „... in aller Entschiedenheit gegen alle totalitären Umtriebe in der SL“ ● Seliger-Gemeinde: „Richtigstellung und Versachlichung der historischen Geschehensabläufe“ ... weiter
 

themen/Sudeten 16.6.2014
Sudetendeutscher Tag 2014, Teil 2
Der Geschäftsführer der Sudetendeutschen Landsmannschaft: Die Satzung muss „dringend überarbeitet werden“
Der Witikobund in Augsburg in der „Gasse der Wahrheit“. Sie könnte zur Sackgasse werden

Aus dem Inhalt: Der Geschäftsführer der Sudetendeutschen Landsmannschaft: Die Satzung muß „dringend überarbeitet werden“ ● Soll es bei der „Wiedergewinnung der Heimat“ wirklich nur um ein einfaches Rückkehrrecht gehen? ● Distanz der SL zum Witikobund? ...  weiter

 
Sudetendeutscher Tag 2014, Teil 1
Eine Aktion von Mitgliedern der Linken und der Forumsredaktion gegen eine Buchpräsentation des Witikobundes hat Wirkung
OB Gribl: »Und deswegen besteht kein Zweifel daran, dass die Friedensstadt Augsburg, dass ich persönlich und der Augsburger Stadtrat keinerlei Sympathien hegen für Akif Pirincci und das Buch „Deutschland von Sinnen“.«

Aus dem Inhalt: ● Vorbemerkung ● Hauptsache Mensch! ● Pressemitteilung der Linken ● Die Stadt sollte Konsequenzen ziehen ● Motto des Sudetendeutschen Tages: „Geschichte verstehen – Zukunft gestalten“ ● Der Geschäftsführer der SL geht auf Distanz zur Veranstaltung des Witikobundes ● Oberbürgermeister Gribl verurteilt den Auftritt Pirinccis vor versammelter Mannschaft  ... weiter
 

27.5.2013
64. Sudetendeutscher Tag in Augsburg

Geschichtsrevisionismus, Hetze gegen den tschechischen Staatspräsidenten, Auftritt des Witikobundes
Die Landsmannschaft zieht alle Register und spricht von einem Wendepunkt

Bild: Manfred Gischler/www.sudeten.de  Der Sudetendeutsche Tag in Augsburg am 18. und 19. Mai soll im Zeichen eines Wendepunktes in den bayerisch-tschechischen Beziehungen gestanden haben. Als ob die Sudetendeutsche Landsmannschaft die bayerisch-tschechischen Beziehungen gestalten könnte. Tatsächlich vergiftet die Sudetendeutsche Landsmannschaft diese Beziehungen seit Jahrzehnten und ließ auch beim diesjährigen Sudetendeutschen Tag in Augsburg keine Gelegenheit dazu aus. Bernd Posselt, Sprecher der „Sudetendeutschen Volksgruppe“, knöpfte sich den tschechischen Staatspräsidenten Milos Zeman vor, weil er auf dem tschechischen Rechtssystem und der Nachkriegsordnung beharrt. Oberbürgermeister Gribl öffnete der Sudetendeutschen Landsmannschaft städtische Räume und nimmt am Sudetendeutschen Tag teil, obwohl der jahrelang als rechtsextrem eingestufte Witikobund wiederum mit von der Partie war. Ministerpräsident Seehofer kündigte einen Gedenktag für die Vertreibung im bayerischen Alleingang an, um auch „Deutschland einen Weg zu weisen“. Dabei geht es um blanken Geschichtsrevisionismus. So bezeichnete Franz Pany, Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft, den geplanten bayerischen Gedenktag als einen „Meilenstein für die dauerhafte Erinnerung an das Leid und das Unrecht, das Flucht, Vertreibung und Deportation Millionen von Deutschen in einem »unerklärten Krieg nach dem Krieg« in ganz Mittel- und Ostmitteleuropa zugefügt wurde …“. ... weiter

 

30.6.2011
62. Sudetendeutscher Tag in Augsburg

Abgesang
Aggressive und rechtslastige Tendenz wie eh und jeh, aber schwindendes Potenzial

