Kundgebung für ein freies Palästina am 19. Juli, Teil 1

„Wir sind laut, wir sind laut, weil man Menschenrechte klaut!“ – Ehrenrettung der Friedensstadt durch die junge türkische Community

Ressentiments gegen die Veranstalter, Hetze von links und rechts, Ignoranz des Stadtrats

zur Druckversion  

 

Eine wuchtige, beeindruckende Kundgebung am 19. Juli

Die Kundgebung für ein freies Palästina am Samstag, den 19. Juli, organisiert von der Türkisch-Islamischen Jugendgruppe, war eine wuchtige Manifestation gegen die Unterdrückung der Palästinenser und die aktuellen Verbrechen Israels im Gazastreifen. Es war nicht nur eine der größten Demonstrationen in Augsburg der letzten Jahre, sondern wahrscheinlich auch eine der größten Demos im Rahmen der bundesweiten Gaza-Solidaritätskampagne.

Der Rathausplatz war dicht gefüllt mit vielleicht mehr als 1000 Menschen, die ihrer Empörung über die Politik Israels Luft machten. Wegen der überraschend hohen Teilnehmerzahl sagten die Veranstalter die ursprünglich geplante Demonstration ab, weil sie organisatorisch nicht darauf vorbereitet waren. Es waren wohl überwiegend junge Menschen, deren Eltern aus der Türkei stammen, auf dem Platz, aber auch andere, darunter deutsche Linke, Palästinenser und… Stadtrat Peter Grab. Sonst wurde von uns weder eine Stadträtin oder ein Stadtrat gesehen, noch jemand von Der Linken. Die Kundgebung wurde auch im Namen der Friedensstadt Augsburg durchgeführt und diente damit angesichts der empörenden Bombardierung Gazas auch zur Ehrenrettung der Stadt.

Soweit nicht anders bezeichnet, sind die Fotos von https://www.facebook.com/DemonstrationAugsburgFreePalestine

Leider war auch vom Integrationsbeirat wohl niemand anwesend. Das mag auch daran liegen, dass die Mobilisierung zu dieser Kundgebung hauptsächlich über Facebook[1] lief und die Augsburger Allgemeine erst am Samstag eine Ankündigung schrieb, also am Tag der Aktion, noch dazu mit einem Warnhinweis: „Heute Demonstration für Palästina. Besorgte Stimmen im Vorfeld“, der ja nicht gerade mobilisierend wirkte.[2]

Ressentiments gegen die Veranstalter

Dabei ließ die AZ Rabbiner Henry Brandt von der Jüdischen Gemeinde und Dieter Münker von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft zu Wort kommen, die Ressentiments gegen die Veranstalter verbreiteten, die sich aus der Facebookseite mit Stand 19. Juli unseres Erachtens nicht bestätigen lassen. Im Gegenteil hieß es dort:

Liebe Schwester & Brüder,

ich bin der Veranstalter von heute und wollte euch nochmals bitten, dass wir heute unsere Demonstration friedlich absolvieren. Ich bin mir auch sicher, dass es friedlich ablaufen wird. Aber laut einer Augsburger Zeitung wird es heute nicht friedlich laufen. Zeigen wir denen, dass wir die FRIEDLICHSTEN SIND, aber eins können wir nicht versprechen und das ist, dass wir leise bleiben (90db). Wir werden dort sein, wir werden laut, aber trotzdem bleiben wir FRIEDLICH, denn wir wissen, was unsere Pflichten sind.

Falls es zu einen Gegendemo kommt, was wir nicht hoffen, bitten wir euch, dass ihr ruhig bleibt und das Ganze unseren POLIZISTEN und dem VERANSTALTUNGSTEAM überlasst! Ich erläutere nochmals, keiner soll sich von unbekannten Personen provozieren lassen, und bitte ruhig (friedlich) bleiben!!!

Selamun Aleykum

Verständlicherweise wurde bei der Kundgebung viel auf Türkisch gesprochen, aber die Parolen wurden immer wieder auch auf Deutsch skandiert, so z. B.: „Wir sind laut, wir sind laut, weil man Menschenrechte klaut!“, „Freiheit für Palästina!“, „Kindermörder Israel“, „Frauenmörder Israel“, „Ein Moslem ist kein Terrorist. Und ein Terrorist ist kein Moslem“, „Augsburg will Frieden“. Die Parolen waren teilweise nicht unproblematisch, vor allem, wenn eine tendenziell grundsätzliche Gegnerschaft zu Israel aufschien und das vor dem Hintergrund türkischer Nationalfahnen. Allerdings hat sich die israelische Regierung die weltweit anschwellende Empörung über das gnadenlose Abschlachten von Frauen und Kindern in Gaza selbst zuzuschreiben. Wen wundert es, wenn diese Empörung auch in Hass auf den Staat Israel umschlägt? Und – auch Hass auf den Staat Israel ist noch kein Antisemitismus. (ausfürlicher dazu weiter unten). Wenn der Staat Israel nicht „Kindermörder“ genannt werden will, muss er aufhören, Kinder zu töten.

Gegen meist haltlose Vorwürfe, die u. a. in der Augsburger Allgemeinen permanent verbreitet werden – vor und nach der Demonstration am 19. Juli auf dem Rathausplatz – wehrt sich der Veranstalter Fatih-Mehmet Pürlü: „Die Demo sei »super« und friedlich gelaufen, letzteres bestätige die Polizei. Auch antisemitische Parolen habe es nicht gegeben und alle Reden (bis auf ein Gebet) seien übersetzt worden.“[3]

Ohne weiteren Nachweis schrieb die AZ in der Freitagsausgabe z. B.: „Viele Deutsche – und auch Türken – waren schockiert über die Anti-Israel-Demonstration auf dem Rathausplatz.“[4] Einen Tag zuvor schrieb die AZ, auch diesmal ohne jeden Beleg: „Auch in Augsburg waren schon judenfeindliche Parolen zu hören. Rund 600 Menschen demonstrierten am vergangenen Samstag auf dem Rathausplatz. Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth, hat dafür kein Verständnis: »Ich kann es nicht akzeptieren, wenn Juden in Augsburg Angst haben müssen, auf die Straße zu gehen. ...«“[5] Dies ist eine völlig unangebrachte Dramatisierung der Lage in der Stadt und verantwortungslose Panikmache. Eigentlich ist es andersherum: zwei Moscheen wurden beschmiert und nicht etwa die Synagoge.

Mit einer Salve ausschließlich pro-israelischer Leserbriefe, die aus allen Rohren gegen die Kundgebung am 19. Juli hetzten bis hin zu Vergleichen mit der Propaganda im Dritten Reich, positionierte sich die Augsburger Allgemeine vom Mittwoch auf ihre Art.[6] Die haltlosen, haßerfüllten Behauptungen in diesen Leserbriefen waren die einzigen „Belege“, die die AZ brachte.

