themen/Naher und Mittlerer Osten, Afghanistan

„Stoppt den Krieg in Gaza – Für einen
gerechten Frieden im Nahen Osten“
Kundgebung Königsplatz, 9.1.2009

 
1.8.2014
Kundgebung für ein freies Palästina am 19. Juli, Teil 2
Interessante Reden
Von sämtlichen Medien verschwiegen

Da ich hier in Deutschland aufgewachsen bin, habe ich besonders als Schülerin die Verbrechen des Nazi-Regimes erfahren müssen. Wir haben mit der Schule wie auch privat mit palästinensischen Freunden das KZ-Dachau besucht. Auch haben mir meine Großmutter und ihre Schwester über die Zeit berichtet. Wir haben einen Zeitzeugen in der Familie, der genau wusste, was in Dachau und in anderen KZ passierte. Daher möchte ich betonen: Eine Leugnung der Holocaust-Geschehnisse ist für mich in keinster Weise akzeptabel. Auch möchte ich betonen: trotz der schrecklichen Geschichten, die meiner palästinensischen Seite passiert sind, bin ich weder Antisemitin noch Judenhasserin, wie es mir schon mehrmals unterstellt wurde.
Dennoch – trotz allem Verständnis dem jüdischen Volk gegenüber und seinem Wunsch nach einem sicheren Fleck auf dieser Erde – darf, muss und werde ich die Regierung Israels als solche kritisieren. Denn für mich ist dieser Konflikt in Palästina/Israel kein reiner Glaubenskonflikt. Für mich ist er ein Konflikt einer Bewegung, der zionistischen Bewegung. Und um Israel bzw. das jüdische Volk ernst nehmen zu können, müssen sie aus ihrer Rolle des immerwährenden Opfers raus. Sie sind keine Opfer mehr. Sie haben einen eigenen Staat. ...  weiter
 
27.7.2014
Kundgebung für ein freies Palästina am 19. Juli, Teil 1
„Wir sind laut, wir sind laut, weil man Menschenrechte klaut!“ – Ehrenrettung der Friedensstadt durch die junge türkische Community
Ressentiments gegen die Veranstalter, Hetze von links und rechts, Ignoranz des Stadtrats

Die Kundgebung für ein freies Palästina am Samstag, den 19. Juli, organisiert von der Türkisch-Islamischen Jugendgruppe, war eine wuchtige Manifestation gegen die Unterdrückung der Palästinenser und die aktuellen Verbrechen Israels im Gazastreifen. Es war nicht nur eine der größten Demonstrationen in Augsburg der letzten Jahre, sondern wahrscheinlich auch eine der größten Demos im Rahmen der bundesweiten Gaza-Solidaritätskampagne. Der Rathausplatz war dicht gefüllt mit vielleicht mehr als 1000 Menschen, die ihrer Empörung über die Politik Israels Luft machten. Wegen der überraschend hohen Teilnehmerzahl sagten die Veranstalter die ursprünglich geplante Demonstration ab, weil sie organisatorisch nicht darauf vorbereitet waren. ...
Aus dem Inhalt: Eine wuchtige, beeindruckende Kundgebung am 19. Juli ● Ressentiments gegen die Veranstalter ● Allahu akbar, Totengedenken und verschwiegene Reden ● Hetze gegen die Aktion von links und rechts ● R4bia, ein schillerndes Handzeichen ● Die Antisemitismus-Keule gegen Free Palestine – Germany ● Einige harte Fakten zum Antisemitismus in Deutschland ● Gegenmobilisierung von Peter Grab, DIG und Bündnis für Menschenwürde ● Das Ziel von Peter Grab und Co: Israel aus der Schusslinie bringen und die schäbige deutsche Politik rechtfertigen ● Nur „Frieden jetzt!“ ohne politische Forderungen ist Scharlatanerie. Mit einem (Rüstungs-)Embargo könnte die BRD Druck auf Israel machen ● Anhang mit online-Literatur   weiter
 

