20. März 2004: Millionen gegen Krieg bei weltweiten Protesten

Am 20.03.2004 fanden weltweit Protestaktionen gegen den fortgesetzten Angriffskrieg gegen den Irak statt. In Augsburg nahmen 150 Menschen an der Kundgebung der Augsburger Friedensinitiative teil. Die deutsche Friedensbewegung orientierte auf dezentrale Aktionen. Die Veranstaltungen zum Jahrestag des Irakkriegs fanden in rund 100 Orten, darunter in fast allen Großstädten, statt. An ihnen beteiligten sich jeweils zwischen 50 und 3.000 Menschen. Die größten Aktionen fanden in Berlin, Dresden und München mit jeweils mehreren Tausend Teilnehmern statt. In Ramstein versammelten sich zu einem Protestmarsch gegen das US-Atomwaffenlager bis zu 2.000 Menschen.

In hunderten Städten auf allen Kontinenten fanden Demonstrationen gegen Krieg und Besatzung statt, an denen sich mehrere Millionen Menschen beteiligten. Abgesehen von Italien und den USA waren jedoch weniger Menschen auf der Strasse als am 15.Februar 2003, als der Krieg unmittelbar bevorstand. Allerdings wurden auch weniger als im Vorjahr erwartet, da der Krieg im Bewusstsein der meisten Menschen beendet ist – besonders in den Ländern, die keine Soldaten im Irak haben. Dennoch ist die Teilnehmer-Zahl an den meisten Orten höher als erwartet. Die größte Demonstration in Europa fand in Rom statt mit ein bis zwei Millionen TeilnehmerInnen. In Barcelona waren es 150.000, in Madrid 100.000, in London 100.000.
In USA gab es insgesamt 250 Demonstrationen: New York 100.000, San Francisco 50.000, Portland 15.000–20.000, Seattle 15.000, Los Angeles 10.000, Chicago 10.000.

  Rede der AFI bei der Kundgebung am 20.3.2004

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

Genau vor einem Jahr, am 20. März 2003, haben die USA, Großbritannien und die Allianz der Willigen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak begonnen.
Genau vor einem Jahr haben sich in Augsburg hier an der gleichen Stelle 830 Menschen zu einer Spontankundgebung versammelt, um gegen diesen Krieg zu protestieren. Wir stehen auch heute wieder hier, weil wir zu den Kriegsverbrechen nicht schweigen können und weil wir uns mit den Opfern des Krieges solidarisch erklären.

Wir stehen heute auch hier, weil wir uns als Teil der weltweiten Friedensbewegung verstehen. Heute, am Global Day of Action, werden weltweit auf allen Kontinenten Hunderttausende Menschen auf die Straße gehen. In Deutschland werden in über 100 Städten Protestaktionen stattfinden und in den USA sind Demonstrationen in New York, Los Angeles, San Francisco und vielen anderen Städten geplant. Die amerikanische Friedensbewegung versammelt sich heute unter der Forderung:

Holt die Truppen nach Hause: sofort! Schluss mit der kolonialen Besatzung in Irak, Palästina und überall! Geld für Jobs, Bildung, Gesundheit und Wohnen – nicht für Krieg!
In wachsender Zahl fordern auch US-Soldaten und ihre Familien, dass die Truppen JETZT nach Hause geholt werden. Diese Soldaten werden in einem Krieg eingesetzt, der auf Lügen und Betrug der Bush-Regierung beruht, um zu töten und getötet zu werden. ...

»» zur Rede der AFI-Sprecher

 

...Und wir haben den Stadtrat aufgefordert, seine Solidaritätserklärung mit der cities for peace Bewegung in den USA zu erneuern. In der Stadtratssitzung nächste Woche sollten sie beschließen:

„– dass sie es begrüßen und unterstützen, dass die amerikanischen Städte in ihrer Kriegsgegnerschaft konsequent bleiben

– dass sie versichern, sich dagegenzustellen, wenn die Bundesrepublik Deutschland doch noch in irgendeiner Form Truppen in den Irak schickt oder ein NATO-Engagement im Irak in irgendeiner Form unterstützt

– dass sie ablehnen, dass deutsche Firmen aus der Besatzung des Iraks profitieren.“ ...

»» zur Rede der AFI-Sprecher

Gerald Fiebig vom VS (Verband deutscher Schriftsteller in ver.di)
  generation golfkrieg

& die einen werden auf dem hochhausdach stehen
an silvester mit dem sektglas in der hand mit dem siegel
ring & dem feuerwerk zusehen über der stadt
wie das letzte mal & das mal davor & dabei sagen
„man kommt sich ja vor wie im kosovo“ & wenn ihnen jemand
die feuerwerksmusik abschaltet sagen „gesocks“ ...

»» zu den Gedichten von Gerald Fiebig

 

»» zu unserem Bildbericht über den 20.3.2004 in Augsburg

»» zur überregionalen Berichterstattung bei indymedia


   
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