Allahu akbar, Totengedenken und verschwiegene Reden

Die immer wieder erschallenden Rufe Allahu akbar – Gott ist (unvergleichlich) groß – können in diesem Zusammenhang nicht nur als Glaubensbekenntnis verstanden werden. Obwohl auch dies legitim wäre, auch wenn es Anhängern des christlichen Abendlandes vielleicht nicht so gefällt. Sondern dieser laute Ruf ist auch als eine Art Hilferuf zu verstehen. Das Takbir (Rufen von Allahu akbar) geschieht in Bedrängnis, aus Leid, in der Notlage, aus Qual und Verzweiflung.[7] Übrigens, akbar hat die semitische Wurzel k-b-r.

Foto: Redaktion

Das Totengedenken aus dem Koran wurde auch auf Arabisch abgehalten und es gab neben kürzeren Statements auf Deutsch mindestens zwei längere Kundgebungsreden in deutscher Sprache, die von den Medien – linken, bürgerlichen und rechten – nicht erwähnt wurden. Sie wurden von zwei jungen Frauen gehalten, eine von ihnen war eine Palästinenserin, die im Raum Augsburg lebt und auch schon bei der voraufgehenden Montags-Mahnwache für den Frieden am Königsplatz gesprochen hat. Wir veröffentlichen diese beiden Kundgebungsbeiträge im Folgeartikel.[8]

Hetze gegen die Aktion von links und rechts

Ein Hetzartikel von inksunten.indymedia.org[9] unterschlug diese beiden Beitrage geflissentlich. Auch die Augsburger Allgemeine erwähnte die Kundgebungsreden in ihrem knappen Bericht nicht, schrieb aber ziemlich sachlichen und ausgewogenen und widerlegte damit eigentlich die Bedenken und Anwürfe des Rabbiners und der DIG (s. oben).[10] Die DAZ ignorierte diese große Kundgebung, auch die Stadtzeitung schrieb nichts.

Eine krude Plattform namens Der Ludwig hetzte[11] :

Die Kundgebung, die am vergangen Samstag zwischen 15h und 17h auf dem Rathausplatz unter dem Titel „Free Palestine. Augsburg will Frieden“ stattfand, bot ein Bild, wie es dieser Tage in einigen deutschen Städten zu beobachten war. Kundgebungen für den Frieden im aktuellen Konflikt um den Gaza-Streifen gerieten zunehmend zu Veranstaltungen, in denen der offene Hass gegen den Staat Israel propagiert wurde und bei denen eindeutig antisemitische Ressentiments zum Ausdruck kamen.

Auch „offener Hass gegen den Staat Israel“ muss noch kein Antisemitismus sein und „eindeutig antisemitische Ressentiments“ kamen auf der Kundgebung nach unserer Beobachtung nicht zum Ausdruck.

Auch linksunten.indymedia.org hetzte nach Kräften gegen die Kundgebung[12] – ein Jammer für eine Plattform, die sich auf dem Gebiet des Antifaschismus eigentlich große Verdienste erworben hat. Schon die Mobilisierung über Facebook passte linksunten.indymedia nicht: „Schon die Kommentare und Beiträge in der Veranstaltungsgruppe ließen darauf schließen, dass sich auch viele Personen zusammenfinden könnten, die nicht unbedingt nur für eine friedliche Lösung des Konfliktes einstehen würden. Es fand sich ein Sammelsurium von Kommentaren aus Holocaustrelativierungen und -befürwortungen, Rachegelüsten und antiisraelischer Bildpropaganda, welche im Vorhinein schon zur Sorge über den Verlauf der Veranstaltung führte.“

Uns kommt das einer bodenlosen Denunziation der Veranstalter gleich, die ihre Friedfertigkeit auch noch demonstrierten, als am Rande der Kundgebung von einer Personengruppe provoziert wurde mit einem Banner: „Free Gaza from Hamas!“. Linksunten.indymedia.org sollte sich einmal fragen, ob „fck hms“ als Pseudonym für seinen Artikel oder Äußerungen wie „Teile der Redebeiträge wurden in türkischer Sprache gehalten, was in sozialen Netzwerk für reichlich Unmut einiger Teilnehmer_innen sorgte.“ nicht selbst in eine hasserfüllte und rassistische Richtung gehen.

Bedauerlicherweise begibt sich die linksradikale, antifaschistische Plattform Linksunten.indymedia.org damit in bedenkliche Nähe von rechten, islamophoben und türkenfeindlichen Plattformen wie pi (politically incorrect). Pi schrieb: „Bei einer Großdemonstration am Samstag, den 19.7. in Augsburg zeigte die islamische Ummah einmal mehr ihr Mobilisierungspotential gegen den demokratischen Staat Israel, der sich gegen die Raketenangriffe der islamfaschistischen Hamas wehrt.“[13]

Pi schrieb:

Aufgrund eines extra einbestellten Sicherheitsdienstes kam es zu keinen Auseinandersetzungen auf dieser Demonstration. Allerdings kann man stark vermuten, dass hinter der Türkisch-Islamischen Jugendgruppe niemand anderes als die faschistischen Grauen Wölfe stehen.

Screenshots von Bildern dieser Demonstration aus unterschiedlichen Facebookprofilen erhärten diese Vermutung. Das Handzeichen der, bei dem vier Finger bei einem angezogenen Daumen gezeigt werden und das ebenfalls auf diesen Bildern zu sehen ist, ist das der R4bia und wird von Sympathisanten der Muslimbruderschaft verwendet. Die terroristische Hamas ist der bewaffnete Arm der Muslimbruderschaft.[14]

Von Seiten der rechten Plattform politically incorrect ist es eine reine Mutmaßung und Unterstellung, dass hinter dem Veranstalter die Grauen Wölfe stehen. Was PI und andere allerdings nicht mitbekommen haben: einer der Kundgebungsredner muss tatsächlich zu den Grauen Wölfen gezählt werden, da er während seiner Rede vom Podium aus den Gruß der Grauen Wölfe zeigte (Daumen Zeigefinger und kleiner Finger ausgestreckt, Mittelfinger und Ringfinger eingezogen).[15] Wir werden versuchen, das weiter aufzuklären. Eine große Anhängerschaft der Grauen Wölfe scheint nicht unbedingt auf dem Platz gewesen zu sein. Auf den Fotos von der Menschenmasse sieht man ganz vereinzelt zwei-, dreimal den Wolfsgruß, den wohl junge Frauen machten.

