Ostermarschkundgebung 2007 in Augsburg, Teil 2

Von den Parteien kommt
fast nur Destruktives

  • Die Grünen greifen an…
  • Die AGFG „Allianz für Gesundheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit“ tarnt und täuscht
  • Die Unterschriftensammlung der AGFG „Den Atomkrieg verhindern“ läuft gezielt ins Leere
  • Abschaffung der UNO als Ziel im Grundsatzprogramm der AGFG!
  • Die AGFG will die Totalentlastung der Arbeitgeber vom Sozialbudget

Mit Ausnahme der Linkspartei, deren Organklage gegen den Tornadoeinsatz in Afghanistan wir im Teil 1 behandelten, spielen die anderen Parteien eine miese Rolle. Von SPD und Union wollen wir hier gar nicht reden. Wir wollen auf die Grünen eingehen, die bei der Kundgebung in Augsburg nicht da waren, und die dubiose AGFG „Allianz für Gesundheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit“, die dafür massiv da war.

Was auffiel: die Augsburger Grünen – bei der Kamagne gegen den Irakkrieg vor einigen Jahren noch eifrig dabei – glänzten durch Abwesenheit. Die SPD war noch nie dabei bei den Ostermärschen seit sie 1960 ihren Anfang nahmen. Der Angriff des Grünen Bundesvorstands – namentlich von Claudia Roth aus dem Wahlkreis Augsburg-Stadt – auf die Friedensbewegung kam zunächst etwas überraschend…

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Megaprojekte sind leise Kriege gegen die Menschen die betroffen sind und von ihrem Lebensraum verdrängt werden. Der Ilisu-Stausee in Südostanatolien soll neben vielen Orten auch Hasankeyf
überfluten. Zu hoffen bleibt, dass die Österreichische und Schweizer Regierung
nicht dem deutschen Vorbild folgen und die Kredidte für so ein irrsinniges und
gigantomanisches Projekt bewilligen, sondern maßgeblich vernünftige
Projekte realisiert werden und dadurch Kulturschätze, Landschaften und
soziale Zusammenhänge erhalten bleiben. Ibrahim KayaBildquelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8f/Hasankeyf.JPG

Hier der Beitrag von Ibrahim Kaya auf der Ostermarschkundgebung der Augsburger Friedensinitiative am 7.4.2007 auf dem Königsplatz:

 

Hasankeyfs smaragdene Tränen

Der Atemlauf der Zeit zerklüftet die Städte
In den Felsen ruht die Vergangenheit
Der verschüttete Stein harrt aus
Als Zeuge der ungesehenen Epochen bis in unsere Zeit
Gehört uns die Zeit, gehört uns der Raum?
Zu Staub zerfällt, was mit Großmut aufrecht stand

Deine Blicke sind die Ebenen,
die sanften Züge der Hügel gewohnt
Aus Träumen gerissen wächst die Wahrnehmung
und umarmt trunken die Burgen Hasankeyfs
Mit zitternder Hand will ich die weiten Berge streicheln.
Im Schritt der Zeit, verfangen sich unsere Zeilen

Nie entdeckte Welten sind verschüttet
Unter den Schichten dessen was nicht war
Sie gruben sich ein in den Bodensatz unserer Träume
Trunken durch die bizarre Klarheit wird deutlich was war

Geschichte wird sichtbar, öffnet einen Raum
Trägt uns auf den weißen Flügeln des Windes in die Ebenen

In den smaragdenen Augen des Pfaus
strahlt ein Licht von ungeäusserter Zärtlichkeit

Ahnungslos verfing ich mich in deinen smaragdenen Blicken
Der Wind trägt mich fort über die Täler
Deine Worte geben preis, was den Stein zu Stein macht, das Wasser zu Wasser
Es ist keine Hast, kein gewissenloser Zufall die uns in dieses Tal führt
In den geschwungenen Felswänden sind Hallen eingeschlagen
Die Architektur der Worte erklärt sich selbst
Wenn die Räume auch verschlossen sind
Der Bau der Träume verlässt uns nicht.
Wer liebt durchwühlt den Berg, um die Ebenen zu bewässern
Die smaragdenen Augen tränen nicht
der verschollenen Schätze wegen

