Gedenken Augsburger Bombennacht

Rede von Helmut Jung,
DGB-Regionsvorsitzender Augsburg

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich bedanke mich bei allen, die heute gekommen sind.

Wir stehen heute hier, weil wir die Mutigen im Kampf gegen den Rechtsradikalismus nicht alleine lassen dürfen. […] wir stehen heute hier, weil die Rechten sehen, hören und erfahren müssen, dass wir vor ihrer Geschichtsfälschung und ihrer Gewalt nicht kapitulieren. […]
Liebe Freunde, der 25. Februar 44 ist und bleibt uns ein Tag der Mahnung und Warnung zugleich. Diese Nacht in Augsburg ist das Ergebnis einer menschenverachtenden Politik, die sich bereits Mitte der zwanziger Jahre abzeichnete. […]

Liebe Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen, zwölf Jahre Faschismus, zwölf Jahre Unterdrückung haben nach der Befreiung Deutschlands dazu geführt, dass man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und Deutschland zu einem demokratischen und sozialen Staat gemacht hat.

Genau dieses Deutschland, das auf einer sozialen Grundordnung beruht, gerät inzwischen wieder in Verruf. So erklärte zum Jahreswechsel 2003/2004 der Chef-Ökonom der Deutschen Bank, Herr Ackermann, dass unser Staat, der nunmehr 50 Jahre bestehe, seine Aufgaben nun erfüllt hat und komplett anders aufgestellt werden muss.

Im gleichen Atemzug wünscht sich der scheidende BDI-Präsident, Herr Rogowski, ein großes Lagerfeuer, in das alle Gesetze, Tarifverträge, Betriebsverfassungen hineingeworfen und dort verbrannt werden, damit man neu beginnen könne.

Dazu passt auch folgender Zeitungsausschnitt:

„Dass wir heute annähernd 5 Millionen Arbeitslose in Deutschland zählen, ist zum großen Teil darauf zurück zu führen, dass unsere Wirtschaft in besonders großem Umfang durch gesetzliche Eingriffe des Staates gefesselt ist und daher nicht die genügende Wendigkeit besitzt, um sich den Schwankungen der Konjunktur mit der erforderlichen Schnelligkeit anzupassen. Als besonders verhängnisvoll hat sich auf dem Gebiete des Tarifvertragrechtes die Unabdingbarkeit des Vertrage, d.h. der Ausschluss abweichender Vereinbarungen und dessen Festhaltung durch die Gewerkschaften erwiesen.“

Diese Aussagen habe ich aus der Deutschen Arbeitgeberzeitung entnommen. Diese Aussagen hat nicht ein Herr Hundt oder ein Herr Rogowski in einer Neujahrsrede gehalten. Nein, diese Aussage stammt aus der Deutschen Arbeitgeberzeitung vom 22. März 1931.   »»


   
nach oben