R4bia, ein schillerndes Handzeichen

Massenhaft dagegen wurde von den jungen Leuten R4bia gezeigt, ein Handzeichen, bei dem vier Finger ausgestreckt werden bei angezogenen Daumen. Stark vereinfacht gesagt, ist dies das Zeichen von Sympathisanten der Muslimbruderschaft, der auch die Hamas nahe steht. de.wikipedia.org weiß aber von einer erweiterten bedeutung: „Das Symbol kommt schon aus dem islamistischen Spektrum, ist aber kein dezidiertes Zeichen für islamischen Radikalismus. Es hat durchaus eine Bedeutungserweiterung erfahren hin zu Protest gegen Diktatur und Willkürherrschaft im Allgemeinen.“ Allerdings kann dieses Zeichen inzwischen auch Unterstützung für Erdogan bedeuten.[16]

Die Antisemitismus-Keule gegen Free Palestine - Germany

Die Augsburger Aktion am 19. Juli reiht sich ein in eine bundesweite Kampagne Free Palestine - Germany[17] , deren Logo so aussieht:

In der Übersetzung von Free Palestine selbst heißt dies:

Unsere Ziele sind: DEMONSTRIEREN BOYKOTTIEREN UNWISSENDE AUFKLÄREN DIE WAHRHEIT ENTBLÖßEN KEIN HASS I KEIN KRIEG!

Wir halten dies für einen sehr guten Forderungskatalog, den man würdigen sollte. Was aber machen deutsche Politik und deutsche Medien daraus? Sie halluzinieren „Antisemitismus“ allerorten und stoßen Drohungen aus bis hin zur Ankündigung von Polizeimaßnahmen gegen die Palästina-Solidaritätsbewegung in Deutschland. Es ist schon widerlich, wie der Gazasolidarität „judenfeindliche Parolen“ unterstellt werden, und die Bundesregierung, die Kanzlerin, der Außenminister, der Justizminister sich „alarmiert“ geben und notorisch das Recht Israels auf Selbstverteidigung reklamieren. Das gnadenlose Abschlachten der Zivilbevölkerung durch Israels Angriff auf den Gaza scheint die Bundesregierung weniger zu „alarmiern“ als die Widerstands- und Solidaritätsbewegung, die sich in Deutschland entwickelt. Während sich auf UN-Ebene inzwischen der Menschenrechtsrat einschaltet wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen Israels, versucht die Bundesregierung immer noch die Palästina-Solidaritätsbewegung mit der Keule des Antisemitismus zu erschlagen.

Im Grunde verteidigt die Bundesregierung damit ihre hemmungslose Unterstützung Israels im Bunde mit den USA und anderen europäischen Staaten und drückt sich vor notwendigen und sehr wirkungsvollen Maßnahmen wie gezielter Boykott und Einstellung der Rüstungslieferungen.

Dabei holt sich die Bundesregierung auch Rückendeckung von EU-Seite. Siehe zum Beispiel die gemeinsame Erklärung der Außenminister Italiens, Frankreichs und Deutschlands vom 22. Juli:[18]

Antisemitische Hetze und Anfeindungen gegen Juden, Angriffe auf Menschen jüdischen Glaubens und Synagogen haben in unseren Gesellschaften keinen Platz.

Wir verurteilen die hässlichen antisemitischen Äußerungen, Demonstrationen und Übergriffe der letzten Tage in aller Schärfe.

Wir respektieren die Demonstrationsfreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung, werden aber mit allen Mitteln des Rechtsstaats gegen Taten und Äußerungen vorgehen, die die Grenze zu Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit überschreiten.

Nichts, einschließlich der dramatischen militärischen Konfrontation in Gaza, rechtfertigt ein solches Handeln bei uns in Europa.

Wir werden gemeinsam und in unseren Ländern alles dafür tun, dass alle unsere Mitbürger weiter unbehelligt von antisemitischen Anfeindungen in Ruhe und Sicherheit leben können.

Selbst wenn es vereinzelt antisemitische Hetze und Ausschreitungen gab, so ist diese einseitige, pauschale Darstellung ohne jeden Nachweis rein demagogisch und dient nur der Verunglimpfung der Solidaritätskampagnen in Europa und der Vertuschung der Unterstützung und Duldung der israelischen Politik durch die EU.

Einige harte Fakten zum Antisemitismus in Deutschland

Die Strategie der Bundesregierung ist nicht nur übel, sondern auch scheinheilig. Denn die gleiche Bundesregierung sieht sich seit Jahren nicht in der Lage und nicht Willens – wollen wir hier behaupten –, die Hauptkräfte des Antisemitismus, faschistische und neofaschistische Organisationen, wie zum Beispiel die NPD, zu stoppen und ihre Aktivitäten nachhaltig zu unterbinden. Im Gegenteil, diesen Kräfte wird auch noch gestattet, sich an Parlamentswahlen zu beteiligen und Wahlkampfkostenerstattung zu kassieren. Während die Bundesregierung und die Landesregierungen also offensichtlich nichts Entscheidendes unternehmen gegen einen relativ hohen Prozentsatz antisemitischer Einstellungen in der Bevölkerung[19] , wird jedes Mal, wenn der Staat Israel wieder gegen die Palästinenser losschlägt, ein Anwachsen des Antisemitismus behauptet. Dabei ist wissenschaftlich fundiert überhaupt kein Anwachsen des Antisemitismus zu verzeichnen.

Der Historiker Wolfgang Benz, einer der wichtigsten Experten in Deutschland, wenn es um die wissenschaftliche Beurteilung von Judenhass geht, äußert sich aktuell zur Antisemitismus-Kampagne interessierter Kreise. Wir zitieren aus der Westdeutschen Zeitung[20] :

Wie viele Antisemiten gibt es in Deutschland?

Benz: Alle Umfragen ergeben regelmäßig, dass 15 bis 20 Prozent der Deutschen eine negative Einstellung gegenüber Juden haben. Das bedeutet nicht, dass sie fanatische Antisemiten sind. Aber das ist der eine oder andere ererbte Vorverhalt. Die Zahl der Hardcore-Antisemiten, die mit Schaum vor dem Mund den Juden bekämpfen, verjagen oder vernichten wollen, ist hier in Deutschland ganz gering.

Hat sich der Antisemitismus in Deutschland im Lauf der letzten Jahre verändert?

Benz: Da gibt es überhaupt keinen Unterschied. Genauso wenig wie es ein lawinenartiges Anwachsen gibt. Was aber tatsächlich neu ist: Die Stimmung gegenüber Israel wird immer schlechter. Manche Antisemiten glauben, jetzt ein Ventil gefunden zu haben: Denn Kritik an Israel ist eben nicht verpönt – wenn sie sich in normalen Bahnen bewegt, ist sie legitim. Da hängen sich Antisemiten jetzt dran.

Gibt es durch die Einwanderung in Deutschland eine andere Judenfeindlichkeit?