8.12.2013
Beobachtungen am Hindukusch 2013
Von Matin Baraki

Ein Dach und zwei Wetter, besagt ein afghanisches Sprichwort. Ein Islam und zwei Interpretationen, nennen es kritische Beobachter in AfPak. Für Ende März war ein Treffen der höchsten afghanischen und pakistanischen Geistlichen vorgesehen. Daraus wurde jedoch nichts. Die afghanischen sollten die pakistanischen religiösen Führer davon überzeugen, Selbstmordattentate als unislamisch zu verurteilen. Jedoch die pakistanischen Geistlichen, die den Kampf der Taleban als Djehad (Heiligen Krieg) gegen fremde Besatzer ansehen, waren nicht bereit, den afghanischen Vorstellungen zu folgen. Der Präsident des islamischen Rates Pakistans, Taher Mohammad Aschrafi, hatte schon am 1. März 2013 in einem Fernseh-Interview bekräftigt, dass seine Organisation eine Verurteilung von Attentaten ablehne. Die Afghanen behaupteten, diese Haltung stimme mit der Position des pakistanischen Geheimdienstes Interservice Intelligence (ISI) überein. Sowohl die Karsei-Administration als auch die NATO-Führung spielten Aschrafis Aussage so hoch, dass am 4. März Karsei und der NATO-Generalsekretär Rasmussen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Kabul dazu aufriefen, Aschrafi auf die Terrorliste der „internationalen Gemeinschaft“ zu setzen. ...
Aus dem Inhalt: Ein Dach und zwei Wetter … ● Spannungen zwischen der afghanischen und pakistanischen Administration ● Unerträgliche Pressionen der USA auf Pakistan ● Verträge der Kabuler Administration mit der NATO stark umstritten ● Der Kampf um den Kopf des toten Kalbes – der Präsidentschaftswahlkampf läuft an ● Handverlesene Präsidentschaftskandidaten ● Übergabe des Foltergefängnisses Bagram ● Hamid Karsei, der US-Pudel, wettert gegen seinen Herrn ● Im Schulwesen liegt noch vieles im Argen, trotz gegenteiliger Propaganda ● Ausplünderung der Kabul-Bank durch ihre Manager ● Der internationale Frauentag wurde von Männern begangen ● Eine Begegnung und ein Gespräch über das frühere Kabul ● US-gelenkte Söldner üben in den Provinzen und Dörfern Terror aus ● Bereicherung und Armut, Elend, Schikane und Lebensgefahr ● Besatzung auf unabsehbare Zeit   weiter

 

3.6.2013
Greater Middle East in den internationalen Publikationen
Rezensionen von Matin Baraki

Foto: Bundesinnenminister Dr. Friedrich besucht Afghanistan, 2010-10-09, BMI Man ist geneigt zu behaupten, dass es inzwischen mehr Afghanistanexperten gibt als das Land am Hindukusch Einwohner hat. Jeder fühlt sich dazu berufen, selbst nach einem kurzen Aufenthalt in Afghanistan, darüber ein Buch bzw. Bücher zu schreiben. Den Autoren und Verlagen ist natürlich bewusst, dass sich mit Afghanistan gute Geschäfte machen lassen, unabhängig von der Qualität der Publikationen.
Es gibt Autoren, wie Reinhard Erös, die über die außerordentliche Fähigkeit verfügen, sich immer auf die richtige Seite zu schlagen. Glaubt man den Klappentexten seiner Bücher, soll der Arzt und Fallschirmjäger-Offizier 1987 bei der Bundeswehr freigestellt worden sein, um im afghanischen Bürgerkrieg die Freiheitskämpfer der freien Welt, die Modjahedin, die heute zum Teil in Ungnade gefallen sind und als Terroristen eingestuft werden, medizinisch zu betreuen. Er begleitete sie illegal nach Afghanistan und behandelte sie angeblich in „Bergdörfern und Höhlenkliniken“ u. a. in Tora Bora. Er untersuchte auch die Wrackteile der abgeschossenen Kampfjets sowjetischer Bauart (S.134). Da er seit der Besetzung Afghanistans durch die NATO dort richtig „zu Hause“ ist, baut er für seine alten Freunde in Ostafghanistan Schulen. Er hat möglicherweise verdrängt, dass seine Modjahedin, als er sie nach Afghanistan im Kampf ärztlich begleitete, Schulen zerstörten, Lehrer ermordeten und das Trinkwasser der Mädchenschulen vergifteten. ... 
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9.4.2013
Afghanistan: unsinkbarer US-Flugzeugträger
von Matin Baraki