Bild: www.sudeten.de Es handelte sich beim Sudetendeutschen Tag in Augsburg erneut um eine konzertierte Provokation der tschechischen Regierung, an der alle Akteure beteiligt waren, mögen sie nun Seehofer, Haderthauer, Posselt, Pany oder Vogler heißen. Die einzig wirklich moderaten Töne stehen im Grußwort des Oberbürgermeisters der Stadt Augsburg, Kurt Gribl. Das zählt aber nicht, denn der OB war in diesem Fall kein Akteur, sondern ein geduldeter Statist. Wider Erwarten leitete den „festlichen“ Abend im Goldenen Saal erneut der Witikone Reinfried Vogler. Bundesvorsitzender Pany provozierte die tschechische Regierung mit „außerordentlicher Gefühllosigkeit“, indem er ausgerechnet zum Jahrestag des Massakers von Lidice, ausgeübt von deutschen Einheiten, ein Wort des Bedauerns von Tschechien verlangte! Das System Sudetendeutscher Tage ist aber Gott sei Dank am Zusammenbrechen, auch das Bistum zieht einen Schlussstrich zur Zusammenarbeit mit der Paneuropa Union und und scheint sich damit nicht nur von Dirk Hermann Voß, sondern auch von Bernd Posselt zu trennen. Bestehende Verbindungen der Sudetendeutschen Landsmannschaft zu rechten Kräften in Südosteuropa und Österreich sollten uns aber auf der Hut sein lassen. ...
Aus dem Inhalt: Der Witikone Reinfried Vogler leitet erneut die Veranstaltung im Goldenen Saal ● Volksgruppenkampf ● Gerhard Zeihsel, der berüchtige Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich, war auch im Rathaus ● Das Sudetendeutsche Museum, ein geschichtsrevisionistischer Coup ● Die „Deutschen“ und ihr „Raum“ – das „wissenschaftliche“ Konzept von Prof. Marita Krauss von der Universität Augsburg ● „Die Vertreibung im deutschen Erinnern, Legenden, Mythos, Geschichte“ – Eva und Hans Henning Hahn ● Prof. Marita Krauss erzählt „Sudetengeschichten“ ● „Karsbader Oblaten“... ● … und andere Geschichten,... ● … die nicht enden wollen. ● Pany provoziert mit „außerordentlicher Gefühllosigkeit und Unbelehrbarkeit“ zum Jahrestag des Massakers von Lidice ● Zusammenbruch des Systems Sudetendeutscher Tage, Bischof schmeißt die Paneuropa Union raus – Wachsamkeit dennoch angebracht  weiter

 

4.10.2010
61. Sudetendeutscher Tag in Augsburg, Teil 4

„Großer Kulturpreis“ für Professor Grulich
Das „Ostanliegen“ des Kirchenhistorikers führt ihn an viele Fronten Europas

Bild: www.sudeten.de Professor Dr. Rudolf Grulich war der erste Preisträger der sieben sudetendeutschen Kulturpreise 2010, die beim 61. Sudetendeutschen Tag in Augsburg vergeben wurden. Dies geschah bei einem Festakt im Goldenen Saal des Rathauses am 21. Mai diesen Jahres durch den „Bundeskulturreferenten“ der Sudetendeutschen Landsmannschaft Reinfried Vogler. Tags darauf wurde Erika Steinbach, die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV), geehrt. Sie erhielt von Bernd Posselt, dem Sprecher der „Sudetendeutschen Volksgruppe“, den so genannten „Europäischen Karlspreis“ überreicht, die höchste Ehrung der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL). Die Landsmannschaft wollte damit ein „Signal“ in Richtung Bundespolitik setzen. Mit dieser damals noch tickenden Zeitbombe „Steinbach“ wird sich Teil fünf unserer Serie befassen. Neben Erika Steinbach ist auch Professor Grulich ein ordentliches Kaliber, auch wenn er eher unscheinbar wirkt und nicht so im Rampenlicht steht wie Frau Steinbach. ... weiter

 

11.8.2010
61. Sudetendeutscher Tag in Augsburg, Teil 3

Zum wiederholten Male wird ein Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten in Prag angekündigt. Hoffnung auf den böhmischen Fürsten Karel Schwarzenberg?