Benz: Nein, im Unterschied zu Frankreich. Klar: Es gibt einen muslimischen Antisemitismus. Aber das ist zu beträchtlichem Teil ein Import aus Europa. Ursprünglich sind die islamischen Gesellschaften nicht rassistisch oder antisemitisch. Das haben sie von den Deutschen, den Franzosen, den Österreichern gelernt. Und die deutschen Muslime sind per saldo sehr viel weniger anfällig als zum Beispiel die Muslime in Frankreich. Hier sind das überwiegend Türken, die ein entspannteres Verhältnis zu Israel haben.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hält voll dagegen: „Alle Beschwichtigungsrhetorik kann nicht darüber hinwegtäuschen: Der aktuelle Antisemitismus hat eine neue Qualität erreicht. Seine Wurzeln liegen in der Türkei und arabisch-islamischen Herkunftsländern.“[21] In dem FAZ-Kommentar wird ohne jede wissenschaftliche Begründung, ohne irgendeine Quelle zu nennen, direkt gegen Wolfgang Benz geschossen. Die Migranten aus der Türkei und dem arabischen Raum werden unverfroren als Quelle des Antisemitismus denunziert – „nach allem was man wahrnimmt“:

Nein, dieser Antisemitismus lässt sich gerade nicht als der „konstante Bodensatz in der Gesellschaft“ (Wolfgang Benz) beschreiben. Dieser Antisemitismus entspringt nach allem, was man wahrnimmt, maßgeblich den Köpfen von Migranten aus der Türkei und arabisch-islamischen Herkunftsländern.[22]

Eine interessante Studie der Universität Erlangen-Nürnberg „Vergleichende Studie zu antisemitischen Einstellungen in Deutschland“[23] zeigt ein diffenrenziertes Bild antisemitischer Einstellungen in Deutschland und ihrer Entwicklung. Insgesamt sind die ermittelten Prozentsätze der Bevölkerung mit solchen Einstellungen aber immer noch viel zu hoch und nicht hinnehmbar, wo man ja weiß, dass das Deutsche Reich vor 70, 75 Jahren die jüdische Bevölkerung zu Millionen abschlachtete. Vor diesem Hintergrund mit dem Finger auf Türken und Araber zu zeigen, wie es sich die FAZ erlaubt, ist eine Frechheit, die nicht nur Wasser auf die Mühlen von Sarrazin, Pi und Co ist, sondern ein kalkulierter Entlastungsangriff, um die Israelpolitik der Bundesregierung in Schutz zu nehmen.

Gegenmobilisierung von Peter Grab, DIG und Bündnis für Menschenwürde

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft, das Bündnis für Menschenwürde, Kräfte von Pro Augsburg um Peter Grab und der Verein gegen Vergessen – für Demokratie mobilisieren jetzt in Augsburg für diesen Sonntag, 27. Juli, zu einer erneuten Demonstration unter dem Motto „Frieden statt Hass und Gewalt. Stoppt die Raketen auf Israel und Palästina! Frieden Jetzt!“.[24] Die Demonstration versteht sich als eine Art Gegenaktion zur Kundgebung vom 19. Juli, die aus diesen Kreisen als einseitig gegen Israel gerichtet empfunden wurde. Man will also den Protest nicht den Türken und Arabern überlassen, auch weil dieser erfrischend regierungsfeindlich ist. Im Aufruf heißt es:

Wir, Anna Tabak und Peter Grab, sind Bürger der Friedensstadt Augsburg und erhoffen uns eine Kundgebung, die nicht gegen ein Land, ein Volk oder eine Religion ist. Vielmehr wollen wir unsere Stimme erheben FÜR Frieden und GEGEN Hass und Gewalt allerorten.[25]

Das Logo der Demonstration vom 27. Juli, organisiert von Peter Grab (Pro Augsburg), der deutsch-israelischen Gesellschaft (DIG), dem Bündnis für Menschenwürde und anderen, „Frieden statt Hass und Gewalt …“, wurde in perfekt gestylter und gedruckter Machart bereits auf der Kundgebung am 19. Juli gezeigt. Die Kampagne von Grab und Co kam also nicht spontan, sondern scheint sorgfältig vorbereitet. Foto: Redaktion

Die Herrschaften meinen also, es müssten auch die Palästinenser und vor allem ihre Widerstandsorganisationen kritisiert werden bzw. gegen „Hass und Gewalt“ auch auf palästinensischer Seite vorgegangen werden. Sie reklamieren „Frieden für alle“ und befinden sich – schlecht kaschiert – im Grunde an der Seite Israels. Stellungnahmen, die sich gegen die mörderische Politik Israels wenden, sollen von vornherein unterbunden werden. So bittet Anna Tabak, eine Mitorganisatorin von Pro Augsburg, „alle Teilnehmer nochmals, nur friedensorientierte Transparente mitzubringen, und sich sowohl davor, während als auch nach der Kundgebung friedlich zu verhalten!!!“[26]

Das Ziel von Peter Grab und Co: Israel aus der Schusslinie bringen und die schäbige deutsche Politik rechtfertigen

Na denn – eine solche Kundgebung wird den Palästinensern nicht viel nützen. Soll sie auch nicht, die Kundgebung soll wohl vor allem Israel aus der Schusslinie bringen oder gar unterstützen und die schäbige deutsche Politik rechtfertigen. Wollte man wirklich einen ernsthaften Schritt zum Frieden für Palästina wie auch für Israel erreichen, müßte man schon die Aufhebung der Blockade des Gaza und ein Ende der Besatzung und Kolonisierung der Westbank und Ostjerusalems fordern, vorher kann es doch gar keinen Frieden geben.

Und diese schäbige, schmutzige deutsche Politik soll wohl nicht nur gegenüber Israel/Palästina gedeckt und mit einem vagen „Frieden für alle“ zugeschüttet werden, sondern auch gegenüber Syrien, Ukraine, Irak „und anderswo“ – wie es auf dem Logo der heutigen Kundgebung heißt. Zu dem „anderswo“ zählt wohl auch Afghanistan. Afghanistan wird wohl bewusst nicht erwähnt. Zu offensichtlich ist dort die militärische Aggression und Okkupation durch die NATO-Staaten – als dass auch dies noch zu einer Friedensmission umdefiniert werden könnte.

„Frieden statt Hass und Gewalt … in Syrien“ – unter einer solchen nebulösen Parole lässt sich bequem die offizielle deutsche Hetzkampagne gegen den Präsidenten Assad unterbringen wie auch die Beteiligung Deutschlands an der Unterstützung bewaffneter Kräfte und ausländischer Agenten bei der systematischen Zerstörung des syrischen Staates vertuschen.