Die Anschläge des 11. September 2001 wurden zum Anlass des Krieges gegen Afghanistan, obwohl dieser lange vorher geplant war. Wie die Washington Post am 19. Dezember 2000 berichtete, hatte die Clinton-Administration schon neun Monate vorher einen Krieg am Hindukusch in Erwägung gezogen. Hierüber gab es Konsultationen mit den Regierungen Russlands und Usbekistans. Da die usbekische Regierung sich weigerte, ihr Territorium für eine US-Aggression gegen Afghanistan zur Verfügung zu stellen, musste der Krieg zunächst verschoben werden. Auch der ehemalige Außenminister Pakistans Naiz Naik bestätigte, dass der Krieg gegen Afghanistan vor dem 11. September beschlossen worden war, denn im Juli 2001 war seine Regierung seitens der USA darüber informiert worden. Ende September 2006 brüstete sich auch der ehemalige US-Präsident Bill Clinton damit, einen Krieg gegen Afghanistan geplant zu haben. Sowohl dieser Krieg als auch der gegen Irak waren Bestandteil der „Greater Middle East Initiative“ der Neokonservativen. ... weiter
Foto: Hamid Karzai, Präsident der islamischen Republik Afghanistan. Harald Dettenborn/CC BY 3.0 DE

 

21.10.2012
Beobachtungen in Afghanistan 2012
Mit der Schonung der Verbrecher durch die Karsai-Administration wird bei vielen Afghanen die Sehnsucht nach den Taleban immer größer
Von Matin Baraki

Nach Kabul kann man in der Regel nur über Umwege reisen. Das ist auch ratsam, damit man am Kabul International Airport nicht auffällt bzw. nicht identifiziert wird, aus Europa gekommen zu sein. Bis man über Umwege Afghanistan erreicht, hat man schon einen Dreitage-Bart, den inzwischen viele Afghanen tragen.
Als ich von Frankfurt über Dubai in Peschawar ankam, hieß der Flughafen zu meiner Überraschung nicht mehr „Peshawar International Airport“, sondern „Pachakhan International Airport“. Im Vielvölkerstaat Pakistan werden die Paschtunen offensichtlich immer selbstbewusster. ...
Aus dem Inhalt: Die Leiden ● Der Flughafen in Peshawar trägt nun den Namen eines Paschtunenführers ● Nach, in und um Kabul ● Sämtliche Hoffnungen auf ein lebenswertes Afghanistan verloren ● Karsais Kabinettsstück ● Menschen aus einem Dorf ● Rahima ● Landraub als Staatsakt ● Kabul liebt nur die Reichen ● Private Alibi-Hochschule? ● Der Prediger und der Drogenhubschrauber ● Frühjahrsoffensive der NATO ● Die „befreiten“ afghanischen Frauen ● Patrioten nicht gefragt
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19.7.2012
Afghanistan als geostrategisches Operationsfeld
der Weltmächte

Von Matin Baraki

Foto: (Ausschnitt) Wikimedia Commons Public Domain Den Afghanistan-Konflikt können wir nicht verstehen, wenn dabei die geostrategische Bedeutung dieses Landes am Hindukusch unberücksichtigt bleibt. Afghanistan ist abgesehen von etwas Erdgas im Norden und Kupfer in den Minen von Ainak1, in der südlich von Kabul gelegenen Provinz Logar, relativ arm an Bodenschätzen, die für die internationalen Konzerne von großem Interesse wären. Als die Kriegsmüdigkeit in der US-amerikanischen Bevölkerung und auch bei der politischen Klasse des Landes unüberhörbar wurde und namhafte US-Politiker den Sinn des Krieges infrage stellten, weil er sich ökonomisch nicht gelohnt hätte, „fanden“ die US-Experten plötzlich Bodenschätze im Werte von einer Billion Dollar. ...
Aus dem Inhalt:
I. Die Vorgeschichte der Verteidigung am Hindukusch
II. Afghanistan in der militärischen Konzeption Deutschlands im Zweiten Weltkrieg
III. Afghanistan als Schachbrett der neuen deutschen
Imperialmacht
IV. Afghanistan als Schachbrett der US-Strategie nach dem Ende des Sozialismus
V. Alternativen zum Krieg in Afghanistan
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29.4.2011
Parlamentswahlen in Afghanistan
Ende einer Farce
Von Matin Baraki