Der mediale Knüller des diesjährigen Sudetendeutschen Tages sollte die Ankündigung Horst Seehofers sein, in offizieller Mission als bayerischer Ministerpräsident und Schirmherr der Sudetendeutschen, des „vierten bayerischen Stamms“, nach Prag zu fahren. Schon vorab kündigte die bayerische Staatskanzlei an, dass Seehofer dies auf dem Sudetendeutschen Tag in Augsburg bekannt geben werde. Gezielt wurde die Aufmerksamkeit der Medien auf diesen Punkt gelenkt...
Bei den Parlamentswahlen in Tschechien haben die Sozialdemokraten zwar wie erwartet die bislang stärkste Partei, die liberalkonservative ODS geschlagen, aber auf einer zehn Prozent niedrigeren Basis. Sie erreichten nur 22 % und nicht wie erwartet 30 %. Damit ist ein Regierungsbündnis der Sozialdemokraten mit den Kommunisten, beziehungsweise eine Minderheitsregierung von CSSD und KSCM, für das sich der Vorsitzende der Sozialdemokraten Jirí Paroubek offen ausgesprochen hatte, nicht möglich. Das Ergebnis der KSCM, in das von den Medien konsequent verschwiegen wird, liegt trotz einer Einbuße von 1,5 Prozentpunkten immer noch bei beachtlichen 11,3 %... Obwohl dass bisherige konservative Regierungsbündnis drastisch verloren hat, kommen die Linken nicht dran, sondern wird unter der Führung der ODS ein sogenanntes Mitte-Rechts-Regierungsbündnis geschmiedet, in dem der adlige Karel Schwarzenberg eine maßgebliche Rolle spielt.
Karel Schwarzenberg (s. Bild) selbst ist kein Neuer in der tschechischen Politik, nur seine Partei TOP 09 ist neu. Zuletzt war er 2007-2009 Außenminister und während der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft in der ersten Jahreshälfte 2009 war er außerdem europäischer Ratspräsident. Karel Schwarzenberg ist der Patron eines mächtigen – ursprünglich deutschen – Adelsgeschlechts, das seine Hauptbesitztümer in Südböhmen hat(te)... 
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9.8.2010
61. Sudetendeutscher Tag in Augsburg, Teil 2

Auflösung statt Revision der Grenzen – die Flucht nach vorne in ein christliches, ethnisiertes Europa der Volksgruppen
Nächster Sudetendeutscher Tag in Augsburg gefährdet – ein neuer Bischof soll‘s richten