Lass unsere Arme zwischen den Bergen und dem Fluss spannen
Gibt es einen Ort, der je beginnt und endet?
Hier haben die Felsen und der Flusslauf
ein Gesicht geschnitten, das sie erkennen lässt,
das sie zum Träger der Zeit macht
Deine smaragdenen Tränen zergehen
Hasankeyf soll unwiederbringlich im Wasser untergehen
Die Wellen aus Stein erliegen den Zwängen dieser Zeit
Jedoch bleibt ein salziger Widerhall in meiner Erinnerung
und der Geschmack auf meiner Zunge 
ist von den smaragdenen Träne

mit Dank an Deniz für die Lektorierung
Ibrahim Kaya, 25.03.2007

Kreditgarantie für Kulturvernichtung und Vertreibung Isku, 27.3. alk. Am 24. März bewilligte der Interministerielle Ausschuss für die Gewährung von staatlichen Exportkrediten (IMA) eine Hermesbürgschaft für den deutschen Exportanteil für das geplante Wasserkraftwerk in der Türkei. Das Gesamtvolumen des Auftrags umfasst 1,2 Milliarden Euro. Die deutsche Bundesregierung deckt einen Anteil von 93,5 von insgesamt 450 Millionen Euro für den Bau von drei Umleitungstunneln und drei Druckstollen durch die Stuttgarter Ed Züblin AG. Hinzu kommt eine Rückversicherung von rund 100 Millionen Euro für deutsche Zulieferungen an den österreichischen Konsortialpartner Andritz AG.Auch die österreichische Regierung bewilligte entsprechende Bürgschaften.Aus den kurdisch besiedelten Gebieten der Türkei gibt es Proteste. Ercan Ayboga von der Initiative zur Rettung von Hasankeyf schreibt: „Diese Entscheidung der beiden Länder hat uns, die Vertreter von 72 Organisationen aus den betroffenen Gebieten, sehr entsetzt. Durch den Ilisu- Staudamm wird die über 10.000 Jahre alte Stadt Hasankeyf am Tigris, die unter Denkmalschutz steht und von Experten zum Weltkulturerbe gezählt wird, für immer in den Fluten eines gewaltigen Stausees versenkt. Darüber hinaus führt der Staudamm zu einem gewaltigen ökologischen Desaster und zur Vertreibung von mindestens 55.000 Menschen. Deutschland und Österreich argumentieren, die Türkei hätte sich nun zu Maßnahmen verpflichtet, die ‚weit über die bisher bei Staudammprojekten geübte Praxis hinausgehen‘. Dem müssen wir entschieden widersprechen: Wir, die von dem Staudamm betroffenen Menschen, wurden über das Bauvorhaben kaum informiert. Unsere Anfragen und Gesprächsangebote wurden nicht beantwortet. Im Gegenteil: Der Gouverneur der Provinz Mardin hat Staudammkritiker sogar zu Helfern von Terroristen erklärt. Gegen diese Verleumdung haben wir Anzeige erstattet. Man will die wichtigsten vorhandenen Kulturschätze im antiken Hasankeyf abbauen und in einem neu geschaffenen Kulturpark wieder aufbauen. Damit sollen sie angeblich gerettet werden.Wir bewerten die nur als Augenwischerei. Namhafte Wissenschaftler aus der Türkei und Europa erklären, dass ein solches Vorhaben technisch unmöglich sei. Die Bauwerke bestehen im Innern aus Bindemittel und nicht aus Steinen. Sie können daher nicht transportiert werden. Und wie will man beispielsweise Teile die Felsenburg, die vom Wasser überflutet werden sollen, retten? Wie will man die einzigartigen 6000 Höhlen versetzen? Wir sehen daher in der Entscheidung der Regierungen aus Deutschland und Österreich einen ungeheuerlichen Akt der Vernichtung eines unersetzlichen Weltkulturerbes. Einzigartige Dokumente unserer Geschichte und unserer Kultur werden für immer zerstört. Dagegen wehren wir uns. Wir appellieren noch einmal an Deutschland und Österreich, an alle Menschen, Wissenschaftler und Politiker in Europa und der ganzen Welt: Unternehmen Sie alles,damit dieses unverantwortliche Staudammprojekt doch noch gestoppt wird!“ aus Politische Berichte 7/2007, GNN-Verlag  »»


   
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