Foto: (Ausschnitt) Wikimedia Commons Public Domain Da der unter den Taliban subsumierte Widerstand inzwischen 70 Prozent des Landes kontrolliert, und im Rest Afghanistans Wahlfälschung programmiert ist, wird die ganze Sache von der Bevölkerung als ein billiges Puppentheater Karsais angesehen...
Damit ist der Wahlbetrug in Afghanistan amtlich, bilanzierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Seit dem formalen Ende der Parlamentswahlen waren bis Mitte Oktober schon 4600 und bis Mitte November stolze 6000 Berichte bei der Beschwerdekommission eingegangen. Davon sind 2500 Vorkommnisse dermaßen schwerwiegend, dass sie den Ausgang in den betroffenen Wahlkreisen beeinflussen, meldeten die Presseagenturen. Es mussten Stimmzettel aus 130 Wahllokalen für ungültig erklärt werden. Deswegen standen die Wahlbehörden unter solchem Druck, dass sie „1,3 Millionen der 5,6 Millionen abgegebenen Stimmen wegen Betruges für ungültig erklärt“ haben... Auch gegen den Warlord und ehemaligen Gouverneur des westafghanischen Provinz Herat und amtierenden Minister für Wasserkraft und Energie, Mohammad Ismael Chan soll eine Untersuchung eingeleitet werden. Seine Telefongespräche waren abgehört worden, in denen er die Wahlhelfer zur Fälschung aufgefordert hatte...
Auch sechs Monate nach dem Ende der Parlamentswahlen in Afghanistan, ist das Gremium immer noch nicht arbeitsfähig. Das Geschacher um die durch Fälschung und Stimmkauf ins Parlament gelangten Abgeordneten war kaum zu Ende, da ist „der Kampf um den Kopf des toten Esels“, wie die Afghanen es nennen, entbrannt. Der ehemalige Präsident, ein Warlord und Kriegsverbrecher, Mohammad Jonus Qanuni, will weiter Parlamentspräsident bleiben. Aber auch Abdul Rab Mohammad Rasul Sayaf, ein Kriegsverbrecher und Massenmörder, will das Amt für sich haben. Der Kabuler Präsident Abdul Hamid Karsai verhandelt mit beiden, um den Streit endlich zu beenden. Qanuni soll ein wichtiges Ministerium, möglicherweise das Außenministerium und Sayaf das Amt des Präsidenten des obersten Gerichtes bekommen... Als eine Abgeordnete daran erinnerte, dass im neuen Kabuler Parlament Menschen sitzen, die in den Jahren des Bürgerkrieges unter den Modjahedin (1992-1994) ihren Gegnern Nägel in die Köpfe geschlagen hätten, kam es im Parlament zu einer wilden Schlägerei, die später auch außerhalb des Hauses fortgesetzt wurde...
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8.1.2011
Afghanistan