„Frieden statt Hass und Gewalt … in der Ukraine“ – mit dieser nebulösen Parole lässt sich die deutsche Unterstützung einer Putschregierung in Kiew, die sich noch dazu im Bunde mit Faschisten befindet, schönreden und die unsägliche Kampagne gegen den Widerstand in der Ostukraine und gegen Russland rechtfertigen. Zumal, wenn die Medien entsprechend „Hass und Gewalt“ an den richtigen Stellen verorten, nämlich im Osten, nicht etwa im Westen der Ukraine. Wollte man hierzulande wirklich etwas tun für Frieden und gegen Gewalt in der Ukraine, müsste man schon fordern: Stoppt den Griff nach der Ukraine. Keine Komplizenschaft mit Faschisten! Keine Zusammenarbeit der Bundesregierung mit der von Faschisten durchsetzten ukrainischen Regierung! Keine militärische Unterstützung des Bürgerkrieges. Keine Waffenlieferungen aus NATO-Staaten! Schluss mit der Politik der Konfrontation und permanenter Kriegshetze gegen die russische Föderation in den Mainstream-Medien!

„Frieden statt Hass und Gewalt … im Irak“ – hier lässt sich prächtig gegen ISIS hetzen und vertuschen, dass die ungeheuren Opfer der Bevölkerung im Irak und die verheerenden Zustände heutzutage einer brutalen Militärintervention des Westens geschuldet sind. Und an dieser Intervention war ja die Bundesrepublik – im Gegensatz zu Afghanistan („anderswo“) – angeblich nicht beteiligt. Dass die Fregatte Augsburg zum Beispiel, zu der die „Friedensstadt“ Augsburg eine Patenschaft unterhält, Begleitschutz fuhr für US-amerikanische Kriegsschiffe im Irakkrieg – davon will man natürlich nichts wissen. Aber am mörderischen Embargo gegen den Irak war Deutschland schon beteiligt und gegen Syrien wird dieses brutale Instrument des Embargos, das vor allem die Bevölkerung ganz hart trifft, gerade praktiziert und gegenüber Russland in der Ukrainekrise wird gerade eine massive Verschärfung des Embargo angedroht. Ausgerechnet dort, wo ein Embargo eine Bevölkerung entlasten könnte, nämlich die palästinensische, und einen Staat vom Kriegskurs abbringen könnte, nämlich Israel, – wird das Embargo nicht angewandt.

Nur „Frieden jetzt!“ ohne politische Forderungen ist Scharlatanerie. Mit einem (Rüstungs-)Embargo könnte die BRD Druck auf Israel machen

Wer so laut „Frieden jetzt!“ ruft, muss konkret werden, sonst bleibt es Scharlatanerie. Das würde, wenn man es ernst meint, zum Beispiel bedeuten, dass die deutsch-israelische Waffenbrüderschaft sofort aufhört. Sechs U-Boote aus der Bundesrepublik gehen an Israel, das diese mit atomaren Marschflugkörpern ausrüstet[27] – und damit den Atomwaffensperrvertrag unterläuft, dem Israel natürlich nicht beigetreten ist, so wie es auch keine der UN-Resolutionen anerkennt.[28] Zwei dieser U-Boote hat die Bundesrepublik Israel geschenkt, das dritte wurde hälftig von beiden Staaten finanziert, die restlichen drei Schiffe werden zu einem Drittel von der Bundesregierung subventioniert und zum Teil mit Drohnenkäufen der BRD von Israel verrechnet. Dieses schmutzige Geschäft läuft immer noch.

Das vierte U-Boot wurde erst am 30. Juni 2014 in Dienst gestellt, das fünfte U-Boot soll noch heuer in Dienst genommen werden und befindet sich noch im Bau. Das sechste ist erst bestellt und im Jahr 2017 in Dienst gestellt werden. Es ist das teuerste und modernste und soll 1.000.000.000 US-Dollar kosten, von denen die BRD 27 Prozent bezahlt. Wenn die Bundesregierung wollte, könnte sie also noch die Auslieferung von zweien dieser U-Boote stoppen und z.B. eine Aufhebung der völkerrechtswidrigen Belagerung des Gazastreifens verlangen. Auch die weitere Ausrüstung, Reparaturen und Serviceleistungen für den israelischen Panzer Merkava durch die Augsburger Firma Renk (Bau von Panzergetrieben) könnte gestoppt werden und damit ein signifikanter Beitrag zum Frieden geleistet werden, denn dieser kann vor allem durch eine Befriedung Israels erreicht werden.

Ferner kann und sollte die EU das Assoziierungsabkommen mit Israel aussetzen, wie die junge Welt vom 22. Juli schreibt:

Die menschenrechtspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Annette Groth, forderte am Montag, die Europäische Union solle das Assoziierungsabkommen mit Israel aussetzen. Die »völkerrechtswid­rigen Angriffe Israels auf schutzlose Menschen verstoßen gegen die Men­schenrechte und das Völkerrecht«, hieß es in einer Erklärung. »Krieg gegen die Zivilbevölkerung zu führen« sei »ausdrücklich verboten, dieses Kriegsverbrechen muß geahndet werden«. Artikel 2 des EU-Assoziierungsabkommens mit Israel verpflichte »alle Vertragspartner zur Einhaltung der Menschenrechte«. Groth forderte außerdem, »die Kooperation mit israelischen Rüstungsunternehmen im Rahmen des EU-Forschungsprogramms sofort« zu beenden.

Die Vagheit und Nebulosität der Kundgebung „Frieden für alle – Frieden jetzt!“ vom heutigen Sonntag ist nicht der Eile und Dringlichkeit geschuldet, sondern wurde ganz bewusst so anscheinend von längerer Hand vorbereitet. Denn genau dieses Transparent mit diesem Logo war schon für die vergangene Demonstration am 19. Juli fertig und wurde dort im Umfeld von Peter Grab auf der Kundgebung gezeigt.

Peter Feininger, 27.7.2014

wird fortgesetzt

alles unter themen/Naher und Mittlerer Osten, Afghanistan http://www.forumaugsburg.de/s_3themen/Nahmittelost/index.htm

zur Druckversion  

Anhang mit online-Literatur

chronologisch geordnet von neu nach alt, am Anfang [1–10] undatierte Links zur Startseite der jeweiligen Homepage oder zu Themenseiten

[1] „.:: Maan News Agency ::.“ [Online]. Verfügbar unter: http://www.maannews.net/eng/Default.aspx. [Zugegriffen: 22-Juli-2014].

[2] „Jewish Voice for Peace, facebook“. [Online]. Verfügbar unter: https://www.facebook.com/JewishVoiceforPeace. [Zugegriffen: 23-Juli-2014].

