Abu Ghraib: 8:35 p.m., Nov. 3, 2003. The detainee is depicted handcuffed to the upper tier railing. He has a sandbag over his head and is wearing a robe. There appears to be two unknown soldiers on either side of the detainee. SOLDIER(S): Unknown 2 US Army photograph. Reproduced at [1], Salon.com [2]. „All caption information is taken directly from CID materials.“ Foto: Public domain Wikipedia

US-Folter – Good Morning, Vietnam!
Augenzeugen, die Täter, der verhaltene Aufschrei, US-Gefängnisse, Partys

Hanne Corniels

… sollte man sich die Biografien dieser SoldatInnen ansehen, denn sie sind typisch für viele Amerikaner, die bei den US-Streitkräften als Freiwillige dienen. … Alle diese SoldatInnen haben eines gemeinsam, sie stammen aus dem südlichen Appalachengebirge, das als das Armenhaus Amerikas gilt. Die Appalachen, ein Mittelgebirge, das sich im Osten der USA von Maine im Norden bis nach Georgia im Süden erstreckt, hat durch den Kohletagebau die Staaten Virginia und West Virginia fast völlig verwüstet, ebenso das westliche Maryland und Teile von Pennsylvania. Genau dies sind die Gegenden, in dem diese Männer und Frauen wohnen. In dieser einst sehr schönen Landschaft haben seit Generationen schlecht bezahlte Bergarbeiter unter oft unmenschlichen Bedingungen gearbeitet. Ganze Bergkuppen wurden durch den Tagebau abgetragen, die Wälder abgeholzt und verwüstet. In den verlassenen Gruben brennen oft jahrelang Schwelfeuer, die die Luft, das Wasser und den Boden vergiften.
Zu Beginn des Irakkriegs schrieb Mike Bryan für den „Dream Center“ den Artikel: „Mr. President, please attack Appalachia“. Darin führt er aus, dass man dort nicht lange nach Massenvernichtungswaffen suchen müsste, da die ganze Gegend radioaktiv verseucht ist. Außerdem ist Appalachia schließlich ein Land der Dritten Welt mit einer potenziell terroristischen, bis an die Zähne bewaffnete Bevölkerung, denn extreme Armut und schlechte Bildung sind schließlich der Grund für das Aufkommen des Terrorismus. …

Wenn man bedenkt, dass es die Amerikaner seit Jahren hinnehmen, dass Amerikaner in amerikanischen Gefängnissen gefoltert werden, sollte man nicht überrascht sein, wenn ein großer Teil der Bevölkerung sich wenig darüber empört, wenn Gräueltaten gegenüber „feindlichen“ Gefangenen bekannt werden. …

Es war der bekannte Journalist Seymour Hersh von dem Elite-Magazin „The New Yorker“, der den Taguba-Report des Pentagons und die Amateurfotos aus dem Abu Ghraib Gefängnis im Internet entdeckt und sofort veröffentlich hat. Interessanterweise war es auch Seymour (Sy) Hersh, der 1968 die erschreckenden Bilder von dem Massaker in My Lai in Vietnam an die Öffentlichkeit gebracht hatte. Im gleichen Jahr organisierte er den Wahlkampf des Friedenskandidaten, Senator Eugene McCarthy, der die große Friedensbewegung der amerikanischen Jugend gegen den Vietnamkrieg und Lyndon Johnsons Politik auf den Weg brachte.

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