Beobachtungen im Protektorat der freien Welt am Hindukusch
von Matin Baraki

Angekommen in Kabul, in einer Sechs-Millionen-Stadt mit ca. 500 000 Fahrzeugen, einer Stadt in Finsternis, über der eine Rauch- und Staubdecke lastet. Man musste den Atem anhalten, weil man das Gefühl hat zu ersticken. Egal aus welcher Richtung man sich der Stadt nähert, man sieht schon von Weitem die Rauch- und Staubdecke.
In der nördlich von Kabul gelegenen US-Militärhaftanstalt Bagram, die am Hindukusch als afghanisches Guantanámo bezeichnet wird, werden nach einem Bericht des privaten TV-Senders Tolo immer noch 600 Menschen festgehalten, ohne Anklage und Gerichtsverfahren. Die Afghanen sind der Meinung, dass die Verhältnisse in Bagram sogar schlimmer sind als in Guantanámo. Viele Foltermethoden sind zunächst in Bagram getestet und dann im irakischen US-Gefangenenlager Abu Graib und später in Guantanámo angewandt worden... Im Bezirk fünf im Westen der Hauptstadt sind die Straßenverhältnisse so schlimm, wie irgendwo ganz weit auf dem Lande. Er könnte genauso gut ein beliebiger Slum in Rio oder in Mumbai sein. Da der Magistrat der Stadt Kabul sich darum nicht kümmert, haben die Einwohner in Eigeninitiative Teile der Hauptstraße repariert und eine provisorische Brücke gebaut... Wenn deutsche Politiker Afghanistan besuchen und von einem „Wiederaufbau“ reden, muss man davon ausgehen, dass sie von den realen Verhältnissen, selbst in vielen Bereichen der Hauptstadt, nichts mitbekomme
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4.8.2010
Im Frühjahr 2010

Beobachtungen in Afghanistan II
von Matin Baraki

Schamschad-TV berichtete am 22. Februar 2010 aus Jalalabad, dass US-Soldaten in der nordöstlichen Provinz Kunar fünf Schüler der 9., Ich 10. und 11. Klasse eines Gymnasiums, die sich nach dem Unterricht in ihre Schlafräume zurückgezogen hatten, erschossen haben. Ein ca. sechsjähriges Kind, das die Ermordeten als seine Cousins bezeichnete und deren Namen einen nach dem anderen vortrug, heulte vor laufender Kamera. Dorfbewohner berichteten, dass die Erschießung der Kinder durch falsche Informationen eines US-Agenten verursacht wurde. Es ist nicht das erste Mal, dass im Krieg gegen Afghanistan zunächst geschossen und erst dann gefragt wird. Im nordafghanischen Kundus hatte Bundeswehr Oberst Georg Klein am 4. September 2009 nach dem gleichen Muster die Bombardierung angeordnet, infolge dessen nach ersten afghanischen Angaben 157 Menschen getötet wurden.
Die NATO-Soldateska hat in Afghanistan drei Frauen, ein Mädchen und einen Mann getötet, deren Leichen mit verbundenen Augen gefunden wurden, wie Mohammad Taher, ein Mitglied dieser Familie bekanntgab. Tolo-TV berichtet am 15. März 2010, dass diese Mordtat zunächst von der NATO verheimlicht wurde. Die steigende Zahl der zivilen Opfer verursacht erneut scharfe Reaktionen in der afghanischen Öffentlichkeit. Die Tageszeitung Nejat nannte am 24. Februar 2010 die Präsenz der NATO-Einheiten in Afghanistan als gesetzwidrig.
Nach einem am 17. März 2010 verbreiteten Bericht der Vereinten Nationen war 2009 das mörderischste Jahr für die zivile Bevölkerung in Afghanistan... Aus dem Bericht geht außerdem noch hervor, dass die afghanische Polizei beim Drogenhandel und am Menschenraub beteiligt ist. Dies ist ein Seitenhieb auf die Deutschen, die seit 2001 die Polizei des Kabuler Regimes ausbilden und ausrüsten; ein weiterer Schlag ins Gesicht der Deutschen ist, dass die USA bei der Aufstellung der afghanischen Polizei bei Null anfangen wollen... 
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3.8.2010
Im Frühjahr 2010

