US-Vorwahlkampf
Teil 2

Manipulierbare Touch-Screen Computer – 600 000 Einwohner des Columbia District von der Regierung ganz ausgeschlossen

Der Iowa-Caucus war übrigens in diesem Wahljahr nicht die erste Vorwahl gewesen. Zum ersten Mal wurde dieses Jahr die Vorwahl in der Hauptstadt Washington auf den 13. Januar vorgezogen. Warum habt Ihr nichts darüber gehört? Das ist ganz einfach, die Abgeordneten von Washington DC sind im Kongress nicht stimmberechtigt. Sie dürfen keinen Senator wählen und die zwei Abgeordneten, die sie in den Kongress schicken dürfen, sind nur Beobachter. Das heißt, dass die über 600 000 Einwohner des District of Columbia, die in der Mehrzahl schwarz und arm sind, in der Regierung der USA kein Mitspracherecht haben.

Die Vorwahl zu den Präsidentschaftswahlen sollten dieses Jahr auf diese Ungerechtigkeit hinweisen, sie sollte eine politische Demonstration sein. Auf Grund der ethnischen Zusammensetzung der Wähler konnte der afro-amerikanische Präsidentschaftskandidat, der Prediger Al Sharpton aus New York, bei den Umfragen am Tag zuvor mehr als 20% der Stimmen auf sich vereinigen, am Tag der Wahl aber nur 1%.

Inzwischen verlangen mehrere Stadträte und die Washingtoner Vertreter im Kongress eine Untersuchung dieser Unregelmäßigkeiten. Insbesondere soll die Rolle der Touch-Screen Computer unter die Lupe genommen werden. Das in Washington verwendete AVC Edge DER System wird von der Firma Sequoia Pacific Voting Systems vertrieben und wurde in Kalifornien schon bei der Schwarzenegger-Wahl eingesetzt. Dieses System ist nicht nur sehr unzuverlässig sondern auch leicht manipulierbar, sowohl hinsichtlich der Wahlbeteiligung als auch der Stimmenverteilung. In vielen Fällen wurde dokumentiert, dass Stimmen „verloren“ gingen. So berichtet die schwarze Kandidatin für eine Gemeindewahl in Virginia, Rita Thoms, dass jedes Mal wenn ihr Name auf dem Bildschirm berührt wurde, er einfach verschwand. Diese Computer lösen alle Probleme für die nächsten Wahlen, denn es gibt gar keine Stimmzettel mehr, die man auszählen könnte.

... »» zum Artikel von Hanna Corniels


   
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