US-Soldat bewacht männliche Iraker im militärfähigen Alter (MAM Military Aged Males) während einer vom Geheimdienst geführten Razzia in Mosul. MAM gelten als feindliche Kämpfer. Grundsätzlich werden alle Männer im Alter zwischen 18 und 49 Jahren von der US-Armee als feindliche Kombattanten betrachtet. Foto: Public Domain

  US-Stadtverordnete schreiben an Präsident Bush
„Wo sind die Massenvernichtungswaffen, Mr. President ?“

Die US-amerikanische Bewegung „Cities for Peace“ („Städte für Frieden“) hat Mitte Juli zwei weitere Schreiben an US Präsident Bush veröffentlicht, in denen Stadtverordnete Auskunft verlangen über die von der US-Regierung als Rechtfertigung für ihren Angriffs- und Okkupationskrieg gegen den Irak genannten angeblichen Massenvernichtungswaffen des Regimes des gestürzten Saddam Hussein. ... weiter   

aus Politische Berichte 16-17/2003

   
US-Besatzungsregime im Irak
Freiheit, die sie meinen

Während sich die internationale Öffentlichkeit über die Angriffe auf die Besatzungstruppen im Irak beunruhigt und die getöteten und verwundeten US-Soldaten genau registriert, interessiert sie sich für die irakischen Opfer der Besatzung nur wenig. Dabei kommen, wie vereinzelt Berichte erhellen, täglich Zivilisten zu Tode, werden von übernervösen, erschöpften und durch den Krieg verrohten Soldaten erschossen bei Demonstrationen, militärisch durchgeführten Großrazzien oder einer der zahllosen Straßenkontrollen. Auch über die Zustände in den Gefängnislagern dringen nur langsam Informationen in die Öffentlichkeit, u.a. durch amnesty international. Tausende Irakis sind hier ohne Anklage inhaftiert, viele auf einen vagen Verdacht hin oder ganz willkürlich, alle unter entsetzlichen Bedingungen. Im Internierungslager Camp Cropper am Bagdader Flughafen zum Beispiel sind ca.2000 Gefangene eingesperrt, jeweils bis zu 130 in einem glühend heißen Zelt. Die Gefangenen leiden unter Wassermangel und fehlenden sanitären Einrichtungen. Schläge und Misshandlungen sind an der Tagesordnung. ... weiter   

Artikel von Christiane Schneider aus Politische Berichte
16-17/2003

US-Soldaten sichern und durchsuchen während einer vom Geheimdienst geführten Razzia in Mosul ein Haus, das als Zielobjekt ausgewählt wurde (secures and searches a targeted house during an Intel-driven raid located in Mosul) Foto: Public Domain

 

Naomi Klein
Hinter der Maske der De-Baathification
Der richtige Mann für den schmutzigen Job

Paul Bremer, US-Statthalter im Irak, zerstört innerhalb weniger Wochen den öffentlichen Sektor und lädt die Multis zum Beutezug ein

Längst vergessen sind die vollmundigen Ankündigungen der Amerikaner, nach dem Sturz von Saddam Hussein eine Zivilregierung installieren zu wollen. Stattdessen wurde ein Besatzungsregime etabliert, das die mit dem Krieg begonnene Eroberung des Landes vollendet. Die "demokratische Opposition" bisheriger Exilparteien bleibt im Wartestand - ihre Struktur deutet darauf hin, wie ein künftiger irakischer Staat beschaffen sein könnte, sollte der irgendwann unter US-Aufsicht gefragt sein.

Die Straßen von Bagdad sind ein Sumpf des Verbrechens und versinken im Müll, der überall herumliegt. Kleine Geschäfte gehen bankrott, weil sie mit den billigen Importen nicht konkurrieren können. Die Arbeitslosigkeit nimmt immer mehr zu, und Tausende ehemalige Angestellte des Staates protestieren in den Straßen. Mit anderen Worten: Der Irak sieht jetzt aus wie jedes andere Land, dem die in Washington entworfenen Strukturanpassungen verabreicht wurden. Der Unterschied zu der berüchtigten Schocktherapie für Russland in den frühen neunziger Jahren oder zur der verheerenden "Operation ohne Narkose", die Argentinien zu erleiden hatte, besteht allerdings darin, dass die "Rekonstruktion" des Irak jene Reformen in den anderen Ländern wie eine freundliche Kurbehandlung aussehen lässt. … weiter    

Artikel aus The Nation, 23.6.2003, zitiert nach der Wochenzeitung Freitag 20.6.2003

Damage to Baghdad during the Iraq War

Wikipedia english

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