[3] „Jewish Voice for Peace“. [Online]. Verfügbar unter: http://jewishvoiceforpeace.org/. [Zugegriffen: 20-Juli-2014].

[4] „Gaza-Konflikt 2014 - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten“. [Online]. Verfügbar unter: http://www.spiegel.de/thema/gaza_konflikt_2014/. [Zugegriffen: 19-Juli-2014].

[5] „Free Palestine - Germany“, Facebook. [Online]. Verfügbar unter: https://www.facebook.com/pages/Free-Palestine-Germany/484257938376930. [Zugegriffen: 20-Juli-2014].

[6] „Demonstration Augsburg : Free Palestine“, Facebook. [Online]. Verfügbar unter: https://www.facebook.com/DemonstrationAugsburgFreePalestine. [Zugegriffen: 20-Juli-2014].

[7] „Communist Party of Israel“. [Online]. Verfügbar unter: http://maki.org.il/en/. [Zugegriffen: 27-Juli-2014].

[8] „BDSmovement.net | Palestinian BDS National Committee“. [Online]. Verfügbar unter: http://www.bdsmovement.net/. [Zugegriffen: 24-Juli-2014].

[9] „aktuelle Stellungnahmen der Kommunistischen Partei Israels, zusammengestellt von solidnet“. [Online]. Verfügbar unter: http://www.solidnet.org/israel-communist-party-of-israel. [Zugegriffen: 27-Juli-2014].

[10] „+972 Magazine“, Facebook. [Online]. Verfügbar unter: https://www.facebook.com/972magazine. [Zugegriffen: 19-Juli-2014].

[11] „Opfer sind selbst schuld. Israel bombardiert Schulen und Krankenhäuser – und macht die Palästinenser für die getöteten Zivilisten verantwortlich, Von Karin Leukefeld, junge Welt“, junge Welt, 26-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.jungewelt.de/2014/07-26/042.php. [Zugegriffen: 27-Juli-2014].

[12] C. Sator, „Wissenschaftler Wolfgang Benz: ‚Antisemitismus von den Europäern gelernt‘“, Westdeutsche Zeitung, 24-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.wz-newsline.de/home/politik/inland/wissenschaftler-wolfgang-benz-antisemitismus-von-den-europaeern-gelernt-1.1701424. [Zugegriffen: 26-Juli-2014].

[13] „Völkerrecht - Paech: ‚Eindeutig ein Krieg gegen die Zivilbevölkerung‘“, DW.DE, 23-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.dw.de/paech-eindeutig-ein-krieg-gegen-die-zivilbev%C3%B6lkerung/a-17802385. [Zugegriffen: 24-Juli-2014].

[14] „Überfall auf Friedensdemonstration. Israel: Krieg gegen Palästinenser verschärft auch Auseinandersetzungen im Hinterland. Wieder Tote in Gaza, junge Welt“, junge Welt, 23-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.jungewelt.de/2014/07-23/033.php. [Zugegriffen: 27-Juli-2014].

[15] „Gaza-Gewalt isoliert Israel | Aktuell Nahost | DW.DE“, DW.DE, 23-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.dw.de/gaza-gewalt-isoliert-israel/a-17804395. [Zugegriffen: 24-Juli-2014].

[16] „Following wave of protests, Israel arrests scores of Arab activists, minors | +972 Magazine“, 23-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://972mag.com/following-wave-of-protests-israel-arrests-scores-of-arab-activists-minors/94131/. [Zugegriffen: 23-Juli-2014].

[17] „Antisemitismus - Viel Polemik um ein Wort | Deutschland | DW.DE“, DW.DE, 23-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.dw.de/antisemitismus-viel-polemik-um-ein-wort/a-17801882. [Zugegriffen: 24-Juli-2014].

[18] „Willkürliches Töten. Die israelische Armee setzt ihre Bodenoffensive in Gaza fort. Keine Rücksicht auf Zivilisten, Von Karin Leukefeld, junge Welt“, junge Welt, 22-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.jungewelt.de/2014/07-22/033.php. [Zugegriffen: 27-Juli-2014].

[19] „The American Jewish community must value all life, St. Louis Post-dispatch“, stltoday.com, 22-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.stltoday.com/news/opinion/columns/the-american-jewish-community-must-value-all-life/article_196ac4d6-40e6-5e60-ba8f-72047097200f.html. [Zugegriffen: 23-Juli-2014].

[20] „KP Israels und HADASH zum Angriff auf Gaza, RedGlobe Nachrichten“, 22-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.redglobe.de/naher-mittlerer-osten/israel/9839-kp-israels-und-hadash-zum-angriff-auf-gaza. [Zugegriffen: 27-Juli-2014].

[21] „»Der Angriff auf Gaza war die einfachste Lösung«. Über die Hintergründe der aktuellen Eskalation des Nahostkonflikts. Ein Gespräch mit Nassar Ibrahim, Interview: Raoul Rigault, junge Welt“, junge Welt, 22-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.jungewelt.de/2014/07-22/034.php. [Zugegriffen: 27-Juli-2014].

[22] „Anti-israelische Proteste - ‚Wer hat uns das denn eingebrockt?‘, Rolf Verleger im Gespräch mit Tobias Armbrüster, Deutschlandfunk“, 22-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.deutschlandfunk.de/anti-israelische-proteste-wer-hat-uns-das-denn-eingebrockt.694.de.html?dram:article_id=292408. [Zugegriffen: 22-Juli-2014].

[23] „Nahost-Konflikt - Hamas ist ‚zu politischen Lösungen‘ bereit, Politikwissenschaftlerin Helga Baumgarten warnt jedoch vor Radikalisierung der Jugend“, 21-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.deutschlandradiokultur.de/nahost-konflikt-hamas-ist-zu-politischen-loesungen-bereit.1008.de.html?dram:article_id=292328. [Zugegriffen: 22-Juli-2014].

[24] „Experte Michael Lüders im Interview: ‚Israel nimmt tote Zivilisten bewusst in Kauf‘ - heute-Nachrichten“, 20-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.heute.de/gefechte-im-gazastreifen-tausende-fliehen-34151642.html. [Zugegriffen: 22-Juli-2014].

[25] „Ägypten und der Gaza-Konflikt: Hat Kairo seinen Joker verspielt? - heute-Nachrichten“, 19-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.heute.de/aegypten-und-der-gaza-konflikt-hat-kairo-seinen-joker-verspielt-34119176.html. [Zugegriffen: 22-Juli-2014].

[26] „Den dunklen Rauch nicht einatmen. Eine Augenzeugin berichtet aus Gaza - alsharq.de“, 18-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.alsharq.de/2014/mashreq/israel/den-dunklen-rauch-nicht-einatmen-eine-augenzeugin-berichtet-aus-gaza/. [Zugegriffen: 19-Juli-2014].

