Augsburg, 28.09.04: Nationalsozialisten rufen zu einer Demonstration "Gegen Sozialabbau und Fremdbestimmung" am 9. Oktober in Augsburg auf. Gegen diese Provokation hat sich ein Bündnis gegen den Naziaufmarsch gebildet und eine Gegendemonstration angemeldet. Der Aufruf des Bündnisses ist verabschiedet:

Nazis stoppen!

Kein Naziaufmarsch am 9. Oktober in Augsburg!

Am 9. Oktober 2004 wollen die Nazis vom Augsburger Bündnis-Nationale Opposition zusammen mit anderen faschistischen Organisationen einen Aufmarsch in Augsburg durchführen. Wie schon am 1. Mai 2001, als die NPD in Augsburg unter dem Motto „Arbeit zuerst für Deutsche“ marschierte, versuchen FaschistInnen, an legitime Proteste gegen eine unsoziale Politik anzuknüpfen und diese im Sinne ihrer Politik und Ideologie zu nutzen.
Während sie sich als Anwalt der Arbeitslosen und abhängig Beschäftigten aufspielen, vertreten sie doch in Wirklichkeit eine unsoziale und menschenverachtende Politik: Sie machen Menschen anderer Herkunft und Hautfarbe zu Sündenböcken aller Missstände, sind geistige und physische Täter und Mittäter der Anschläge auf AusländerInnen, Obdachlose sowie politische Gegner und sie leugnen Naziverbrechen, streben eine neues Großdeutschland an und wollen damit erneut Unfrieden in Europa und weltweit schaffen. In den letzten Jahren waren über 10 000 neofaschistische Straftaten in Deutschland zu verzeichnen. Über 120 Menschen sind in den letzten Jahren von NeofaschistInnen getötet worden. In vielen Fällen haben Verfassungsschutz, Justiz und Polizei dabei dem Terror der Nazis durch Duldung Vorschub geleistet, das NPD-Verbot scheiterte nicht zuletzt an der hohen Zahl von V-Leuten im Parteikader.

Deshalb müssen wir wie schon vor drei Jahren die Sache selbst in die Hand nehmen und dürfen uns nicht auf Polizei und Justiz verlassen. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, den Sumpf trocken zu legen, indem die NeofaschistInnen gedeihen können. Dazu gehört, sie an der Verbreitung ihrer menschenverachtenden, rassistischen, antisemitischen und sexistischen Ideologie zu hindern. Totschweigen oder tolerieren bringt nichts. Wir müssen den Nazis offensiv entgegen treten, und das auf allen Ebenen: in den Betrieben, den Schulen, in Wirtschaft, Politik und auf der Straße.

Bündnis gegen den Naziaufmarsch in Augsburg

Das Bündnis gegen den Naziaufmarsch in Augsburg besteht aus Einzelpersonen und Gruppen wie Attac, ATIF Föderation der ArbeiterInnen aus der Türkei, AFI Augsburger Friedensinitiative, DFG/VK Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Forum solidarisches und friedliches Augsburg, Frauenprojektehaus, Infoladen Augsburg, Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit, Jugendbündnis Augsburg, Jusos, MLPD, PDS, VVN/BdA Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten und aus Mitgliedern von GEW, IG Metall, ver.di.


   
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