Beobachtungen in Afghanistan I
von Matin Baraki

Der Bulldozer-Diplomat und derzeitige US-Beauftragte für Afghanistan und Pakistan (AfPak), Richard Holbrooke, hat die südliche afghanische Provinz Helmand besucht, wo die NATO-Besatzer unter US-Armeeführung in den Bezirken Mardjah und Nadeali einen Krieg der verbrannten Erde führen. Holbrooke verkündete bezüglich dieses Vernichtungskrieges seine volle Zufriedenheit mit den Ergebnissen der Kampfhandlungen. Dass seit Beginn des Krieges am 11. Februar mehr als 3000 Familien geflüchtet und zahlreiche Zivilisten getötet worden sind, wie die Tageszeitung „Wahdat“ am 5. März 2010 berichtete, war für Mr. Holbrooke nicht mal der Erwähnung wert. Tausende Flüchtlingsfamilien sind zum Teil barfuß nach Laschkargah, der Hauptstadt der Provinz Helmand, geflüchtet und hoffen auf Hilfe, die nicht kommt.
Die Flüchtlinge berichteten von einem gnadenlosen Krieg in Mardjah und Nadeali, wo Straße für Straße und Haus für Haus durchkämmt würden. Sie sprachen vom Einsatz aller Waffengattungen, darunter Kampfhubschrauber und -jets, Artillerie und Panzer, auch vom massiven Einsatz unbemannter Drohnen. In nur einer Woche wurden 14 Drohneneinsätze registriert. Im ganzen Jahr 2009 waren es 200 gewesen, meldete Khybar-TV aus Peschawar. Die US-Armee setzt massiv Drohnen ein, um die Besatzersoldaten nicht zu gefährden. Trotzdem wurden am 19. Februar 2010 sechs von ihnen durch Widerständler getötet. Am 21. Februar 2010 waren es schon 16... 
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18.8.2009
Vielfältiger Widerstand in Afghanistan

„Aber im Endergebnis müssen sie Afghanistan verlassen. Die afghanische Bevölkerung akzeptiert keine Besatzer.“
Interview mit Dr. Matin Baraki

Bei einem Besuch Matin Barakis in Augsburg am 10. August 2009 nahm die Redaktion des Forums die Gelegenheit zu einem ausführlichen Interview wahr. Matin Baraki war erst im Frühjahr in Afghanistan und Pakistan und konnte sich dort vor Ort über die aktuellen Entwicklungen informieren. Vieles war uns vorher nicht klar: die Vielfalt des Widerstands in Afghanistan; die Erosion der afghanischen Armee, deren Offiziere zunehmend mit dem Widerstand kooperieren; das private Söldnertum – auch durch deutsche Regierungsstellen zunehmend organisiert – bis hin zu gesetzlosen Privatgefängnissen; die Rolle der großen NGOs als eigentliche Regierung Afghanistans; „Wiederaufbau“ als getarnte Infrastrukturprojekte für die NATO; gefälschte Wahlen, die offensichtlich in Washington entschieden werden; die elende Lage der Bevölkerung, die sich – Matin Barakis Großfamilie eingeschlossen – buchstäblich an jeden Strohhalm klammern müssen, um zu überleben. Wir danken Matin Baraki für dieses Interview, das uns kurz vor den Präsidenten- und Regionalwahlen in Afghanistan – sie finden in zwei Tagen statt –, wesentliche Hintergrundinformationen zur Verfügung stellt. weiter

 

13.4.2009
Dem Frieden eine Chance, Truppen raus aus Afghanistan
von Matin Baraki
Ausgearbeitete Fassung der Rede auf der Demonstration am 20. September 2008 in Berlin gegen die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan

Den Krieg gegen Afghanistan können wir nicht verstehen, wenn wir zwei Dinge dabei nicht berücksichtigen: Zum einen die geostrategische Lage Afghanistans. Von Afghanistan aus kann die gesamte Region des Nahen und Mittleren Ostens, Mittelasien, der Kaukasus und Südasien erreicht werden. Von Afghanistan ist es bis zu den Ländern, wo das schwarze Gold herkommt nur noch ein Katzensprung. Das Land am Hindukusch ist längst zu einem unsinkbaren Flugzeugträger für US-, NATO- und Bundeswehreinheiten degradiert worden. Zum anderen die Großmachtambitionen der wieder erwachten herrschenden Klasse des nun groß gewordenen Deutschlands. Auffällig ist, daß Afghanistan stets dann für Deutschland von Interesse war, wenn die politische und militärische Klasse Deutschlands Großmachtambitionen hegte. Daran hat sich bis heute nichts geändert! … weiter