[27] „Massenflucht in Gaza - junge Welt -“, junge Welt, 17-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.jungewelt.de/2014/07-17/054.php. [Zugegriffen: 18-Juli-2014].

[28] „Geister, die sie riefen... So sieht ‚jüdischer Dschihadismus‘ aus! - Kommentar vom ‚Hochblauen‘, von Evelyn Hecht-Galinski“, NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung, 15-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20542. [Zugegriffen: 15-Juli-2014].

[29] „Krieg gegen die Bevölkerung Gazas stoppen, LabourNet Germany“, 14-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.labournet.de/internationales/israel/politik-israel/krieg-gegen-die-bevolkerung-gazas-stoppen/?cat=7106. [Zugegriffen: 19-Juli-2014].

[30] „Chomsky, Pilger and Loach call on BBC to reflect reality of Gaza’s occupation“, Palestine Solidarity Campaign, 14-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.palestinecampaign.org/chomsky-pilger-loach-call-bbc-reflect-reality-gazas-occupation/. [Zugegriffen: 20-Juli-2014].

[31] „The night it became dangerous to demonstrate in Tel Aviv | +972 Magazine“, 13-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://972mag.com/the-night-it-became-dangerous-to-demonstrate-in-tel-aviv/93524/. [Zugegriffen: 19-Juli-2014].

[32] „KP Israels verurteilt Aggression gegen Gaza, RedGlobe Nachrichten“, 13-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.redglobe.de/naher-mittlerer-osten/israel/9828-kp-israels-verurteilt-aggression-gegen-gaza. [Zugegriffen: 27-Juli-2014].

[33] „Urgent call from Gaza civil society: Act now! | The Electronic Intifada“, 12-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://electronicintifada.net/content/urgent-call-gaza-civil-society-act-now/13558. [Zugegriffen: 19-Juli-2014].

[34] „Krieg in Gaza: lautstark visionslos, von Lea Frehse, alsharq.de“, 12-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.alsharq.de/2014/mashreq/israel/krieg-gaza-lautstark-visionslos/. [Zugegriffen: 19-Juli-2014].

[35] „Nahostkonflikt: ‚Die Blase ist längst zerplatzt‘ | Welt, www.hintergrund.de“, 11-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.hintergrund.de/201407113166/politik/welt/nahostkonflikt-die-blase-ist-laengst-zerplatzt.html. [Zugegriffen: 15-Juli-2014].

[36] „Global Protests for Peace in Palestine“, revolution-news.com, 11-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://revolution-news.com/global-protests-peace-palestine/. [Zugegriffen: 19-Juli-2014].

[37] „Gewalteskalation in Israel und Palästina - der Sturm tobt, Von Christoph Dinkelaker und Tobias Pietsch, alsharq.de“, 10-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.alsharq.de/2014/mashreq/israel/gewalteskalation-israel-und-palaestina-der-sturm-tobt/. [Zugegriffen: 19-Juli-2014].

[38] „Sign our open letter to the BBC“, Palestine Solidarity Campaign, 09-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.palestinecampaign.org/sign-open-letter-bbc/. [Zugegriffen: 20-Juli-2014].

[39]emranferoz, „Bomben zum Ramadan“, Emran Feroz’s Blog, 07-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://pakhtunkhwa911.wordpress.com/2014/07/07/bomben-zum-ramadan/. [Zugegriffen: 20-Juli-2014].

[40] „‚Es beginnt die Dritte Intifada. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand‘, Interview mit Dr. Mustafa Barghouti, La Stampa“, 04-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2014/07/GFH-Interview-mit-Mustafa-Barghouti-zur-Moeglichkeit-einer-Dritten-Intifada.pdf. [Zugegriffen: 19-Juli-2014].

[41] „‚Wir bewegen Truppen‘ – Israel weitet Militäroperation aus | Welt, www.hintergrund.de“, 03-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.hintergrund.de/201407033142/politik/welt/wir-bewegen-truppen-israel-weitet-militaeroperation-aus.html. [Zugegriffen: 15-Juli-2014].

[42] „Ruhe vor dem Sturm in Jerusalem, Lea Frehse, alsharq.de“, 03-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.alsharq.de/2014/mashreq/israel/ruhe-vor-dem-sturm-jerusalem/. [Zugegriffen: 22-Juli-2014].

[43] „‚Neue Mauer. Palästina wie ein Indianerreservat‘. Interview mit dem Analysten und ehemaligen Direktor der in Ramallah erscheindenden Tageszeitung “Al Hayatal al Jadida”, Hafaz Barghouti, von Michele Giorgio, Jerusalem“, 01-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2014/07/GFH-Interview-mit-dem-Analysten-Hafaz-Barghouti-aus-Ramallah.pdf. [Zugegriffen: 19-Juli-2014].

[44] „Campaigns | End the bombing. Hold Israel Accountable. | Jewish Voice for Peace“, Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://jewishvoiceforpeace.org/campaigns/end-the-bombing-hold-israel-accountable. [Zugegriffen: 20-Juli-2014].

[45] „‚Fahrkarte zur Hölle‘ | Welt, www.hintergrund.de“, 18-Juni-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.hintergrund.de/201406183122/politik/welt/fahrkarte-zur-hoelle.html. [Zugegriffen: 15-Juli-2014].

[46] „Israel, ein zerrissenes Land – zwischen Demokratie und Theokratie, Studiengesellschaft für Friedensforschung e. V. München, Heft 62/63“, Okt-2012. [Online]. Verfügbar unter: http://www.studiengesellschaft-friedensforschung.de/texte/da_62-63.pdf. [Zugegriffen: 24-Juli-2014].

[47] Ivesa Luebben, „Warum der Waffenstillstand scheitern musste - über die Hintergründe des Krieges im Gaza-Streifen“, 23-Jan-2009. [Online]. Verfügbar unter: http://www.academia.edu/3477561/Warum_der_Waffenstillstand_scheitern_musste_-_uber_die_Hintergrunde_des_Krieges_im_Gaza-Streifen. [Zugegriffen: 22-Juli-2014].

 

zur Druckversion  

 

2] … Bereits im Vorfeld wurden besorgte Stimmen laut: Verträgt sich eine Demonstration für Frieden in Palästina mit Israel als Feindbild? Der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde, Henry Brandt, und der Regionalvorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Dieter Münker, sagen Nein. Den Aufruf halten beide für einen Missbrauch des Rufs der Friedensstadt. Aus Einträgen im Netzwerk Facebook gehe „kristallklar hervor, dass die Veranstalter eher eine Manifestation von Hass und Einseitigkeit im Auge haben“, erklärte Brandt. Die Beiträge seien geprägt von antiisraelichen und antijüdischen Vorurteilen. Münker erkennt Missbrauch des Mitleids mit denen, die unter dem Krieg leiden. Brandt erklärt: „Ich hoffe, die Bürger unserer Stadt werden die Scheinheiligkeit dieser Demonstration durchschauen.“ AZ 19.7.2014

3] AZ 25.7.2014

4] AZ 26.7.2014

5] AZ 25.7.2014

6] AZ 23.7.2014

7] in times of distress, wie das englische Wikipedia erläutert http://en.wikipedia.org/wiki/Takbir. Im Gegensatz dazu läßt das deutsche Wikipedia diesen Aspekt weg.

