„Friedensmacht“: Unser Irak ist Afghanistan

„Die SPD geführte Bundesregierung mit Gerhard Schröder hat die gewonnene Souveränität unseres Landes entschlossen genutzt. Sie hat Deutschland zu dem gemacht, was es nach dem Wunsch der ganz großen Mehrheit der Deutschen sein und bleiben soll: Eine Friedensmacht.
Deutschlands Haltung in der Irakfrage war und ist ebenso richtig wie sein starkes Engagement bei der aktiven Friedenssicherung. Beides zusammen hat Gewicht und Ansehen unseres Landes in der internationalen Politik bedeutend gesteigert. Wer will, dass ganz Europa eine Friedensmacht ist in der Welt, muss bei der Wahl am 13. Juni die Position der Bundesregierung stärken und SPD wählen.“ SPD eurokampa »»

Kommentar der Augsburger Allgemeinen zum Thema:
„Der Irak bleibt ein heißes Pflaster, auf dem sich bald nicht nur die „Koalition der Willigen“, sondern dank der UN-Unterstützung eine breitere Koalition bewegen wird. Deutsche Soldaten werden nicht dabei sein, das hat Gerhard Schröder im Wahlkampf festgelegt, ohne nach der Entsendung deutscher Soldaten gefragt worden zu sein. Sein Wort gilt. Unser Irak ist Afghanistan, ein ebenfalls gefährliches soldatisches und ziviles Aktionsgebiet. Der Streit darüber, ob der Irak-Krieg berechtigt war oder nicht, wird in Kürze offiziell zu den Akten gelegt. Die gemeinsame Aufmerksamkeit gehört der Zukunft. Und zur Zukunft gehört nicht nur der Irak, sondern der gesamte „erweiterte“ Nahe Osten.“ (8.6.2004) – That’s it!

Truppen der US-Navy landen am D-Day (6. Juni 1944) in der Normandie. Bildquelle wikipedia: »»

 

D-Day: Deutsche Nekrophilie?

Kommentar der Augsburger Allgemeinen zum D-Day: „Wir Deutschen von heute haben also Grund, diesen Tag zu feiern und können es doch nicht recht. Die Befreiung kam uns teuer zu stehen. Die furchtbaren Verluste, die mit der Invasion begannen, trafen ja nicht nur die Alliierten, sondern viel mehr noch unsere Soldaten.“ (7.6.2004) Selbstverständlich gedachte Schröder auf dem Soldatenfriedhof von Ranville in der Normandie, auf dem Gefallene aus acht Nationen begraben sind, auch der „322 Deutschen“. Die Zahl der Toten der anderen sieben Nationen erfahren wir nicht, denn der Augsburger Allgemeinen scheint es vor allem nur um die Deutschen zu gehen. Aus den Medien erfuhr man am Rande, dass es Schröder im Rahmen der Feierlichkeiten untersagt war, SS-Gräber zu ehren. Wollte er das? Oder traute man ihm dies zu?! Jedenfalls legte Schröder in Ranville zwei Kränze nieder. Einen am Ehrenkreuz des Friedhofs und einen am Grab eines unbekannten deutschen Soldaten. Herrn Ferber, Abgeordneter der CSU im Europaparlament und Vorsitzender der CSU-Europagruppe, war das natürlich nicht genug. Vor dem WAP (Wehr- und Außenpolitischen Arbeitskreis der CSU) kritisierte er, dass Schröder bei den Gedenkfeiern in der Normandie keinen deutschen Soldatenfriedhof besucht hat.

Waffenbrüderschaft: Geheimwaffe Stoiber

Wenn sich die zwei umarmen, kommt meist nichts Gutes dabei heraus. Zuletzt haben sie den EU-Verfassungsgipfel platzen lassen und vor allem die mittleren und kleinen EU-Staaten brüskiert. Selbstverständlich betreiben sie schon seit Jahren die militärische Wiedereingliederung Frankreichs in die NATO wie auch den forcierten Ausbau der militärischen Zusammenarbeit in Europa, mittels deutsch-französischer Brigade und Eurokorps. Seit Jahren stricken sie an einer deutsch-französischen Blockbildung, die eine politische Repression der anderen EU-Staaten beinhaltet. Durch die deutsch-französische Waffenbrüderschaft rücken natürlich auch die französischen Atomwaffen in deutsche Reichweite.

Nun hatten sie die geniale Idee, Stoiber das Amt des EU-Kommissionspräsidenten anzubieten. Stoiber als Rambo für die Osterweiterung und Ostexpansion der EU? Ein Mann, der das bayerische Nachbarland Tschechien seit Jahren denunziert, herabwürdigt und bedroht – bis hinzu militärischen Anspielungen auf dem Sudetendeutschen Tag in Augsburg –, ein solcher Mensch soll die Kommission leiten? Hat Schröder den Verstand verloren oder will er klar machen, dass die Phase der „neuen Ostpolitik“ vorbei ist und nun die „alte“ deutsche Ostpolitik wieder dran ist? Ein scharfer Ritt nach Osten, und Frankreich ist diesmal dabei? Wollte Schröder tatsächlich in der Schlussphase des Europawahlkampfes noch dieses Signal setzen!? Schröder hat wohl gar kein Interesse, dass sich die SPD in diesem Wahlkampf irgendwie gegen Rechts-Außen, gegen Militarismus und reaktionärste Politik positioniert. Das könnte ja später hinderlich sein für seinen Politikstil. Stoiber habe nach kurzer Bedenkzeit abgelehnt, damit ist die Sache aber nicht erledigt. Das Signal ist gegeben.

Bildquellen: Wikipedia Chirac u. Schröder


   
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