 

12.4.2009
Eine Exit-Strategie für Afghanistan und weitere Perspektiven
von Matin Baraki

Die Empfehlungen Matin Barakis für eine Exitstrategie für Afghanistan liegen eigentlich schon seit Jahren vor. Wir wollen sie hier noch einmal explizit veröffentlichen, denn die internationalen Konferenzen der jüngsten Zeit gehen leider nach wie vor in die exakt falsche Richtung. Statt der von Baraki empfohlenen und einzig erfolgversprechenden Option 2, die mit einem sofortigen Abzug fremder Truppen aus Afghanistan verbunden ist, geht die NATO zunächst in Richtung Option 1. Diese Option ist mit einer Aufstockung der Besatzungssoldaten verbunden, wobei die Option 3 in Aussicht gestellt wird, die einen langfristigen Abzug vorsieht. Da das Nato-Bündnis gerade auch mit Afghanistan in eine brandgefährliche Krise schleudert und den Bewohnern des Landes jede Perspektive nimmt, sind die Vorschläge Barakis für Perspektiven Afghanistans brandaktuell. … weiter

 

31.3.2009
Mittlerer Osten und Zentralasien im Rahmen der Geostrategie der NATO
von Matin Baraki

Es handelt sich im Folgenden um die schriftliche Fassung eines Vortrags, den Matin Baraki auf der Sommerakademie des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung gehalten hat, an der 350 Menschen teilnahmen.
Ohne die extrem brisante geostrategische Bedeutung und die wichtigen Naturreichtümer dieser Region können die vielfältigen Konflikte, besonders die, die seit dem Ende der multipolaren Weltordnung entbrannt sind, nicht erklärt werden. Mittleren Osten und Zentralasien, wozu natürlich auch Afghanistan gehört, waren stets Opfer ihrer geostrategischen Lage. Afghanistan wurde im Rahmen des „Great Game“ zweimal im 19. Jahrhundert (1838-1842 und 1878-1880) und einmal im 20. Jahrhundert (1919) durch die britische Kolonialmacht überfallen. In den ersten beiden Fällen wurde das Land für einige Jahre besetzt gehalten, infolgedessen kam es zu Volkserhebungen, die zur völligen Vernichtung der britischen Besatzungsmacht führten. … 
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20.1.2009
Verschiedene Aktionen in der Stadt
„Stoppt den Krieg in Gaza – Für einen gerechten Frieden im Nahen Osten“

zur DiashowVier Aktionen in Augsburg ● Anhang 1: Eine Zusammenstellung sehr wichtiger und interessanter Hintergrundartikel und Quellen ● Anhang 2: Exkurs: Ein Augsburger Likud-Block oder nur allzu deutsche antideutsche Islamophoben? ● Bilder ● Reden  weiter

 

8.1.2009
Eine ausgezeichnete Stellungnahme der Kommunistischen Partei Israels
„Das Wichtigste ist es zu erkennen, dass es innerhalb Israels eine Opposition gegen den Krieg … gibt.“
Stoppt das Töten! Nein zur Blockade! Ja zum Leben für beide Völker! Juden und Araber weigern sich Feinde zu sein! Unsere Forderung: Vollständiger Waffenstillstand und Aufhebung der Belagerung von Gaza – Jetzt!

