themen/Internationale Politik

Demonstration von Einwohnern Tripolis‘ für Frieden am 15.4.2011, also vier Wochen nachdem die USA, Großbritannien und Frankreich „zum Schutz von Zivilisten“ mit Luftangriffen auf das Land begonnen hatten.

Quelle: Live aus Libyen – Bericht von Dorothea Schendel und K. Höffkes, Ribad al-Salam – Friedensband – Verein für deutsch-arabische Begegnung e. V.

 

19.11.2011
Geostrategische Anmerkungen zur Besetzung Libyens
von Luigi Ambrosi

Mit der Hinrichtung Gaddafis und der Besetzung Libyens unter Zuhilfenahme der Marionettenregierung des Übergangsrates endet zunächst eine weitere imperialistische Operation der Hauptmächte des früheren Kolonialismus. Das gesamte Bündnis der westlichen Sieger im 2.Weltkrieg (USA, GB, Frankreich) findet sich wieder vereint, um sich die Ressourcen eines souveränen Staates einzuverleiben. Einige geopolitischen Anmerkungen sind dazu angebracht. Dabei verstehe ich unter Geopolitik die Analyse der internationalen Kräfteverhältnisse. Obwohl frühere historische Ereignisse (vom Wiener Kongress bis zur Konferenz von Jalta) es nahelegen sollten, geopolitischen Zusammenhängen besondere Aufmerksamkeit zu widmen, werden sie in den Analysen noch nicht angemessen berücksichtigt. ....  weiter

 

24.8.2011
Interview mit Milovan Drecun zu seiner Reise nach Libyen
Die amerikanische Besetzung Afrikas
Mit einer Einleitung zum aktuellen Drama in Tripolis

Die serbische Zeitung „Vesti“, Frankfurt, hat in ihrer Ausgabe vom 7. August ein Interview mit dem serbischen militärpolitischen Experten, Journalisten und Sachbuchautor Milovan Drecun veröffentlicht. Nachfolgend eine Übersetzung dieses Artikels. Von Milovan Drecun stammt auch der Film Libyen, die verbotene Wahrheit, den man in serbischer Sprache mit englischen Untertiteln bei YouTube ansehen kann. Die serbische Solidarität mit Libyen ist groß, blüht dem Land doch ein ganz ähnliches Schicksal wie Jugoslawien: Zerschlagung des Staates durch die NATO, Zerstörung der Einheit der verschiedenen Bevölkerungsteile, Ethnien und Stämme, Isolierung, Schwächung und möglichst Vernichtung der progressiven politischen Kräfte. Die Parallelen des Vorgehens der NATO zum Angriff auf Jugoslawien waren von Anfang ziemlich deutlich.
Ist das nachfolgende Interview mit Milovan Drecun nun veraltet – nachdem seit vorgestern, Montag den 22. August, „der größte Teil der libyschen Hauptstadt Tripolis in die Hände der Rebellen gefallen“ ist, wie die Medien pausenlos verbreiten? ...
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25.5.2011
Den Krieg in Libyen verstehen
Von Michel Collon

Foto: Qatari air force pilots complete post-flight checks during their stop at Incirlik Air Base, Turkey, to refuel in support of Operation Odyssey Dawn March 25, 2011. (U.S. Air Force photo by Staff Sgt. Alexandre Montes/Released) Flickr
Der belgische Schriftsteller, Journalist und Historiker Michel Collon betreibt eine höchst informative Website: Investig`Action. Er hat einen Artikel in drei Folgen mit dem Titel „Comprendre la guerre en Libye“ verfasst. Die zweite Folge ist besonders informativ, wenn man den Krieg gegen Libyen richtig einordnen und seine Gründe verstehen will. Diese Folge hat Bernd Duschner dankenswerter Weise für die Webseite des Forums solidarisches und friedliches Augsburg aus dem Französischen übersetzt...
In diesem Krieg gegen Libyen verfolgen die USA gleichzeitig mehrere Ziele:
1. Kontrolle über das Erdöl. 2. Sicherheit für Israel. 3. Verhinderung der Befreiung der arabischen Welt. 4. Verhinderung der afrikanischen Einheit. 5. Installierung der Nato als Gendarm für Afrika.
Das sind viele Ziele? Jawohl, wie bei den vorhergehenden Kriegen gegen den Irak, Jugoslawien und Afghanistan. Ein Krieg dieser Art ist teuer und mit großen Risiken für das Ansehen der USA verbunden, vor allem, wenn sie ihn nicht gewinnen sollten. Wenn Obama einen solchen Krieg angezettelt hat, dann weil er sich davon große Vorteile verspricht...
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10.5.2011
Unter den Bomben der Nato: Reisebericht aus dem Libyen Ghaddafis
Tripolis, schönes, geliebtes Land
Die libysche Bevölkerung leistet entschlossenen Widerstand gegen die NATO-Aggression. Ihre Frage lautet: „Warum tun sie uns das an?“ – von Fulvio Grimaldi

