Der Euro als Wunderwaffe

Ein Umstieg vom Petro-Dollar zum Petro-Euro könnte die Weltordnung verändern

Bernd Kling 28.04.2003

Der Zugriff auf den Ölhahn, der sich aus der erfolgten Besetzung des Irak ergibt, erlaubt es den USA, eine Zwickmühle für den Rest der Welt zu öffnen. Ein weit geöffneter Ölhahn sorgt für fallende Preise und gefährdet damit die wirtschaftliche und politische Stabilität Russlands, die auf ihren eigenen Ölexporten beruht. Ein reduzierter Ölfluss hingegen bewirkt steigende Preise und setzt damit Volkswirtschaften wie Frankreich, Deutschland, Japan und China unter Druck, die stark von Ölimporten abhängig sind. Allein dieses Drohpotential kann schon ausreichen, um die erwünschte Vasallentreue zu sichern.
Der kommende Einfluss auf den Ölpreis addiert sich zur bestehenden wirtschaftlichen Vormachtsstellung. Weltweit steigen und fallen die Börsen, wie es der Takt der Wall Street vorgibt. Der US-Dollar bildet die Reservewährung für die meisten Staaten der Welt. Internationale Vereinbarungen gelten schon lange nichts mehr, wenn sie den Interessen der USA zu widersprechen scheinen. Kann es überhaupt noch Widerstand geben gegen dieses Wirtschaftsimperium, das zudem gewillt und in der Lage ist, seine Interessen mit militärischen Mitteln zu sichern? ... weiter bei Telepolis  

 

Zwiespältiges

Die deutsche Rolle im Irakkrieg

Von Tobias Pflüger

"Doch die deutsche Haltung seither steckt voller Widersprüche und Halbwahrheiten, die nun auf die Bundesregierung zurück fallen - es ist die Chronik eines schrittweisen Rückzugs." (Süddeutsche Zeitung) ... In einem seltsamen Kontrast zu den diplomatischen und politischen Initiativen der Bundesregierung gegen den Irak-Krieg steht das Nichthandeln gegenüber der praktischen Kriegsvorbereitung von Deutschland aus...
Ohne die Transporte und Überflüge über Deutschland, ohne die aktive Unterstützung durch Deutschland wäre die Kriegsvorbereitung für die Regierungen der USA und Großbritanniens sehr viel schwerer gewesen. Deutschland ist auch als Nachschubbasis bei einem Krieg gegen den Irak zentral, deshalb muss auch hier der Widerstand ansetzen.
IMI-Analyse in Wissenschaft & Frieden 2/2003  



Aller Ablehnung einer deutschen Verwicklung am US-Aufmarsch im Irak zum Trotz war es der Augsburger Allgemeine vom 11.4.2003 ein großes Farbbild wert mit der Unterschrift: “Neues Material für die US-Truppen im Irak: Soldaten am Luftwaffenstützpunkt Ramstein verladen einen Panzer in ein Galaxy-Transportflugzeug”

Im Bild: Blick in den Frachtraum der Lockheed C-5 Galaxy, beim Einsatz in Operation Desert Shield im zweiten Golfkrieg (erster Irakkrieg) 1990/1991 - U.S Air Force photo/Airman 1st Class Daniel Lile Public Domain Wikipedia

Don't Lift The Sanctions Yet – Hebt die Sanktionen noch nicht auf

Nach fünf Jahren Kampf für die Aufhebung der Sanktionen gegen den Irak befinde ich mich in einer merkwürdigen Position. Ich bin in Opposition zu den gegenwärtigen U.S. Plänen, die Sanktionen aufzuheben... Von Rahul Mahajan in ZNet. Jetzt nur noch auf englisch verfügbar unter Dissident Voice, May 10, 2003   

 