zur DiashowFoto: indymedia Zur Zeit sind in ganz Israel, in allen Städten beinahe täglich Aktionen gegen das Regierungsverbrechen in Gaza. Dabei spielt die KP Israels eine wichtige Rolle. Das Bündnis Hadash kämpft für Frieden und soziale Gerechtigkeit und in ihr Maki, die kommunistische Partei Israels. Die linksgerichtete jüdisch-arabische Partei Hadash erhielt bei den Parlamentswahlen am 28.3.2006 2,7% der Stimmen und ist mit drei Abgeordneten in der Knesset vertreten…
Erklärung von Maki, der Kommunistischen Partei Israels vom 2. Januar 2009: Das Töten in Gaza geht weiter. Hunderte von Palästinensern wurden getötet, Tausende verletzt, Luftschläge haben totale Verwüstung angerichtet und ganze Familien wurden obdachlos. Die Einwohner im Süden Israels werden von einer Regierung gefangen gehalten, die sie anlügt und missbraucht. Zerstörung und Tod in Gaza wird nicht ihre Zukunft sicherstellen sondern zu noch mehr Gewalt und Töten führen. …  
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01.08.2014  Kundgebung für ein freies Palästina, Teil 2: Interessante Reden, von den Medien verschwiegen
27.07.2014  Kundgebung für ein freies Palästina, Teil 1: Ressentiments gegen die Veranstalter
08.12.2013  Beobachtungen am Hindukusch 2013, Von Matin Baraki
03.06.2013  Greater Middle East in den internationalen Publikationen, Rezensionen von Matin Baraki
09.04.2013  Afghanistan: unsinkbarer US-Flugzeugträger, von Matin Baraki
21.10.2012  Beobachtungen in Afghanistan 2012: viele Afghanen sehnen sich nach den Taleban
19.07.2012  Afghanistan als geostrategisches Operationsfeld der Weltmächte. Von Matin Baraki
04.06.2011  Beobachtungen in Tschuristan, einem Ort des Raubes
29.04.2011  Parlamentswahlen in Afghanistan: Ende einer Farce
08.01.2011  Beobachtungen im Protektorat der freien Welt am Hindukusch
04.08.2010  Im Frühjahr 2010: Beobachtungen in Afghanistan II, von Matin Baraki
03.08.2010  Im Frühjahr 2010: Beobachtungen in Afghanistan I, von Matin Baraki
18.08.2009  Vielfältiger Widerstand in Afghanistan – Interview mit Dr. Matin Baraki
13.04.2009  Dem Frieden eine Chance, Truppen raus aus Afghanistan – Rede bei der Berliner Afghanistandemo
12.04.2009  Eine Exit-Strategie für Afghanistan und weitere Perspektiven, von Matin Baraki
31.03.2009  Mittlerer Osten und Zentralasien im Rahmen der Geostrategie der NATO
13.01.2009  Aktionen: „Stoppt den Krieg in Gaza – Für einen gerechten Frieden im Nahen Osten“
08.01.2009  Eine ausgezeichnete Stellungnahme der Kommunistischen Partei Israels zum Gaza-Konflikt
20.08.2008  Beobachtungen im US-Protektorat Afghanistan: Im Frühling am Fuße des Hindukusch
20.08.2008  Bildergalerie: Beobachtungen im Protektorat Afghanistan, Fotos von Matin Baraki
18.06.2008  Mahnwache gegen Verlängerung oder Erweiterung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan
03.07.2007  Afghanistan: zunächst zerstört, dann besetzt, von Matin Baraki
07.03.2007  Heinz Paula antwortet Pax-Christi, die Augsburger Grünen wollen sich reinwaschen
05.03.2007  Offene Briefe an MdB Heinz Paula wegen Tornado-Einsatz in Afghanistan
31.12.2006  Tagebuch einer Reise in ein besetztes Land – ein Bericht von Matin Baraki über Afghanistan
28.10.2006  Bundeswehr, Taliban und der Krieg in Afghanistan – von Matin Baraki
02.08.2006  Brief ans Forum: Eine Stimme aus Bethlehem – Naher Osten als Schlachtfeld der Nato
22.03.2005  Interviews mit Exiliranern zu den Angriffsplänen von Bush/Rice
23.07.2004  Sumaya Farhat-Naser: Brief aus Palästina
24.10.2003  Das Ende des Zionismus? Von Avraham Burg
27.07.2003  Aktionen von Regimegegnern aus dem Iran – Kundgebung am Kö, Presseschau, Flugblätter
22.06.2003  Massenproteste im Iran, Hintergrundartikel, Stellungnahme von Robert Hösle


   
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