Der italienische Journalist Fulvio Grimaldi hat in seiner 40-jährigen beruflichen Laufbahn für Radio BBC, verschiedene Zeitungen und seit 1986 für das staatliche italienische Fernsehen RAI gearbeitet. Nach Auseinandersetzungen über den Krieg gegen Jugoslawien verließ er die RAI. Der Internationalist, der Solidarität mit den Völkern der Dritten Welt und allen Unterdrückten ernst nimmt und praktiziert, hat zahlreiche Dokumentarfilme gedreht, u.a. über die Nato-Aggression gegen Jugoslawien 1999, über den Kampf des palästinensischen Volkes, das Embargo und die Invasion im Irak. Im April 2011 reiste Grimaldi über Tunesien zusammen mit einer Gruppe British Civilians for Peace nach Libyen ein. Nachfolgend, nur unwesentlich gekürzt, sein Bericht, den er am 22. April unter dem Titel „Tripoli, bel suol d`amore“ auf seiner Page „MONDOCANE“ veröffentlicht hat. Bernd Duschner vom Verein Freundschaft mit Valjevo, Pfaffenhofen, hat diesen Text für uns übersetzt. Fulvio Grimaldi hat aktuell in Libyen gedreht und zeigt diesen Film am 23. Juli 2011 im CineradoPlex, Pfaffenhofen. Der Titel seines Artikels Tripoli, bel suol d'amore erinnert an das Lied der italienischen Kolonisatoren bei ihrem Überfall auf Tripolitanien im Jahre 1911....  weiter

 

20.4.2011
Angriff auf Libyen, Teil 2
Das Trio infernale speit weiter Feuer auf Libyen
BRD auf dem Sprung – BRICS-Staaten bauen Abwehrfront auf

Der Raketenzerstörer USS Barry feuert eine Cruise Missile auf Libyen Foto: gemeinfrei Wikimedia Commons In aller Stille hat der Europäische Rat im Windschatten des NATO-Engagements am 1. April seine Bereitschaft erklärt und Beschluss gefasst, die europäische Streitmacht EUFOR Libya zur Unterstützung „humanitärer Hilfe“ einzusetzen, wenn von den Vereinten Nationen die entsprechende Anfrage kommt. Auch Westerwelle und Merkel sind hier ohne zu Zögern mit von der Partie.
Gleichzeitig setzte die NATO auf einer Außenministerkonferenz in Berlin ihre Vorbereitungen für eine Kriegsausweitung auf libyschen Boden fort. Das einzige, was dem westlichen Militärbündnis für einen Truppeneinmarsch in das nordafrikanische Land noch fehlt, ist eine förmliche Aufforderung durch die UNO. Genauer gesagt: durch deren Büro für die Koordination humanitärer Angelegenheiten, OCHA. Aber dieser „Hilferuf“ scheint nicht zu kommen. Mittlerweile traf bei Catherine Ashton, der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, eine klar abschlägige Antwort der zuständigen UN-Vertreterin Valerie Amos ein: Die Weltorganisation sei an dieser Sorte „Hilfe“ nicht interessiert. „Wir dürfen unsere Fähigkeit, allen bedürftigen Menschen Hilfe zukommen zu lassen, nicht dadurch beeinträchtigen, dass wir mit laufenden militärischen Operationen in Verbindung gebracht werden.“...
Aus dem Inhalt: Das illegitime Kriegsziel wird von der Bundesregierung geteilt und leider auch von anderen ● Kritik von Russland – die BRICS-Staaten formieren sich zu einer Ablehnungsfront ● Mamdani: Libyen – Die Politik der humanitären Intervention ●  UNO-Konflikte ● Der Weg des Geldes ● Libyens Opposition ● Rechtsbrüche noch und noch – eine verbrecherische Politik der Westmächte, die jeder Beschreibung spottet
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13.4.2011
Angriff auf Libyen, Teil 1
Die Enthaltung Deutschlands im Sicherheitsrat – eine undurchsichtige Sache
Die wundersame Wandlung von Claudia Roth / Christian Ruck entpuppt sich als Falke / Das Jagdbombergeschwader im Lechfeld ist einsatzbereit

