Aktionen von Regimegegnern aus dem Iran

Infostand 24.6.2003 am Königsplatz

Die Herren in den dunklen Anzügen zählen nicht unbedingt zur interessierten Bevölkerung


Kundgebung 9.7.2003 Königsplatz

Die Forderung der Exiliraner nach einem Referendum über die Staatsform unter Aufsicht der UNO spielte eine zentrale Rolle bei der Kundgebung. Die internationale Gemeinschaft wurde aufgefordert, sich gegen die Verbrechen des “islamischen” Regimes zu wenden und die Handelsverbindungen zum Regime zu unterbinden, “bis es nach einem Referendum eine demokratische Regierung gibt”.

Wir wollen hier einige der verteilten Flugblättern dokumentieren. Sie wurden alle von verschiedenen Iranern verfasst und enthalten neben ihren Zielen auch interessante Fakten und Einschätzungen »»
 

Ebrahim Towfigh, geboren im Iran, Soziologe an der Universität Frankfurt, Dissertation über „Modernisierung und postkoloniale Herrschaft in Iran“, kommt in einem Beitrag für die Frankfurter Rundschau zu folgender Einschätzung:

... Die Entstehung einer radikal-reformerischen Fraktion im staatlichen Reformlager ... vertritt die Auffassung, dass die republikanische Umgestaltung des islamischen Regimes von einer radikalen Änderung der Verfassung - sprich der faktischen Abschaffung der Theokratie - abhängt. Liest man die Proteste aus dieser Perspektive, so lassen sie sich deuten als das Zeichen eines Wendepunkts in der sechsjährigen Reformbewegung, die sich nun aus der staatlichen Umklammerung befreit und in eine zivilgesellschaftliche Phase, in die Phase einer „samtenen Revolution“ eintritt.
Diese auf Radikalreformismus und Gewaltlosigkeit beruhende Entwicklung ist nicht nur durch die Gewaltbereitschaft nach wie vor mächtiger faschistoider Kreise im Staat bedroht. Denn ihre ungeheuer große politische und ökonomische Macht ist bedroht.
Es ist darüber hinaus sehr die Frage, ob sich die von Neokonservativen beherrschte US-Regierung mit einer Entwicklung abfinden wird, deren Resultat eine demokratische Regionalmacht Iran sein könnte, die die neoliberal-neokoloniale US-Strategie der Neustrukturierung des Nahen Ostens durchkreuzen würde. Sind US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und seine Freunde nicht viel eher versucht, Iran zu destabilisieren durch permanente Provokation von „Volksaufständen“ und wenn nötig auch durch begrenzte Militäraktionen, nur um selbst bei der Neugestaltung der islamischen Republik Regie zu führen? Gerade vor diesem Hintergrund ist die demokratische Opposition im Ausland, die sich erst als eigenständige Kraft zu organisieren beginnt, aufgefordert, breit gefächerte Lobby-Arbeit zu leisten und eine internationale demokratische Solidaritätsbewegung zu organisieren. nach FR 8.7.2003, der Artikel ist im online-Archiv der Frankfurter Rundschau nicht mehr verfügbar. Ein inhaltlich sehr ähnlicher Aufsatz findet sich bei sopos:

Samtene Sprengkraft
Steht Iran vor einem durchgreifendem Umbruch?

von Ebrahim Towfigh

bei www.sopos.org


   
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