9] „[Augsburg] Erfahrungsbericht: Antiisraelische Demonstration am Wochenende | linksunten.indymedia.org“, 21-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: https://linksunten.indymedia.org/node/119064. [Zugegriffen: 24-Juli-2014].

10] „600 Menschen demonstrieren auf Rathausplatz für ‚freies Palästina‘“, Augsburger Allgemeine, 19-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/600-Menschen-demonstrieren-auf-Rathausplatz-fuer-freies-Palaestina-id30675357.html. [Zugegriffen: 20-Juli-2014].

11] „Auf beiden Seiten des Rathauses | Der Ludwig“, 21-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.der-ludwig.com/auf-beiden-seiten-des-rathauses/#more-5624. [Zugegriffen: 24-Juli-2014].

12] „[Augsburg] Erfahrungsbericht: Antiisraelische Demonstration am Wochenende | linksunten.indymedia.org“, 21-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: https://linksunten.indymedia.org/node/119064. [Zugegriffen: 24-Juli-2014].

13] „Augsburg: Graue Wölfe und Muslimbrüder demonstrieren für ein ‚Freies Palästina‘ - Politically Incorrect“, 22-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.pi-news.net/2014/07/augsburg-graue-woelfe-und-muslimbrueder-demonstrieren-fuer-ein-freies-palaestina/. [Zugegriffen: 24-Juli-2014].

14] Ebd.

15] s. „Augsburg’da İsrail protestosu video“, Haberand. [Online]. Verfügbar unter: http://haberand.com/videogaleri/augsburg-da-israil-protestosu-v-59976. [Zugegriffen: 24-Juli-2014], verlinkt unter „Demonstration Augsburg : Free Palestine“, Facebook. [Online]. Verfügbar unter: https://www.facebook.com/DemonstrationAugsburgFreePalestine. [Zugegriffen: 20-Juli-2014].

16] „R4bia“, Wikipedia, 25-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=R4bia&oldid=131420068. [Zugegriffen: 26-Juli-2014]. Eingehender noch und anders als bei Wikipedia mit Bezug zu Erdogan als Heilsbringer s. auf Alsharq „R4BIA – Eine Counter-Revolte unter türkischen Vorzeichen - alsharq.de“, 01-Mai-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.alsharq.de/2014/iranturkei/tuerkei/r4bia-eine-counter-revolte-unter-tuerkischen-vorzeichen/. [Zugegriffen: 26-Juli-2014].

17] „Free Palestine - Germany“, Facebook. [Online]. Verfügbar unter: https://www.facebook.com/pages/Free-Palestine-Germany/484257938376930. [Zugegriffen: 20-Juli-2014].

18] „Auswärtiges Amt - Pressemitteilungen - Erklärung der Außenminister Italiens, Frankreichs und Deutschlands zu Antisemitismus“, 22-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservicye/Presse/Meldungen/2014/140722-Antisemitismus.html. [Zugegriffen: 24-Juli-2014].

19] s. die interessante Studie der Universität Erlangen-Nürnberg „Vergleichende Studie zu antisemitischen Einstellungen in Deutschland: Als Nachbarn weniger abgelehnt, Mediendienst Forschung-Aktuell Nr. 676“, 09-Dez-2003. [Online]. Verfügbar unter: http://www.presse.uni-erlangen.de/infocenter/presse/pressemitteilungen/forschung_2003/12/676wittenberg.shtml. [Zugegriffen: 26-Juli-2014].

20] C. Sator, „Wissenschaftler Wolfgang Benz: ‚Antisemitismus von den Europäern gelernt‘“, Westdeutsche Zeitung, 24-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.wz-newsline.de/home/politik/inland/wissenschaftler-wolfgang-benz-antisemitismus-von-den-europaeern-gelernt-1.1701424 [Zugegriffen: 26-Juli-2014].

21] C. Geyer, „Antisemitismus: Nicht dummstellen“, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25-Juli-2014. [Online]. Verfügbar unter: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/nicht-dummstellen-die-migrantischen-wurzeln-des-neuen-antisemitismus-13065014.html. [Zugegriffen: 26-Juli-2014].

22] Ebd.

23] s. die interessante Studie der Universität Erlangen-Nürnberg „Vergleichende Studie zu antisemitischen Einstellungen in Deutschland: Als Nachbarn weniger abgelehnt, Mediendienst Forschung-Aktuell Nr. 676“, 09-Dez-2003. [Online]. Verfügbar unter: http://www.presse.uni-erlangen.de/infocenter/presse/pressemitteilungen/forschung_2003/12/676wittenberg.shtml. [Zugegriffen: 26-Juli-2014].

24] „Kundgebung FRIEDEN FÜR ALLE - FRIEDEN JETZT!“ [Online]. Verfügbar unter: https://www.facebook.com/events/292700530909119/. [Zugegriffen: 24-Juli-2014].

25] Ebd.

26] Ebd.

27] „Israelische Atomwaffen auf U-Booten aus Deutschland“, Spiegel Online, 03-Juni-2012. [Online]. Verfügbar unter: http://www.spiegel.de/politik/ausland/israelische-atomwaffen-auf-u-booten-aus-deutschland-a-836645.html. [Zugegriffen: 27-Juli-2014].

28] Israel hat bislang außer dem Teilungsplan von 1947 keine UN-Resolution anerkannt. Selbst der Teilungsplan wurde nur mit Vorbehalten angenommen. Diese richteten sich erstens gegen die Grenzziehung und zweitens gegen die Gründung eines palästinensischen Staates auf dem Boden des historischen Palästinas. Siehe dazu Simcha Flapan: Die Geburt Israels – Mythos und Wirklichkeit. München (Knesebeck und Schuler) 1988, zitiert nach: Ivesa Luebben, „Warum der Waffenstillstand scheitern musste - über die Hintergründe des Krieges im Gaza-Streifen“, 23-Jan-2009. [Online]. Verfügbar unter: http://www.academia.edu/3477561/Warum_der_Waffenstillstand_scheitern_musste_-_uber_die_Hintergrunde_des_Krieges_im_Gaza-Streifen. [Zugegriffen: 22-Juli-2014].


   
nach oben