Noch 1988 erklärte die bayerische Staatsregierung: „Weder die Vertreibung der Sudetendeutschen von 1945/46 noch der deutsch-tschechoslowakische Vertrag von 1973 bedeuten, daß die sudeten-deutsche Frage erledigt wäre. Sie sei nach wie vor offen und Bestandteil der offenen gesamtdeutschen Frage.“ Die „offene gesamtdeutsche Frage“ erledigte sich zwei Jahre später. Damit wurde auch der so genannte „Deutschlandvorbehalt“ hinfällig und die Sudetendeutsche Landsmannschaft musste Forderungen nach Grenz-Revisionen offiziell aufgeben. Man setzte verstärkt auf Volksgruppenrechte und damit politische Einmischung und kulturelle Hegemonie. Diese Linie war von der SL schon seit den 70er Jahren parallel zur Grenzrevisionspolitik entwickelt worden. Danach seien „die Sudetendeutschen Volksgruppe“ und „das tschechische Volk“ beide als in Böhmen, Mähren und Schlesien beheimatete Partner völlig frei in der Verwirklichung ihres Heimat- und Selbstbestimmungsrechts und deshalb an keinerlei Verträge gebunden, die ohne sie abgeschlossen wurden.
Nur am Rande sei hier erwähnt, dass sich die Sudetendeutschen Landsmannschaft hierbei stark auf einen maßgeblichen Theoretiker des Volksgruppenrechts, Hermann Raschhofer, stützt(e). Raschhofer (1905-1979), ein überzeugter und bewährter Nazi, hat theoretisch und praktisch einen bedeutenden Beitrag zur nazistischen Außenpolitik geleistet, die auf das Wirken deutscher Minderheiten als Störfaktor in Europa setzte. Nach dem Krieg führte Raschhofer seine dem „Volksgruppenrecht“ gewidmete theoretische Arbeit fast nahtlos weiter. In engem Kontakt mit der Sudetendeutschen Landsmannschaft machte er sich an die Ausarbeitung eines „modernen Volksgruppenrechts“...
Wenn man weiß, dass der neue Vertriebenenbischof Reinhard Hauke ursprünglich als möglicher Nachfolger für Bischof Mixa gehandelt wurde, ahnt man auch den Plan des Heiligen Stuhls – sicher auch in Absprache mit der Deutschen Bischofskonferenz und der bayerischen Staatsregierung. Es geht um eine möglichst bruchlose Fortsetzung der Kollaboration der römisch-katholischen Kirche mit den deutschen Vertriebenenverbänden und ganz konkret um die Sicherung des Sudetendeutschen Tages in Augsburg bzw. der Sudetendeutschen Tage in Bayern. Wenn sich nun der Heilige Stuhl in auffälliger Eile auf Konrad Zdarsa (s. Bild) festgelegt hat, so kann man dies durchaus auch in diesem Zusammenhang sehen. Auf den gebürtigen Oberschlesier Walter Mixa folgt der bisherige Oberhirte des niederschlesischen Bistums Görlitz, wenngleich Konrad Zdarsa kein gebürtiger Schlesier ist. Aber Konrad Zdarsa hat in der Frontstadt Görlitz seine Verbindungen zu den „Schlesiern“ hüben wie drüben... 
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8.8.2010
61. Sudetendeutscher Tag in Augsburg, Teil 1

Unter ungünstigen Vorzeichen
Mit dem Katholizismus geraten auch die Vertriebenenverbände in Bedrängnis

Der 61. Sudetendeutsche Tag wurde wiederum in Augsburg abgehaltenen – angeblich weil die Halle in Nürnberg repariert werden muss. Das diesjährige Treffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft fand unter ungünstigen Vorzeichen statt. Bischof Mixa, der vergangenes Jahr noch gefeiert wurde, war abhanden gekommen, schlimmer noch: er gereicht nicht mehr zur Zierde. Mit großer Emotion beschwor Mixa letztes Jahr auf dem Sudetendeutschen Tag in Augsburg ein Europa auf Basis des christlichen Glaubens. Die Entstehung dieses Europas setzte er nicht zufällig vor 800 Jahren an, also im Mittelalter, als die Habsburger ihre Macht etablierten und das Heilige Römische Reich Deutscher Nation entstand. Bischof Walter Mixa hatte da einen großen Auftritt zusammen mit „Vertriebenenbischof“ Gerhard Pieschl, Limburg (s. Bild), und Pater Norbert Schlegel, Brannenburg, „Visitator der Sudetendeutschen“, und weiteren „Heimatpriestern“... weiter

 

21.5.2010
Vortrag bei der VVN anlässlich des Sudetendeutschen Tages 2009

Was steht eigentlich so in der Sudetendeutschen Zeitung?
Von Renate Hennecke

Der diesjährige 61. Sudetendeutsche Tag im Augsburger Messezentrum am 22./23. Juni steht unter dem Motto: „Gemeinsame Geschichte. Gemeinsame Zukunft in Europa“. Das Motto vergangenes Jahr war ganz ähnlich: „Der Geschichte verpflichtet – die Zukunft gestalten“. Verdammt ähnlich auch die politischen Positionen, die von der demokratischen Öffentlichkeit nicht kommentarlos hingenommen werden sollten. Deshalb hier nochmal ein kritischer Blick, den Renate Hennecke bereits vergangenes Jahr in Form eines Vortrags bei der VVN in die Sudetendeutsche Zeitung warf. Er zeigt überdeutlich, welcher Geschichte sich die Funktionäre der Sudetendeutschen Landsmannschaft verpflichtet fühlen und welche Zukunft sie sich erhoffen. Daran hat sich seit letztem Jahr leider nichts geändert. Es werden typische Artikel aus der Sudetendeutschen Zeitung (SdZ) zu folgenden Themen vorgestellt: ● Das Selbstverständnis der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) als Exilregierung einer „Volksgruppe“ von vier Millionen ● Die Präsenz der „Gesinnungsgemeinschaften“ (deutsch-nationaler Witikobund, katholische Ackermann-Gemeinde, sozialdemokratische Seliger-Gemeinde) in der SdZ ● Die Verteidigung des Münchner Abkommens als angebliche Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechts ● „Europa der Volksgruppen“: Ziel von Bernd Posselt (CSU; Sprecher der SL) im Europa-Parlament ● Die „Sudetendeutsche Volksgruppe“ im Dienste einer deutsch dominierten „Weltmacht Europa“. weiter