Schneller Wechsel der US-Verwaltung im Irak

Dem Ex-General folgt der Pentagon-Vertraute Paul Bremer, der wie viele andere aus der Bush-Regierung aus der Reagan-Zeit stammt und wohl schärfer durchgreifen soll... Weil sie in Bagdad kaum mehr als ein Chaos zustande gebracht hatte, verlässt, wie die Washington Post berichtet, bereits heute Barbara Bodine den Irak, die als eine Art Bürgermeister fungierte. Garner und weitere Mitglieder seiner Mannschaft sollen in den nächsten Tagen folgen.
Bremer war bereits 2002 in den Homeland Security Advisory Council berufen worden. Zuvor hatte er die 1999 vom Kongress einberufene National Terrorism Commission geleitet, deren Bericht 2000 vorgelegt wurde, und später im Auftrag der konservativen Heritage Foundation der im Oktober 2001 gegründete Homeland Defense Task Force vorgestanden. Er hatte lange Zeit als Botschafter und als Assistent für das Außenministerium gearbeitet. Wie so viele andere aus der Bush-Regierung hatte auch Bremer unter der Reagan-Regierung als Terrorismusexperte fungiert. In dieser Zeit hatte er auch mit Oliver North zusammen gearbeitet, der zusammen mit Poindexter hinter dem Iran-Contra-Skandal stand. Auch Poindexter hat unter Bush wieder eine Stelle beim Pentagon erhalten: als Leiter des umstrittenen Überwachungsprojekts Total Information Awarness.
Nach der Politik war Bremer lange Zeit bei Kissinger & Associates, also der Firma des ehemaligen Außenministers Kissinger, und seit 2000 ist er bei Marsh Political Risk Practice, dem weltweit führenden Anbieter von Dienstleistungen für das Risiko- und Versicherungsmanagement. Im Oktober 2001, also kurz nach den Anschlägen, gründete das Unternehmen die Marsh Crisis Consulting mit Bremer an der Spitze. Sie ist eine kommerzielle Antwort auf die Terrorismus-Angst der Unternehmen. weiter  
Florian Rötzer 11.05.2003, Telepolis

 

TELEPOLIS special irak-konflikt

Sehr gute, aktuelle Berichterstattung und Analysen

Das Special selbst ist nicht mehr verfügbar, aber die einzelnen Artikel. Im Folgenden ein Auszug aus dem Zeitraum Ende April/Mai 2003

Endlich gefunden: Die Wahrheitsvernichtungswaffen im hochmobilen Lügenlabor
Bush und Blair im Regress der Weltöffentlichkeit für ihre fiktiven Geschichten irakischer Bedrohungsszenarien
Goedart Palm 30.05.2003

Bewusste Bombardierung der Zivilbevölkerung in Bagdad
Nach einem Bericht von spanischen Beobachtern habe es für die Luftangriffe auf Bagdad meist keine militärische Rechtfertigung gegeben
Ralf Streck 09.05.2003

Fast 40 000 Manuskripte und 700 Artefakte wieder aufgetaucht
Die Rolle, die amerikanische Soldaten bei den Plünderungen im Irak gespielt haben, wird immer dubioser
Andrea Naica-Loebell 09.05.2003

Pentagon meldet den Fund eines mobilen Biowaffenlabors im Irak
Noch wurden keine Beweise für die Existenz von Massenvernichtungswaffen gefunden
Florian Rötzer 08.05.2003

Ascheklumpen
Die geraubten Schätze des Irak im Internet
Andrea Naica-Loebell 08.05.2003

Mit einer Milliarde Dollar untergetaucht
Kurz vor dem Krieg holte Saddams Sohn Kussai mit drei Sattelschleppern eine Menge Bargeld aus der Zentralbank in Bagdad, das seitdem mit der Familie des Diktators verschwunden ist
Florian Rötzer 06.05.2003

Franzosen-Bashing
McCarthy-Protokolle erinnern an frühere Säuberungsaktionen in den USA, während gegen Frankreich neue Beschuldigungen auftauchen, aber auch neue Gerüchte über den ehemaligen Informationsminister kursieren
Florian Rötzer 06.05.2003

Krieg ist gut fürs Geschäft
Der Konzern Halliburton, dessen Direktor Vizepräsident Cheney bis zu seinem jetzigen Amt war, verdiente gut am Afghanistan- und Irak-Krieg
Florian Rötzer 04.05.2003

Der Krieg gegen den Terrorismus geht weiter
In seiner Rede verkündete US-Präsident Bush den Sieg über den Irak und gibt bei dem, was er sagt und was er nicht erwähnt, einiges zu denken
Florian Rötzer 02.05.2003

Wenn es den eigenen Interessen dient
Das Pentagon hat ein Abkommen mit einer iranischen Widerstandsorganisation im Irak geschlossen, die bislang als Terrororganisation galt
Florian Rötzer 30.04.2003

Saddam Hussein und die Gerüchte
Für die einen ist er tot, die anderen sehen ihn mit einer Sprengstoffweste im Irak herumirren, wieder andere wähnen ihn in Weißrussland
Florian Rötzer 28.04.2003

Die Sieger auf Beweissuche im Morgenland
Noch fehlt ein wirklicher Beweis zur Kriegslegitimation, die britische und amerikanische Regierungen üben sich schon in der Rhetorik des Verschwindens, aber auch al-Qaida ist stumm geworden
Florian Rötzer 27.04.2003

Krebstest für Irak-Soldaten
Das britische Verteidigungsministerium will wegen des abgereicherten Urans in der verschossenen Munition auf Nummer Sicher gehen, die UNEP fordert eine Risikoerhebung und die Säuberung der kontaminierten Orte
Thorsten Stegemann 27.04.2003

 


   
nach oben