F14 Tomcat beim Angriff auf Lybien 1986 Foto: Autor PHAN DAVID CASPER Public Domain wikipedia engl Mit dieser Artikelserie zum Libyenkrieg soll keine umfassende Darstellung des Themas versucht werden. Wir wollen auf einige Fragen eingehen, die uns wichtig erscheinen und aus der immer größer werdenden Zahl guter und aufschlussreicher Artikel einige auswählen, kurz kommentieren oder einfach empfehlen. In diesem ersten Teil soll es um einige ganz grundsätzliche Fragen gehen, beispielsweise: Gibt es Parallelen zum Militäreinsatz gegen Jugoslawien, Irak oder Afghanistan? Werden mit Libyen auch antiimperialistische, panafrikanische Position angegriffen? Kann man die so genannte Opposition In Libyen als fünfte Kolonne des Westens bezeichnen? Warum enthielt sich Deutschland? Ein Schwerpunkt in diesem Artikel soll auf die Positionierung von SPD und Grünen gelegt werden, auch auf die zum Teil atemberaubende Entwicklung dieser Positionen. Auch über den Entwicklungspolitiker Christian Ruck wird zu sprechen sein.
Claudia Roth, MdB aus Augsburg für die Grünen, von Beruf „Dramaturgin“, wandelte sich erstaunlich schnell von einer Warnerin vor einem militärischen Eingreifen in Libyen zu einer Befürworterin. Von MdB Heinz Paula haben wir bisher nichts zu diesem Thema gehört – Gott sei Dank. Halt – das stimmt nicht ganz. Selbstverständlich gehört Heinz Paula zu den 63,7 % der SPD-Bundestagsfraktion, die für eine Bereitstellung von AWACS-Aufklärungsflugzeugen für Afghanistan und bis zu 300 deutsche Soldatinnen und Soldaten im Rahmen dieses Einsatzes, befristet bis 31. Januar 2012, gestimmt haben.Der Augsburger Abgeordnete für die CSU im Bundestag, Christian Ruck, hat sich erstaunlicherweise als Falke entpuppt, der mit seiner Kritik an der Bundesregierung wegen ihrer Enthaltung im UN-Sicherheitsrat bundesweit Schlagzeilen machte...
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19.11.2011  Geostrategische Anmerkungen zur Besetzung Libyens, von Luigi Ambrosi
24.08.2011  Interview mit Milovan Drecun zu seiner Reise nach Libyen: Die amerikanische Besetzung Afrikas
25.05.2011  Den Krieg in Libyen verstehen, von Michel Collon
10.05.2011  Tripolis, geliebtes Land. Unter den Bomben der Nato: Reisebericht aus dem Libyen Ghaddafis
20.04.2011  Das Trio infernale speit weiter Feuer auf Libyen, Angriff auf Libyen, Teil 2
13.04.2011  Die Enthaltung Deutschlands im Sicherheitsrat – eine undurchsichtige Sache, Angriff auf Lybien 1
04.01.2006  Kuba weist impertinente und ignorante Äußerungen eines Dr. Ruck zurück
09.12.2005  Wem gehört das Internet?
30.03.2005  Kolonel Alfons Rebane: Was hat ein baltischer SS-Kommandant mit Augsburg zu tun?
20.11.2004  United for Peace and Justice zu Bush’s Wahlsieg: Weint nicht, organisiert Euch
08.11.2004  Die Wiederwahl von George W. Bush 2004
27.10.2004  USA: Die Wählerstimmen, die nicht gezählt werden
19.08.2004  Der Wahlsieg von Hugo Chavez und seine Pläne für die südamerikanische Ölindustrie
25.05.2004  Aufruf von Fidel Castro an die US-Regierung
13.05.2004  US-Folter – Good Morning, Vietnam! – Augenzeugen, die Täter, US-Gefängnisse …
07.05.2004  Caterpillar-Arbeiter protestieren gegen den Einsatz der Baumaschinen gegen die Palästinenser
12.04.2004  US-Regierung verbietet wissenschaftliche Veröffentlichungen aus Kuba
26.03.2004  Wird John Kerry die Schlammschlachten überstehen? – Themen im US-Wahlkampf
25.02.2004  US-Wahlkampf: Das Soldbuch von G.W. Bush
15.02.2004  Freundschaftsgesellschaft BRD–KUBA warnt vor „Reporter ohne Grenzen“
02.02.2004  US-Vorwahlkampf 2: Manipulierbare Touch-Screen Computer
26.01.2004  Damu Smith von Black Voices For Peace kommt nach Augsburg
21.01.2004  US-Vorwahlkampf 1: Iowa Caucus, erste Station des Wanderzirkus
21.12.2003  Gründung der US Labour Against the War
21.08.2003  Herald Tribune: Die Religion spaltet unsere Gesellschaft immer mehr
18.08.2003  Die Hintergründe der Kandidatur Schwarzeneggers, Hanna Corniels
05.08.2003  Demokratie, Texas Style – Übersetzung von Hanna Corniels
20.06.2003  EU-Intervention im Kongo – Probelauf für die EU-Armee, PDS-Positionen, Afrika-Memorandum


   
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