 


21.05.2015  Sudetendeutscher Tag 2015 in Augsburg, Teil 1: Landsmannschaft vor der Spaltung
30.06.2014  Sudetendeutscher Tag 2014, Teil 4: Stadtrat Otto Hutters Initiative gegen den rechten Witikobund
22.06.2014  Sudetendeutscher Tag 2014, Teil 3: Warum man den Witikobund in der Stadt nicht dulden kann
16.06.2014  Sudetendeutscher Tag 2014, Teil 2: SL: Die Satzung muss „dringend überarbeitet werden“
15.06.2014  Sudetendeutscher Tag 2014 Teil 1: Aktion der Linken und des Forums gegen Witikobund
27.05.2013  64. Sudetendeutscher Tag in Augsburg: Geschichtsrevisionismus und eine angebliche Wende
30.06.2011  62. Sudetendeutscher Tag in Augsburg: Abgesang
04.10.2010   „Großer Kulturpreis“ für Professor Grulich – SDT Teil 4
11.08.2010  Hoffnung auf den böhmischen Fürsten Karel Schwarzenberg? – SDT Teil 3
09.08.2010  Flucht nach vorne in ein christliches, ethnisiertes Europa der Volksgruppen – SDT Teil 2
08.08.2010  Unter ungünstigen Vorzeichen - 61. Sudetendeutscher Tag (SDT) in Augsburg, Teil 1
21.05.2010  Was steht eigentlich so in der Sudetendeutschen Zeitung? – Vortrag von Renate Hennecke
02.06.2007  „Sudetendeutscher Tag“ 2007 in Augsburg: Roland Kochs ungeheuerliche Rede
25.05.2007  Veranstaltung mit Lorenz Knorr über den Widerstand gegen Henlein und Hitler in Westböhmen
30.05.2005  Sudetendeutscher Tag in Augsburg 2005 von historischer Qualität: Das Kriegsbeil ist ausgegraben
14.05.2005  Veranstaltungen von Witikobund und Sudetendeutscher Initiative – eine Schande für die Stadt
06.06.2004  Umsiedlung war Folge der NS-Verbrechen – Sudetendeutscher Tag leugnet Kausalzusammenhang
04.10.2003  Aufgeklärter Diskurs statt revanchistischem Zentrum – Aufruf
01.08.2003  “Zentrum gegen Vertreibungen”: Der Mythos vom deutschen Osten, Eva und Hans Henning Hahn
16.06.2003  Messbare Propagandaerfolge der Revanchisten:„Vertreibung“ Ereignis des Tages
16.06.2003  Die Medien über den Sudetendeutschen Tag: „Zwischen Resignation und Zuversicht“
08.06.2003  Sudetendeutscher Tag 2003 in Augsburg: Böhm, Stoiber, Übelacker (Witikobund), Gegenaktion
25.04.2003  Denkschrift anlässlich des geplanten Sudetendeutschen Tages 2003 in Augsburg

ausgewählte News zum Thema:

01.06.2014  65. Sudetendeutscher Tag 6./8. Juni: Politische Kontinuität
17.07.2011  Offener Brief der VVN an den Oberbürgermeister und den Stadtrat, betreff Sudetendeutscher Tag
10.06.2011  Sudetendeutscher Tag in Augsburg – Erneute Heimsuchung durch den Witikobund


   
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